
Fed-Halt vor Energie-Schock
Die Unsicherheit im Nahen Osten drückt seit Tagen auf die Kurse. Die S&P 500 Futures haben ihre Vorkriegsniveaus zwar zurückerobert, doch die Spannungen bleiben spürbar hoch. Investoren wickeln ihre Positionen ab, während die US-Notenbank vor der entscheidenden Abwägung steht.
Die Federal Reserve wird laut Markterwartungen am 28. April die Zinsen unverändert lassen. Dieser Halt ist keine Überraschung, doch die Gründe dafür haben sich gewandelt. Nicht mehr allein die Inflationstempelung bestimmt dieagenda, sondern die akute Gefahr eines Energie-Shocks. Der Konflikt mit dem Iran treibt die Ölpreise in die Höhe, was die wirtschaftlichen Folgen für die US-Verbraucher und Unternehmen direkt auf die Balance Sheet der Fed übersetzt.
Wer sich in den letzten Tagen die Handelsdaten ansieht, erkennt die Ambivalenz. Die Märkte zeigen Resilienz, doch sie sind nervös. Die Nasdaq Composite brach ihre 13-tägige Gewinnserie ab, als die Nachrichten aus dem Nahen Osten eskalierten. Dieser Rückgang war kurz, aber er zeigt, dass die Geduld der Anleger mit den geopolitischen Risiken kollidiert. Die Fed beobachtet dies genau. Ein Zinsanstieg jetzt wäre kontraproduktiv, da er die Nachfrage weiter dämpft, während die Angebotsseite durch höhere Energiekosten unter Druck gerät.

Die wirtschaftlichen Daten der letzten Wochen sind gemischt. Die Arbeitsmarktdaten bleiben stabil, was die Fed ermutigt, keine drastischen Maßnahmen zu ergreifen. Doch die Energiepreise sind ein externer Schock, den die Fed nicht kontrollieren kann. Sie muss abwarten, ob dieser Schock transitorisch ist oder ob er in die Kerninflation durchschlägt. Bisher deuten die Indikatoren darauf hin, dass die Energiekosten noch nicht flächendeckend an die Endverbraucher weitergegeben werden. Doch das kann sich schnell ändern.
In Gesprächen mit Portfolio-Managern wird deutlich, dass viele auf den 28. April warten. Die Prognosen sind eindeutig: Die Zinsen bleiben bei 4,50 bis 4,75 Prozent. Wer jedoch die FedWatch-Tools von CME Group verfolgt, sieht, wie sich die Erwartungen an zukünftige Zinssenkungen verschieben. Die Märkte preisen weniger schnelle...
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