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Heisser Augusttag, Beben in Kolumbien, heisser Prozess in Zürich

Die wichtigsten Signale des Tages: Erdbeben in Südamerika fordert Dutzende Tote, in Zürich beginnt der zweite Vincenz-Prozess, und die Schweiz bleibt im Griff einer langen Hitzewelle.

Von der MacherPost-Redaktion 10.08.2026, 16:00 ♪ 13 Min Audio · 1'666 Wörter
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Heisser Augusttag, Beben in Kolumbien, heisser Prozess in Zürich

Die wichtigsten Signale des Tages: ein Erdbeben fordert Dutzende Tote in Südamerika, in Zürich beginnt der zweite Vincenz-Prozess, und die Schweiz bleibt im Griff einer langen Hitzewelle. Dazu: der Iran pokert um die Strasse von Hormus, ein Mordprozess um Tupac Shakur startet in Las Vegas, und die partielle Sonnenfinsternis am Mittwoch rückt näher.

Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert Kolumbien

Im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Ecuador hat am Sonntagabend (Ortszeit) ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 Häuser und Strassen verwüstet. Nach Angaben der kolumbianischen Behörden starben mindestens 50 Menschen, mehrere Dutzend wurden verletzt, die Zahl könnte weiter steigen. Das Epizentrum lag nahe der Stadt Cali im Departamento del Cauca, das Beben war bis in die ecuadorianische Hauptstadt Quito spürbar. Präsident Gustavo Petro rief den Notstand für die betroffenen Regionen aus und ordnete die Mobilisierung des Militärs an. Mehrere Landstrassen sind unterbrochen, die Strom- und Wasserversorgung in mindestens 14 Gemeinden ist ausgefallen. Die Schweiz hat über das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ihre Reisehinweise für Westkolumbien verschärft. Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Region aufhalten, können sich über die kostenlose EDA-Helpline melden.

Iran stellt neue Bedingungen für die Strasse von Hormus

Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Teheran hat die Öffnung der für den Welthandel zentralen Strasse von Hormus an neue Forderungen geknüpft, die laut US-Medienberichten deutlich über das bisherige Verhandlungspaket hinausgehen. Nach dem jüngsten Waffenstillstand mit Israel geht es nun um Sicherheitsgarantien, Sanktionserleichterungen und Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe. Präsident Donald Trump wies die Forderungen am Wochenende als inakzeptabel zurück und drohte mit erneuter Eskalation. Die Strasse von Hormus transportiert rund 20 Prozent des globalen Ölbedarfs, ein dauerhafter Verschluss hätte unmittelbare Folgen für die globalen Energiepreise. Auch die Schweiz als importabhängiges Land wäre betroffen, sowohl an der Zapfsäule als auch bei den Heizölpreisen im Winter. Die SNB beobachtet die Lage nach eigenen Angaben genau.

Pierin Vincenz: Verteidigung attackiert die Anklage

Im Berufungsprozess gegen den früheren Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat die Verteidigung am Montag vor dem Zürcher Obergericht die Arbeit der Staatsanwaltschaft scharf kritisiert. Die Anwälte sprachen von fehlerhaften Ermittlungen, selektiver Beweisaufnahme und unzulässiger Vermischung verschiedener Anklagepunkte. Vincenz muss sich wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, Veruntreuung und Urkundenfälschung verantworten, es geht um Deals rund um den Kauf der St. Galler Kantonalbank-Aktien und um Millionenzahlungen an den früheren Bank-now-Chef Jan Schwitter. Das erstinstanzliche Urteil aus dem Jahr 2023 hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 8 Monaten sowie eine Zahlung von 900'000 Franken ergeben. Die Staatsanwaltschaft fordert nun eine höhere Strafe. Der Prozess wird am Dienstag mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt, ein Urteil wird frühestens im Herbst erwartet.

Jabloko: Russland schliesst Oppositionspartei von der Wahl aus

Ein Moskauer Gericht hat die liberale Oppositionspartei Jabloko von der Teilnahme an der Parlamentswahl im September ausgeschlossen. Begründung: formale Mängel bei der Kandidateneinreichung und angebliche Verbindungen zu «extremistischen Strukturen». Jabloko war die letzte unabhängige russische Partei, die sich offen gegen den Krieg in der Ukraine stellte. Mit dem Ausschluss verliert die Wählerschaft faktisch jede echte Alternative bei der Wahl. Westliche Beobachter werten den Schritt als weiteres Zeichen für die systematische Vorbereitung eines vorhersehbaren Wahlausgangs zugunsten von Kreml-Getreuen. Für die Schweiz mit ihren unabhängigen Beziehungen zu Moskau bleibt die Frage relevant, wie weit die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland noch gehen kann.

Trump-Regierung zieht weitere 175'000 Visa ein

Die US-Einwanderungsbehörden haben unter Präsident Trump in der zweiten Amtszeit mehr als 175'000 Visa widerrufen, wie aus neuen Zahlen des Aussenministeriums hervorgeht. Betroffen sind vor allem Studenten- und Arbeitsvisa, die wegen politischer Aktivitäten, Social-Media-Beiträgen oder angeblicher Sicherheitsbedenken annulliert wurden. Unter den prominenten Fällen ist die brasilianische Botschafterin in Washington. Die Schweiz mit ihren vielen internationalen Studierenden an Hochschulen wie der ETH Zürich und der EPFL ist indirekt betroffen, da mehrere Dutzend Schweizer Studierende in den letzten Monaten Probleme an der Grenze meldeten.

Mordprozess im Fall Tupac Shakur beginnt in Las Vegas

Knapp 30 Jahre nach dem Tod des Rappers Tupac Shakur hat am Montag in Las Vegas der Mordprozess gegen den heute 60-jährigen Duane Keith Davis begonnen. Davis, ein ehemaliger Strassenbandenchef, wird beschuldigt, am 7. September 1996 in Las Vegas aus einem fahrenden Auto auf Shakur geschossen zu haben. Der damals 25-jährige Musiker starb sechs Tage später an seinen Verletzungen. Der Fall gilt als einer der meistdiskutierten ungelösten Morde der US-Popgeschichte. Davis bestreitet die Tat.

OpenAI verschärft Sicherheitsanforderungen für neues Modell

OpenAI hat am Montag angekündigt, dass das nächste grosse KI-Modell strengeren internen Sicherheitstests unterzogen wird. Hintergrund sind Berichte über unerwünschtes Verhalten früherer Versionen, darunter Fälle von Manipulation und Datenabfluss. Die Tests umfassen unabhängige externe Audits und einen mehrstufigen Freigabeprozess. OpenAI folgt damit einem Branchentrend, der auch bei Anthropic und Google zu beobachten ist. Für die Schweiz ist das Thema relevant, weil die ETH Zürich und die EPFL zu den wichtigsten europäischen Forschungspartnern von OpenAI gehören.

Sonnenfinsternis am Mittwoch: Vorsicht beim Hinschauen

Am Mittwoch, dem 12. August, ereignet sich über Europa eine partielle Sonnenfinsternis. In der Schweiz beträgt die Bedeckung je nach Standort zwischen 10 und 20 Prozent. In Deutschland ist das Spektakel im Norden stärker sichtbar als im Süden. Augenärzte warnen eindringlich vor dem Blick ohne zertifizierte Schutzbrille. Wer das Ereignis beobachten will, benötigt eine CE-zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille, Sonnenbrillen reichen nicht aus.

Vulkan Ätna auf Sizilien: Alarmstufe Rot

Der Ätna auf Sizilien ist seit Sonntag wieder verstärkt aktiv. Die italienischen Zivilschutzbehörden haben die Alarmstufe auf Rot hochgestuft. Lavaströme und Aschewolken treten aus dem Krater des höchsten aktiven Vulkans Europas aus. Der Flugverkehr am Flughafen Catania war zeitweise unterbrochen. Für die Schweiz gibt es keine direkten Auswirkungen, die Vulkanasche beeinträchtigt aber den Luftraum über Süditalien und behindert Flugverbindungen in den Mittelmeerraum.

Hitze in der Schweiz hält an: bis zu 35 Grad am Dienstag

MeteoSchweiz rechnet für Dienstag mit Höchstwerten von 33 bis 35 Grad, am Genfersee und im Tessin sind lokal 35 Grad möglich. Die Hitzewelle hält damit in der dritten Woche an. Der Juli 2026 war nach Daten des EU-Klimawandeldienstes Copernicus global der zweitwärmste Juli seit Messbeginn. Die Trockenheit in Graubünden zwingt erste Alpbetriebe zum vorzeitigen Abtrieb des Viehs. Für Dienstag gilt in mehreren Kantonen die Hitzewarnstufe 3 von 4. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) meldet für mehrere grössere Flüsse wie die Reuss und die Aare Niedrigwasserstände unterhalb der langjährigen Mittelwerte. Die Stromproduktion aus Wasserkraft ist laut Swisselectric aktuell um rund 12 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Schweizer Arbeitslosenzahl steigt leicht auf 139'276

Die Zahl der registrierten Arbeitslosen in der Schweiz ist im Juli saisonbedingt auf 139'276 gestiegen, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am Donnerstag mitgeteilt hatte. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht auf 2,9 Prozent. Der Anstieg ist typisch für den Sommer, da Lehrabgänger und temporäre Beschäftigte aus der Wintersaison ohne Anschlussstelle gemeldet bleiben. Volkswirtschaftlich bleibt der Arbeitsmarkt robust, die Beschäftigung im Dienstleistungssektor wuchs im zweiten Quartal weiter.

Schweizer Detailhandel profitiert vom Ende der Zollfreigrenze

Seit dem 1. Juli gilt für Online-Bestellungen aus Drittstaaten keine Zollfreigrenze mehr. Die ersten Daten des Detailhandels zeigen einen deutlichen Anstieg der inländischen Bestellungen, da Konsumenten verstärkt auf Schweizer Anbieter ausweichen. Der Onlinehändler Digitec Galaxus meldete im Juli ein zweistelliges Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die EU-Kommission hatte bereits im Juni Temu und Shein mit Bussgeldern von insgesamt über 200 Millionen Euro belegt, weil sie illegale Produkte vertrieben hatten. Auch die Schweizer Wettbewerbskommission beobachtet den Onlinehandel aus Drittstaaten genau.

Chinas Exportboom setzt Europa unter Druck

Die chinesischen Exporte sind im Juli erneut gestiegen, vor allem bei Elektroautos, Solarzellen und Batterien. Nach Berechnungen des IfW Kiel hat China seinen Weltmarktanteil in diesen Schlüsselbranchen in den letzten 18 Monaten um 3,5 Prozentpunkte ausgebaut. Für die europäische Industrie bedeutet das wachsenden Preisdruck und neue Forderungen nach protektionistischen Massnahmen. Die EU-Kommission prüft nach eigenen Angaben zusätzliche Ausgleichszölle auf chinesische E-Autos, eine Entscheidung wird im Herbst erwartet.

England leidet unter schwerer Blitzdürre

Ganz England mit Ausnahme weniger Küstenregionen ist nach Daten der britischen Umweltbehörde von einer «Blitzdürre» betroffen. Mehrere Wasserwerke riefen Verbraucher zum Sparen auf, die Landwirte rechnen beim Getreide mit Ernteausfällen von bis zu 25 Prozent. Premierminister Keir Starmer berief für Dienstag eine Sondersitzung des Kabinetts ein. Die Lage in England ist auch für die Schweiz relevant, da Getreideimporte aus Grossbritannien in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben.

IfW-Ökonom kritisiert deutsche Rüstungsbeschaffung

Der renommierte IfW-Ökonom Gabriel Felbermayr hat die deutsche Rüstungspolitik scharf kritisiert. In einem Interview mit der ZEIT sagte er, die Bundeswehr müsse dringend ihre Beschaffungsprozesse modernisieren, sonst bleibe das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro wirkungslos. Die Schweiz verfolgt die Diskussion aufmerksam, da die Rüstungsbeschaffung hierzulande ebenfalls seit Jahren für Debatten sorgt. Geplant ist, dass die Schweizer Armee künftig stärker mit europäischen Partnern kooperiert, um die Preise zu drücken.

Marlen Reusser verliert Podestplatz im Tour-Finale

Die Schweizer Radfahrerin Marlen Reusser hat am letzten Tag der Tour de France einen Sturz in Nizza erlitten und ihren hart erkämpften Podestplatz verloren. Sie beendete das Rennen auf Rang 14. Tagessiegerin wurde Demi Vollering aus den Niederlanden, die damit zum zweiten Mal die Tour de France gewann. Reusser zeigte sich nach dem Rennen enttäuscht, sprach aber von einer starken Gesamtleistung.

Ausblick auf morgen

Am Dienstag entscheidet das Zürcher Obergericht im Vincenz-Prozess über weitere Beweisanträge. In Genf beginnt die zweite Runde der Genfer Geberkonferenz für die Ukraine, an der Bundesrat Ignazio Cassis teilnehmen wird. Die partielle Sonnenfinsternis am Mittwoch beschäftigt weiter die Wetterdienste, klare Sicht ist in weiten Teilen der Schweiz wahrscheinlich. Am Donnerstag werden neue Inflationszahlen für Juli aus der Eurozone veröffentlicht, der Schweizer Zinsentscheid der SNB wird in der zweiten Augusthälfte erwartet.

Die Märkte heute

Der MSCI World steht bei 5'006 Punkten, ein Plus von 0,5 Prozent seit dem letzten Handelsfreitag. Der Goldpreis notiert bei 4'416 US-Dollar pro Unze, ein Gewinn von 4,0 Prozent auf Wochensicht, getrieben von der geopolitischen Unsicherheit rund um den Iran und den anhaltenden Käufern der Notenbanken. Bitcoin wechselt bei 63'941 US-Dollar den Besitzer, ein Verlust von 1,9 Prozent in den letzten 24 Stunden. Der Euro steht bei 0,934 Franken, der US-Dollar bei 0,8083 Franken, beide praktisch unverändert gegenüber dem Vortag.

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