Die Schweiz ist 2026 so konfessionslos wie nie. Die Menschen hören nicht auf zu suchen. Sie suchen nur an anderen Orten.
Im Jahr 1970 gehörte rund ein Prozent der Schweizer Bevölkerung keiner Konfession an. Fünfzig Jahre später sind es 36,8 Prozent der Erwachsenen, also erstmals mit Abstand die grösste Gruppe im Land. Die katholische Kirche zählt noch 2,73 Millionen Mitglieder, 70'000 weniger als im Vorjahr. Die evangelisch-reformierte kommt auf 1,78 Millionen, 80'000 weniger. Der Schwung der Austritte hat seit dem Rekordjahr 2023 nachgelassen, der Trend selbst ist ungebrochen. Was diese Zahlen zusammen mit der Einsamkeitsepidemie der Weltgesundheitsorganisation erzählen, ist die Frage dieses Berichts: Wohin wandert der Halt, den die grossen Kirchen nicht mehr geben, und was kommt dort an?