IBIT Monopolisierung der Ströme

Die Zahlen lügen nicht, doch sie lügen auch nicht die ganze Wahrheit. Wer sich in den letzten Tagen mit den Rohdaten der Bitcoin-Spot-ETFs auseinandergesetzt hat, muss zunächst einmal innehalten. Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man erkennt, wie sich der Markt so extrem konsolidiert, dass die Illusion der Diversifikation in diesem Segment binnen weniger Wochen fast vollständig zerfällt. Die Woche, die am 17. April 2026 endete, markiert keinen normalen Handelsverlauf. Sie markiert den Moment, an dem BlackRock nicht nur gewann, sondern das Spiel im Grunde allein für sich entschied. Laut Daten von SoSoValue flossen in diesen fünf Tagen insgesamt 1,37 Milliarden US-Dollar in die kombinierten Spot-ETFs für Bitcoin und Ethereum. Das war der höchste Wochensollstand seit Januar 2026. Doch wer genau hinsieht, bemerkt, dass dieser scheinbar breite Strom nur ein einziges, riesiges Reservoir speist.

Während die Gesamtzahl der Inflows positiv ist und die Stimmung in den Medien oft euphorisch ausschlägt, verbirgt sich dahinter eine fast schon bedrohliche Monopolstruktur. Laut 24/7 Wall St. absorbierte der iShares Bitcoin Trust von BlackRock, kurz IBIT, allein 906 Millionen US-Dollar der 996 Millionen US-Dollar, die in alle Bitcoin-ETFs zusammen flossen. Das ergibt einen Anteil von exakt 91 Prozent. Man kann das kaum glauben, wenn man die Werbekampagnen der Konkurrenz sieht. Fidelity mit seinem FBTC erhielt 56,7 Millionen. Die anderen Anbieter teilen sich den Rest einer Krume, die so klein ist, dass man sie kaum mit einem Löffel essen kann. In Gesprächen mit CFOs in Zürcher Finanzkreisen wird deutlich, dass viele Institutionen diesen Trend noch immer unterschätzen oder als kurzfristige Marktineffizienz abtun. Das ist ein fataler Fehler.

Diese Konzentration ist historisch einmalig. Vor zwei Jahren, als die ersten Spot-ETFs in den USA genehmigt wurden, sprach man von einem wettbewerbsintensiven Feld. Heute sieht es eher aus wie ein Oligopol, das sich gerade in ein Monopol verwandelt...