Die Architektur von 1945 trifft auf eine multipolare Welt mit drei offenen Grosskonflikten. Eine Reform scheitert an den fünf Vetomächten selbst.
Am 7. April 2026 legten China und Russland im UN-Sicherheitsrat ihr Veto gegen den Resolutionsentwurf S/2026/273 ein. Es ging um die Lage im Nahen Osten im Kontext der Strasse-von-Hormuz-Krise, einer militärischen Eskalation, die in den Wochen zuvor die Ölversorgung des Weltmarkts bedroht hatte. Der Entwurf fiel, kein bindender Beschluss existiert. Der Vorfall war das erste Veto des Jahres 2026. Er reiht sich ein in eine Kette von 11 Blockaden aus den letzten 17 Monaten, verteilt auf drei Konflikte: Gaza, Ukraine und jetzt Hormuz. Die interessantere Frage ist: Warum ist die Institution, die den Weltfrieden sichern soll, bei jedem dieser drei Konflikte funktional ausgefallen?