
POWELL AM 29. APRIL
Wenige Stunden vor dem historischen Moment, wie er in den letzten Tagen von der CME Group präzise prognostiziert wurde, hält die Weltatm an. Laut den neuesten Daten des CME FedWatch-Tools, die vor etwa elf Stunden aktualisiert wurden, ist der Markt für eine Zinsentscheidung bereit, die über die Stabilität der globalen Liquidität bestimmen wird. Jerome Powell wird am 29. April 2026 um 14:00 Uhr Eastern Time die Entscheidung der Federal Reserve über den Bundesleitzins bekannt geben. Dies geschieht auf dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung, dass die Fed den Bundesleitzins im März 2026 zum zweiten Mal in Folge im Bereich von 3,5 % bis 3,75 % unverändert gelassen hat.
Die Spannung ist greifbar. In den Büros von Züri, wo Analysten und Portfolio-Manager die Feinjustierung ihrer Modelle vornehmen, wird deutlich, dass keine dieser Entscheidungen im luftleeren Raum stattfindet. Die Fed hat ihre Politik zwar stabil gehalten, doch die wirtschaftlichen Indikatoren zeigen ein differenziertes Bild. Die Wirtschaftstätigkeit expandiert zwar noch solid, wie die Fed selbst betonte, doch die Arbeitsplatzgewinne bleiben niedrig, und die Inflation zeigt keine eindeutige Abkühlungstendenz. Genau hier liegt die Zutat für die Unsicherheit, die Powell am kommenden Mittwoch ausbalancieren muss.
Die globale Landschaft um die USA herum hat sich in der Zwischenzeit weiter verdichtet. Während in den Vereinigten Staaten die Fed über den genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinswende wacht, hat China seine Benchmark-Kreditzinsen unverändert gelassen, obwohl das Wirtschaftswachstum wieder anzieht. Dies reduziert die Dringlichkeit für weitere Stimulus-Maßnahmen in Peking, was Ökonomen dazu veranlasst, ihre Prognosen für Zinssenkungen zu verschieben. Eine solche Entwicklung in der größten Schwellenwirtschaft wirkt sich unweigerlich auf die Rohstoffpreise und damit indirekt auch auf die Inflationsdynamik in den USA aus. Die Verflechtung der Märkte ist heute so eng, dass eine Entscheidung in Washington direkt in Shanghai und Frankfurt nachhallt.
Auch in Europa bleibt die Lage komplex. Die Europäische...
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