SMI-Verlust unter Druck

Der Schweizer Leitindex schliesst tiefer. Das ist die nackte Tatsache, die heute Mittag um 11:00 Uhr auf den Terminals blinkt. Während die USA mit ihren Grosskonzernen punkten, bleibt die Schweiz hinter den Erwartungen zurück. Die «Magnificent 7» treiben den S&P 500 nach oben. Dort herrscht eine gewisse Gelassenheit, obwohl die geopolitischen Spannungen mit dem Iran und den daraus resultierenden Ölpreisanstiegen eigentlich Grund zur Sorge bieten müssten. Doch die US-Investoren scheinen diese Risiken aktuell zu ignorieren. Der DAX hingegen, der normalerweise oft mitzieht, schliesst tiefer. Das zeigt, wie sensibel die europäischen Märkte auf diese Unsicherheiten reagieren.

In der Schweiz sieht die Lage anders aus. Der SMI leidet unter dem Druck. Es ist nicht nur eine allgemeine Schwäche, sondern ein spezifischer Verlust, der die Stimmung drückt. Die US-Märkte bleiben im Plus. Das steht in einem krassen Kontrast zur Entwicklung hierzulande. Wer sich in Züri-Büros umhört, merkt die Differenz. Die Amerikaner feiern Tech-Gewinne. Die Schweizer müssen sich mit Verlusten herumschlagen. Der EUR/USD steht kurz vor Mittag bei 1.1685. Das ist mehr oder weniger auf dem gleichen Stand wie schon am Morgen. Eine Stabilität, die in diesem Umfeld fast schon auffällt. Doch der Wechselkurs allein erklärt den SMI-Verlust nicht.

Die Struktur der Märkte hat sich verändert. Früher zogen grosse Indizes oft synchron. Heute sieht man deutliche Entkoppelungen. Der S&P 500 profitiert von der Nachfrage nach bestimmten Tech-Werten. Diese «Magnificent 7» sind gefragter denn je. Sie ziehen das Indexgewicht nach oben. In der Schweiz fehlt dieser Anker. Hier sind es eher defensive Werte oder spezifische Gewinner wie Nestlé und Roche, die punkten. Doch sie reichen nicht, um den Gesamtindex zu halten. Die Verluste bei anderen Werten wie UBS oder Kühne + Nagel wiegen schwerer.

Die Erfahrung der letzten zwei Jahre zeigt, dass solche Phasen der Entkoppelung nicht selten sind. Besonders wenn die USA eine eigene Dynamik...