SMI-Rückzug auf 13‘112

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitagabend eine deutliche Korrektur vollzogen, die die euphorischen Anfänge der Woche rasch wieder vergessen lässt. Der Swiss Market Index (SMI) verliert 1,02 Prozent auf 13‘112,63 Punkte und schliesst damit klar unter dem Niveau der Vortage. Während die Gesamtwoche bereits ein Minus von über 2 Prozent auszeichnet, zeigt der heutige Schlusskurs eine spezifische Schwächung der breiten Marktstimmung an, die sich von den einzelnen Gewinnern abhebt. Es ist ein Rückzug, der zwar nicht panisch wirkt, aber doch die Grenzen der aktuellen Aufwärtsdynamik aufzeigt. Wer sich in Zuger Finanzkreisen umhoert, merkt, dass die Zuversicht der vergangenen Monate jetzt auf harte Fakten geprüft wird. Die Anleger scheinen vor dem Wochenende vorsichtiger zu werden, was in der aktuellen Lage durchaus vernünftig ist.

Im Zentrum der Diskussion steht dabei die Diskrepanz zwischen den Indexgewichten und der tatsächlichen Marktbreite. Nestlé treibt die Gewinne im SMI, doch das allein reicht nicht mehr aus, um den Gesamtmarkt zu tragen. Der Lebensmittelriese schloss mit deutlichen Kursgewinnen, die auf seine über den Erwartungen liegenden Wachstumszahlen für das erste Quartal zurückzuführen sind. Diese fundamentale Stärke von Nestlé ist unbestritten und bietet dem Index ein gewisses Stabilisierungsgerüst. Doch wenn man tiefer in die Struktur des SMI blickt, wird deutlich, dass viele der anderen Schwergewichte nicht die gleiche Dynamik aufweisen. Roche beispielsweise hatte in der Vergangenheit als Motor gedient, doch auch hier zeigt sich, dass einzelne positive Meldungen wie die von Roche (+3.8% in früheren Phasen) oder Nestlé (+5.9% in jüngeren Analysen) nicht mehr ausreichen, um den negativen Impuls der breiteren Masse aufzufangen.

Die Situation wird durch makroökonomische Unsicherheiten verschärft, die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) selbst angesprochen wurden. SNB-Präsident Thomas Jordan warnte jüngst vor einer «sehr unsicheren» globalen Wirtschaftslage, die durch den Nahost-Konflikt und die daraus resultierenden hohen Energiepreise getrieben wird. Diese Aussage hat Gewicht, denn sie bestätigt,...