Vor vier Jahren hat die US-Arzneimittelbehörde das erste Arzneimittel zugelassen, dessen Wirkstoff im Kern menschlicher Kot ist. Heute testet die Krebsmedizin genau diese Logik. Was bisher belegt ist, was nicht, und warum die Schweiz dabei eine Rolle spielen könnte.
Im November 2022 hat die FDA in den USA Rebyota zugelassen, ein Mittel gegen die Darminfektion Clostridioides difficile, das rektal verabreicht wird und aus dem Stuhl gesunder Spender gewonnen wird. Im April 2023 folgte Vowst, diesmal eine Kapsel zum Schlucken. In Australien lief parallel mit Biomictra das weltweit erste regulatorisch genehmigte Produkt dieser Art. Eine ärztliche Notlösung, die jahrzehntelang als Bastelmedizin galt, ist innerhalb weniger Monate zur regulären Pharmazie geworden. Der Stoff ist uralt, die Logik ist neu, und die Frage lautet, wohin die Reise geht.