
Bestätigung des Lernfahrausweises
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 2. März 2026 einen Entscheid getroffen, der auf den ersten Blick wenig dramatisch wirkt, dessen praktische Implikationen jedoch weitreichend sind. Die Regierung bestätigte die Beibehaltung des Lernfahrausweises ab dem 17. Altersjahr. Dies ist kein neues Experiment, sondern die Fortschreibung einer etablierten Praxis, die nun explizit als bewährt gilt. Die Frage, ob diese Regelung noch zeitgemäss ist, wurde von der Exekutive klar verneint. Man verweist auf die lange Reihe von Daten, die seit der Einführung des Modells gesammelt wurden. Diese Datenlage sei robust genug, um auf tiefgreifende Änderungen zu verzichten. Die Kosten für eine Gesetzesanpassung stünden in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen. Dies ist die Kernaussage der heutigen Mitteilung. Sie wirkt nüchtern, fast technokratisch. Doch hinter der sachlichen Fassade verbirgt sich eine politische Gewichtung, die nicht übersehen werden darf.
Die Begründung der Regierung stützt sich vor allem auf die Verkehrssicherheit. Statistisch gesehen hat sich das System des Lernfahrausweises bewährt. Junge Lenker, die ab 17 Jahren unter Aufsicht üben dürfen, zeigen in der Folgezeit weniger Unfälle als es bei früheren Modellen der Fall war. Der Bundesrat argumentiert, dass die frühe Phase des Fahrens eine kritische Phase darstellt, in der Erfahrung nicht durch Theorie ersetzt werden kann. Die Praxis vor Ort, also das tatsächliche Führen eines Kraftwagens im Strassenverkehr, bleibt unersetzbar. Wer sich in Berner Autofahrschulen umhört, wird bestätigen, dass die Nachfrage nach diesem Modell stabil bleibt. Die Jugendlichen nutzen die Möglichkeit, bereits vor dem 18. Geburtstag das nötige Vertrauen in das Fahrzeug zu gewinnen. Das ist ein psychologischer Faktor, der in rein statistischen Betrachtungen oft untergeht. Er ist jedoch entscheidend für die spätere Fahrsicherheit.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die administrative Entlastung. Eine Gesetzesanpassung würde bedeuten, dass neue Verordnungen ausgearbeitet werden müssten. Das Parlament müsste sich damit befassen. Das würde Zeit kosten. Und Zeit ist...
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