
FINMA-ENFORCEMENT-BILANZ
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht hat im vergangenen Jahr 55 Enforcement-Verfahren gegen Finanzinstitute und Personen abgeschlossen. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr. Wer sich in Zurcher Bueros umhoert, wo seit Jahren von regulatorischer Klarheit gesprochen wird, staunt nicht ungewollt. Die Zahlen der Finma lesen sich wie ein Warnsignal. Sie deuten darauf hin, dass der Druck auf den Schweizer Finanzplatz nicht nachlasst, sondern sich verdichtet. Es geht hier nicht um kleine Versehen. Es geht um strukturelle Defizite in der Compliance. Und es geht um die Frage, ob die Schweiz wirklich der sichere Hafen ist, der sie gerne sein mochte.
In einer Zeit, in der Bitcoin bei 61.804,23 CHF notiert, wirkt die Strenge der Aufseher fast paradox. Die Krypto-Branche atmet auf. Die Kurse steigen. Die Investoren fluten die Plattformen. Doch parallel dazu, fast unsichtbar hinter den glatten Charts, wird an den Schaltern der etablierten Banken und Trusts hart durchgegriffen. Die Finma hat ihre Scharfe geschliffen. 55 Verfahren. Das ist keine kleine Zahl. Das ist eine Flutwelle aus Buergeldern und Auflagen. Man darf sich nicht tauschen lassen. Es wirkt wie eine Abgrenzung. Die Schweiz will sauber sein. Sie will als integrierter Teil des globalen Finanzsystems gelten. Und dazu gehort nun mal, dass man auch die Schwarzen Schafe rauswirft.
Ich habe in den letzten Jahren viele solcher Berichte gelesen. Oft wirken sie trocken. Hier ist es anders. Die Massnahme ist spuerbar. Die Banken wissen, dass die Finma nicht mehr nur auf Meldungen wartet. Sie sucht aktiv. Sie analysiert. Sie findet. Und wenn sie findet, dann handelt sie schnell und unerbittlich. Das ist gut so. Es muss so sein. Sonst verliert der Standort Schweiz an Glaubwurdigkeit. Wer in London oder New York nachfragt, wird bestatigt: Die Schweizer Regulierung ist streng. Vielleicht zu streng fur einige. Aber notwendig.
Die Erfahrung der letzten zwei Jahre zeigt, dass die Grenzen zwischen traditionellen...
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