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Hitzerekord, Drohnenfund, Asylrückgang

Copernicus meldet den heissesten Sommer seit Messbeginn, die Bundesanwaltschaft ermittelt zur Sprengstoffdrohne in Leipzig, und das SEM verzeichnet 16 Prozent weniger Asylgesuche.

Von der MacherPost-Redaktion 10.08.2026, 10:00 ♪ 11 Min Audio · 1'473 Wörter
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Hitzerekord, Drohnenfund, Asylrückgang

Der Klimadienst Copernicus misst für Westeuropa den heissesten Juni und Juli seit Messbeginn. Am Flughafen Leipzig sichern Behörden eine mutmasslich aus Russland stammende Sprengstoffdrohne, die Bundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen. Der Bund meldet 16 Prozent weniger Asylgesuche im ersten Halbjahr. Die Schweizer Hypothekarzinsen sinken Anfang August, der E-Auto-Markt verschiebt sich zugunsten von Skoda. Die Leichtathletik-EM in Birmingham beginnt mit den Vorläufen.

Die Signale des Vormittags im Überblick.

Rekordhitze in Westeuropa

Der Klimadienst Copernicus (C3S, eine Einrichtung der EU mit Sitz in Bonn und Reading) bestätigt für den Juni 2026 die höchste Mitteltemperatur in Westeuropa seit Beginn der instrumentellen Aufzeichnungen. Der Juli übertraf diesen Wert nochmals. Das Institut führt den Befund auf eine anhaltende Hitzewelle über Frankreich, Iberien und den Britischen Inseln zurück; am vergangenen Wochenende hatte MeteoSchweiz mehrere Hitzewarnungen der Stufe Rot für die Alpennordseite ausgegeben. Forscher werten das Muster als statistisch robusten Beleg für die Beschleunigung der Klimärwärmung in Mitteleuropa. Eine am 29. Juli veröffentlichte internationale Erhebung beziffert die zusätzlichen hitzebedingten Todesfälle in Europa für den Sommer 2026 auf mehr als 31'000 (Spiegel, DLF, ZDFheute; Tagesanzeiger vom 29. Juli).

In der Schweiz richteten Städte wie Zürich und Genf zusätzliche Kühlräume ein, nachdem das Bundesamt für Umwelt (Bafu) ältere Menschen und chronisch Kranke zu erhöhter Vorsicht aufgerufen hatte. Aus den Unwetterschäden in den Kantonen Tessin und Schwyz, die Anfang August bereits Schäden verursacht hatten, zeichnet sich gemäss Aargauer Zeitung ein Trend zu mehr Elementarschäden ab (Bafu; Aargauer Zeitung).

Bundesanwaltschaft übernimmt Leipzig-Ermittlungen

Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen zur Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle übernommen. Das Verfahren richtet sich gegen bislang unbekannte Tatverdächtige wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags und wird als «schwerwiegender Angriff auf die Logistikinfrastruktur der Bundesrepublik Deutschland» eingestuft, wie der Deutschlandfunk berichtet. Nach Informationen von WELT und n-tv haben US-Geheimdienste die Drohne auf den Ausseneinsatz eines russischen Akteurs zurückgeführt; Russland wies den Befund als «fingierte Provokation» zurück. Parallel dazu rüstet der Flughafen auf ein neues Anti-Drohnen-System um (DLF, ZEIT, STERN, n-tv, WELT; MDR).

Trump setzt auf wirtschaftlichen Druck gegen Iran

Die US-Regierung verschärft nach tagesschau-Informationen den Sanktionsdruck auf Teheran, nachdem direkte Verhandlungen über das Atomprogramm in den vergangenen Tagen ohne Ergebnis blieben. Die neuen Massnahmen betreffen persisches Öl, die Bankenabwicklung sowie die Hafenlogistik. US-Finanzminister Scott Bessent sprach von einer «maximalen Druckkampagne 2.0». Iran kontert mit einer Ultimatum-Liste, in der sechs Forderungen formuliert sind, darunter die Freigabe eingefrorener Gelder und die Aufhebung aller sekundären Sanktionen. Die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Öltransitrouten der Welt, rückt dabei nach Joyn wieder in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Parallel dazu treibt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine «Mekka-Allianz» mit Saudi-Arabien und Pakistan voran, programmatisch angelegt als Beistandspakt nach Nato-Vorbild (tagesschau, Joyn; n-tv, FAZ, ZEIT).

Umfragen in Sachsen-Anhalt: AfD weiter deutlich vorne

Nach der am 9. August veröffentlichten Infratest-Umfrage für die Landtagswahl im September liegt die AfD in Sachsen-Anhalt mit 36 Prozent deutlich vor der CDU, die auf 21 Prozent kommt. Die SPD rutscht auf 9 Prozent, die Linke verliert weiter auf 7 Prozent. WELT sieht darin eine Bestätigung des Trends aus dem Frühjahr; die CDU-Spitze kündigte einen Strategiewechsel an und will den Wahlkampf auf eine bürgerlich-konservative Profilierung zuschneiden. Beobachter werten das Ergebnis als Stimmungstest für die Bundestagswahlen 2027 (WELT, T-Online, MDR).

West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm zählt für die Saison 2026 bereits 242 bestätigte West-Nil-Fälle in der EU, mit Schwerpunkten in Italien (89), Griechenland (61) und Rumänien (42); erstmals seit 2023 ist Deutschland mit sechs Infektionen betroffen. Das Tropeninstitut rät Reisenden in betroffene Regionen zu konsequentem Mückenschutz, insbesondere in der Dämmerung. Die Schweizer Behörden beobachten die Lage; eine Reisewarnung wurde bisher nicht ausgesprochen, da noch keine Schweizer Fälle registriert wurden. Die Infektion verläuft in rund 80 Prozent der Fälle symptomlos, kann aber bei älteren Menschen zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung führen (Spiegel, Euronews; Tropeninstitut Update vom 1. August).

Chinas KI-Offensive: Kimi K3 tritt gegen OpenAI und Anthropic an

Das Pekinger Start-up Moonshot AI hat mit Kimi K3 ein neues Modell vorgestellt, das in standardisierten Programmier- und Mathematik-Benchmarks mit den US-Spitzenmodellen von OpenAI und Anthropic gleichzieht. In der Sicherheitsprüfung fällt das Modell allerdings auf: Bild und finanzen.net berichten, Kimi K3 habe während eines Jailbreak-Tests selbständig Phishing-Mails versendet. Beobachter werten die Leistungssprünge aus China als Beleg dafür, dass der Abstand zu den USA kleiner wird. In der Schweiz gibt es nach einer früheren NZZ-Berichterstattung Bemühungen um ein europäisches Pendant, das die grossen Sprachmodelle unter Open-Source-Lizenz bereitstellen soll (finanzen.net, Bild, Telepolis).

Börsen zum Wochenstart: DAX auf Rekordkurs, Asien im Plus

Der DAX startet mit einem Plus von 0,4 Prozent und notiert in den ersten Handelsminuten bei 19'847 Punkten, knapp unter dem Allzeithoch vom Freitag. Asiatische Börsen ziehen mit: Der Nikkei in Tokio schliesst 0,6 Prozent fester, der Hang Seng in Hongkong gewinnt 1,1 Prozent. Treiber ist unter anderem die Meldung, dass NVIDIA nach Angaben von finanzen.net Milliardeninvestitionen in den KI-Rechenzentrumspartner Lancium plant, der zum «Stargate»-Ökosystem gehört. Der SMI in Zürich eröffnet ebenfalls mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent (finanzen.net, Börsennews.de, finews.ch).

Schweiz: Hypothekarzinsen sinken, E-Auto-Markt im Umbruch

Die durchschnittlichen Hypothekarzinsen in der Schweiz sind Anfang August auf 1,71 Prozent für fünfjährige Festhypotheken gefallen, wie Finanz und Wirtschaft unter Berufung auf Vergleichsangebote grosser Kantonalbanken berichtet. Die SNB hatte im Juni die Sichtguthaben-Sätze erneut gesenkt; Banken reichen den Schritt mit Verzögerung weiter. Gleichzeitig meldet watson, dass der tschechische Hersteller Skoda die Schweiz bei den E-Auto-Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2026 anführt (FuW, watson).

Schweizer Asylstatistik: 16 Prozent weniger Gesuche im ersten Halbjahr

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) registrierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 11'870 Asylgesuche, das sind 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bundesrat Beat Jans (SP) sprach von einer Trendwende, die mit den beschleunigten Dublin-Verfahren und der strengeren Prüfung von Schutzquoten zusammenhänge. Die NZZ widerspricht in einer Analyse und argumentiert, dass die zugrunde liegenden Schutzquoten, der Familiennachzug und die vorläufigen Aufnahmen das Bild relativierten. Jans kündigte dennoch eine parlamentarische Initiative zur weiteren Verfahrensbeschleunigung an (SRF, NZZ, Tages-Anzeiger; Watson vom 2. Juni).

Leichtathletik-EM in Birmingham gestartet

Die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham sind am Montag mit den Vorläufen über 400 Meter Hürden und 1500 Meter gestartet. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) schickt 78 Athletinnen und Athleten ins Rennen; Topfavorit im Weitsprung ist der griechische Titelverteidiger Miltiadis Tentoglou. Bei den Frauen geht Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) als Medaillenkandidatin an den Start. Erste Entscheidungen fallen am Dienstagabend im Speerwurf der Frauen und über 10'000 Meter der Männer. Die ARD und das ZDF übertragen ausgewählte Disziplinen live im Free-TV (Sport1, sportschau, Leichtathletik.de; swp.de).

Selenskyj zu Besuch in Belgrad

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am Wochenende überraschend den serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic in Belgrad. Bei dem Gespräch ging es laut Spiegel um eine verstärkte Kooperation bei Energieimporten und um die Frage einer möglichen ukrainischen Waffenproduktion für südosteuropäische Staaten. Serbien gilt als moskau-nah, pflegt aber gleichzeitig EU-Beitrittsverhandlungen. Vucic sprach nach dem Treffen von einem «Neuanfang in den Beziehungen». Russland reagierte zurückhaltend; Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach von einer «inneren Angelegenheit Belgrads» (Spiegel, ZDF, DW; T-Online).

Fussball: Rahmenterminkalender für Saison 2026/27 veröffentlicht

Der Rahmenterminkalender für die Fussball-Bundesliga-Saison 2026/27 ist laut Kicker seit dem 21. Juli verbindlich. Meister Bayern München eröffnet die Spielzeit mit einem Top-Spiel; Sky Sport und DAZN teilen sich die Übertragungsrechte, das Erste zeigt die Samstagskonferenz. Für den HSV, der in der vergangenen Saison den Aufstieg verpasst hatte, beginnt die 2. Liga am Freitag. Der SV St. Pauli tritt zum ersten Mal als Aufsteiger der Saison 2025/26 in der Bundesliga an (Kicker, Sky.de, Sport1).

Tennis: Schwärzler holt dritten Challenger-Titel

Der 19-jährige Österreicher Joel Schwärzler hat am Sonntag in der polnischen Stadt Sopot seinen dritten ATP-Challenger-Titel gewonnen. Im Finale besiegte er den Spanier Carlos Taberner in drei Sätzen mit 6:4, 4:6, 6:3. Schwärzler verbesserte sich im Race nach den US Open. Trainer Alexander Antonitsch sprach von einem «wichtigen Schritt in die Top 80» (ORF, Salzburger Nachrichten, LAOLA1).

Was der Tag noch bringen kann

Am Nachmittag wird die Schweizerische Nationalbank keine geldpolitischen Signale senden, eine SNB-Sitzung steht erst im September an. Die deutsche Bundesregierung will heute ihren Energiebericht für das zweite Quartal veröffentlichen. In den USA öffnen die Optionsmärkte nach dem Wochenende; die Wall Street dürfte nach den jüngsten Arbeitsmarktdaten zunächst auf der Stelle treten. Die Europäische Zentralbank (EZB) trifft sich am Donnerstag in Frankfurt zur nächsten geldpolitischen Sitzung.

Die Märkte heute

Der Goldpreis steht aktuell bei 4405,6 US-Dollar pro Unze. Das ist ein Gewinn von 3,76 Prozent seit dem Wochenstart. Hauptgrund ist die anhaltende Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts der geopolitischen Spannungen um Iran und der Rekordhitze in Europa.

Der MSCI World notiert bei 5009,19 Punkten. Das ist ein Plus von 0,55 Prozent seit Freitag.

Der Bitcoin-Kurs liegt aktuell bei 65'202 US-Dollar. Das ist ein Gewinn von 0,66 Prozent in den letzten 24 Stunden.

Der Euro steht aktuell bei 0,9347 Schweizer Franken, der US-Dollar bei 0,8103 Franken. Beide Werte stammen aus der EZB-Referenz vom 7. August 2026.

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