AI Investment Restrictions

Die Nachricht, dass China seine Technologieunternehmen dazu anweist, US-Investitionen nur mit expliziter Genehmigung Pekings zu akzeptieren, ist nicht nur ein politisches Signal, sondern ein fundamentaler Einschnitt in die globale Kapitalallokation. Laut Reuters, der diese Meldung am vergangenen Freitag basierend auf Berichten von Bloomberg News verbreitete, haben die Regulierungsbehörden diese neuen Auflagen bereits an führende private Technologie- und KI-Firmen kommuniziert. Diese Entwicklung trifft auf einen Markt, der ohnehin unter der Unsicherheit leidet, die die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank am 29. April auslöst.

Senn: Herr Li, das klingt nach einer harten Zäsur. Wenn ich mir die aktuelle Lage ansehe, wo die Federal Reserve ihre Zinsen voraussichtlich bei 3,5% bis 3,75% hält, dann suchen Investoren doch gerade nach Stabilität. Warum führt China jetzt genau in dieser Phase der geopolitischen Spannung diese neuen Hürden für US-Kapital ein? Ist das eine defensive Maßnahme oder eine offensive Strategie?

Gast: Es ist beides, Herr Senn. Man darf den Fehler nicht machen, dies rein als protektionistische Barriere zu sehen. Es ist ein Mechanismus der Kontrolle. In den letzten Monaten, insbesondere seit den jüngsten Meldungen über ByteDance und TikTok, hat sich die Linie Pekings verschärft. Die Behörden wollen verhindern, dass US-Investoren in sensible Datenströme oder kritische KI-Infrastrukturen eindringen. Während die Fed über die Inflation diskutiert, geht es in China um die nationale Sicherheit. Die Zinsen der Fed sind zwar stabil, aber das Kapital fließt trotzdem unkontrolliert in Märkte, die Peking als strategisch kritisch einstuft.

Senn: Sie sprechen von “sensiblen Datenströmen”. Konkret bedeutet das doch, dass ein US-Venture-Capital-Fonds, der seit Jahren in chinesische KI-Startups investiert, plötzlich vor einem Brief aus Peking steht. Wie realistisch ist es für europäische oder Schweizer Investoren, die über US-Strukturen agieren, hier noch zu investieren?

Gast: Das ist der Knackpunkt. Wenn ein US-Fonds beteiligt ist, greift die neue Regel. Das bedeutet, selbst wenn Ihr Schweizer Limited eine Beteiligung hält, aber das Geld...