Neun Millionen Menschen, vier Urnengänge pro Jahr, und drei Hebel, die in keiner anderen Verfassung der Welt so direkt greifen. Warum funktioniert das Modell ausgerechnet hier, viermal pro Jahr, gegen den Willen der eigenen Eliten?
Am 14. Juni 2026 standen die Schweizerinnen und Schweizer wieder an der Urne. Drei Vorlagen, über die in Berlin, Paris oder Brüssel nicht einmal abgestimmt würde. Die Stimmbeteiligung lag bei rund 58 Prozent. Parallel dazu liefen in den Kantonen Graubünden, Waadt und St. Gallen kantonale Vorlagen, fünf weitere an der Zahl. Insgesamt standen an diesem Sonntag über zwei Millionen Stimmberechtigte vor Entscheidungen, die in der EU ein Parlament allein getroffen hätte. Das ist nicht Ausnahme. Es ist der Normalfall der Schweizer Demokratie.