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Iran-Krieg drückt US-Jobs, Waldbrände in Europa, Post wird teurer

Abend-Briefing mit Iran-Deal, Post-Preisen und Tessiner Regierungswechsel

Von der MacherPost-Redaktion 07.08.2026, 16:00 ♪ 12 Min Audio · 1'584 Wörter
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Iran-Krieg drückt US-Jobs, Waldbrände in Europa, Post wird teurer

Die US-Wirtschaft verliert im Juli überraschend 23'000 Stellen, während in Europa und der Schweiz die nächste Hitzewelle anrollt. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan besiegeln einen Verteidigungspakt nach Nato-Vorbild. Und die Schweizer Post erhöht zum Jahreswechsel die Briefpreise.

US-Arbeitsmarkt: Iran-Krieg drückt die Jobmaschine

Die US-Wirtschaft hat im Juli überraschend 23'000 Stellen abgebaut. Die Arbeitslosenquote sank zugleich leicht auf 4.1 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte (AP). Es ist der erste deutliche Beschäftigungsverlust seit Monaten; bislang waren die Arbeitgeber zwar zurückhaltend beim Einstellen, aber kaum beim Entlassen. Volkswirt Sal Guatieri von BMO Capital Markets sieht den Grund im «Iran-Krieg, der die Energiepreise nach oben getrieben und die Familienbudgets belastet hat». Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war zuletzt auf den niedrigsten Stand seit über 50 Jahren gefallen. Arbeitgeber, die nach den Lieferengpässen der Covid-Jahre jede Stelle doppelt prüfen, halten an ihrem Personal fest. Gleichzeitig berichtet der Lohnverarbeiter ADP für Juli über 7 Prozent mehr Lohn beim Jobwechsel, das stärkste Jahresplus seit fast einem Jahr. In den ersten sieben Monaten 2026 stellten US-Arbeitgeber im Schnitt 61'000 Personen pro Monat ein, nach nur 9'700 im schwachen Jahr 2025.

Trump sucht den Hormuz-Deal mit dem Iran

Die US-Regierung arbeitet nach Angaben von Präsident Donald Trump an einer Vereinbarung mit dem Iran über die Strasse von Hormuz, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte laufen. Ein erfolgreicher Deal werde «Kompromisse von Trump erfordern», schreibt die AP und verweist auf nicht näher genannte Diplomaten. Zugleich warnt die US-Seite, ein Scheitern der Gespräche werde die militärische Präsenz im Golf weiter erhöhen. Eine Sprecherin des Weissen Hauses sagte, Trump habe ein «Faustpfand» an Militär und Sanktionen aufgebaut, um Teheran an den Tisch zu zwingen. Die Republikanerin Blanche, deren Ernennung zur Justizministerin am Senat zu scheitern droht, hat unterdessen nach dem Iran-Krieg mit sinkender Moral in der Truppe zu tun. Senatorin Lisa Murkowski kündigte am Donnerstag ihren Widerstand an.

Waldbrände in Südeuropa, Hitzewelle trifft auch die Schweiz

In Griechenland dehnen sich die Waldbrände weiter aus. In der Region Thessaloniki brennen Häuser, ein Löschhubschrauber ist abgestürzt, die Verletztenzahl stieg nach Angaben der Feuerwehr auf über 20. In Südwest-Frankreich kämpfen 1'200 Feuerwehrleute gegen Flammen bei Lanton, nördlich von Bordeaux. Auch in Italien, Spanien und auf dem Balkan lodern Brände. Europa erwärmt sich nach Daten des EU-Klimadienstes Copernicus seit den 1990er-Jahren fast doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, die Jahresmitteltemperatur liegt bereits 1.6 Grad über dem Niveau von vor 30 Jahren. In der Schweiz kündigt SRF Meteo eine kurze Hitzepause an: Ab Freitag gehen die Temperaturen vorübergehend zurück, die Schwüle nimmt markant ab. Der Sommer 2026 dürfte nach Einschätzung des Klimahistorikers Christian Pfister in die Nähe des Hitzesommers 1540 rücken, als wochenlang kaum ein Tropfen Regen fiel. Im Wallis erinnert sich die Bevölkerung dieser Tage an den Brand von Bitsch im vergangenen Jahr, der Hunderte Hektar Wald vernichtete.

Schweizer Post erhöht A-Post um 20 Rappen

Die Schweizer Post passt ihre Briefpreise an. Ab dem 1. Januar 2027 kostet ein A-Post-Standardbrief 1.30 Franken statt 1.10 Franken, ein B-Post-Brief steigt um 10 Rappen. Das hat die Post nach Verhandlungen mit dem Preisüberwacher bekannt gegeben (SRF). Die Gewichtsstufen ändern sich ebenfalls: Die Standardkategorie umfasst neu Briefe bis 50 Gramm statt bis 100 Gramm, wovon rund 95 Prozent aller bisherigen Standardbriefe betroffen sind. Die Listenpreise für nationale und internationale Pakete bleiben unverändert. Verzichten muss die Post auf Anpassungen bei Dienstleistungen wie «Post umleiten» oder «Post nachsenden». Die Preiserhöhung war ursprünglich höher beantragt worden. Die Post verteilte 2025 insgesamt mehr Pakete und weniger Briefe als im Vorjahr, der Umsatz und der Gewinn sanken.

Schweizer Wirtschaft: Vincenz-Prozess und Easyjet-Übernahme

Im Strafverfahren gegen den früheren Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz rechnet der Wirtschaftsstrafrechtler Peter V. Kunz damit, dass sein Mandant nie ins Gefängnis gehen wird. «Die Beweislage war schon vor dem Bezirksgericht Zürich nicht ausreichend für ein hartes Urteil», sagte Kunz im SRF-Interview. Möglich sei eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten, die bedingt vollziehbar wäre. Vor dem Bundesgericht ist zudem eine Beschwerde hängig, die Verfahrensmängel der Staatsanwaltschaft rügt. Unterdessen übernimmt der US-Finanzinvestor Apollo den britischen Billigflieger Easyjet für 5.7 Milliarden Pfund, umgerechnet rund 6.7 Milliarden Franken. Gründer Stelios Haji-Ioannou und seine Familie unterstützen die Offerte, nachdem der Konkurrent Castlelake seinen Übernahmeversuch nach fünf Geboten aufgegeben hatte. Die Easyjet-Aktie hatte sich seit dem Bieterstreit im Mai mehr als verdoppelt.

Tanker mit 110'000 Tonnen Öl vor Oman leckgeschlagen

Rund 110 Kilometer vor der Küste des Omans liegt ein Tanker mit etwa 110'000 Tonnen Rohöl auf Grund. Das entspricht fast der dreifachen Menge der Exxon-Valdez-Katastrophe vor Alaska 1989. Greenpeace warnt vor einer ökologischen Katastrophe, weil das Schiff nach Recherchen der Organisation weder über eine angemessene Versicherung noch über einen klaren Flaggenstaat verfügt. Der Eigentümer soll über eine Briefkastenfirma in Schanghai geführt werden. Omans Transportministerium hat die Eigentümer aufgefordert, das Schiff samt Ladung aus dem Gebiet zu entfernen. Ob die Ukraine den Tanker angegriffen hat, wie spekuliert wird, ist nicht bestätigt; der Oman liegt weit ausserhalb der Reichweite ukrainischer Drohnen. Um eine Katastrophe abzuwenden, müsste das Öl auf einen anderen Tanker umgepumpt werden.

Verteidigungspakt: Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan unterzeichnen in Mekka

Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben am Donnerstag ein gegenseitiges Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Das melden die Nachrichtenagenturen AP und Al Jazeera unter Berufung auf Regierungsvertreter. Eine türkische Regierungsoffizielle bezeichnete das Abkommen als «rein defensiv» und stellte klar, es richte sich «gegen keinen bestimmten Akteur». Die Vereinbarung enthält eine Beistandspflicht nach Nato-Vorbild. Realistischer dürfte laut SRF die Kooperation bei Rüstung, Geheimdiensten und gemeinsamen Manövern sein: Pakistan hat bereits mehrere tausend Soldaten in Saudi-Arabien stationiert, Riad plant eine Grossbestellung türkischer Drohnen. Saudi-Arabien betonte, das Abkommen sei «keine militärische Achse und kein religiöses Bündnis». Die Unterzeichnung in Mekka ist symbolisch: Alle drei Staaten sind sunnitisch und sehen ihre Sicherheit in einer konfliktreichen Region nicht garantiert.

Ukraine: Selenski meldet Fortschritte beim Raketenabwehrsystem

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski hat am Donnerstag Fortschritte beim Aufbau eines eigenen Raketenabwehrsystems vermeldet. Einzelheiten nannte er nicht (SRF). Zugleich hält der russische Beschuss an: Russland habe in der Nacht Agrar-Lagerhallen und Frachtschiffe angegriffen, berichtet der ukrainische Generalstab. Nach ukrainischen Angaben wurden zudem 34 Schiffe getroffen, die vom russischen Militär genutzt werden. Die Glückskette ruft in der Schweiz zu Spenden für die ukrainische Zivilbevölkerung auf. Mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs sind Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen, viele leben ohne verlässlichen Zugang zu Strom, Heizung oder medizinischer Versorgung.

Schweizer Politik: SVP erobert Tessiner Regierungssitz

Im Tessin rückt der SVP-Nationalrat Piero Marchesi in die Kantonsregierung nach. Grund ist der Rücktritt von Claudio Zali, der nach einer heimlichen Audioaufnahme («Schlag sie zusammen») die Vertrauensbasis in der eigenen Lega verlor. Marchesi sass auf der gemeinsamen Liste von Lega und SVP und ist der nächste nicht gewählte Kandidat. Das ist eine bittere Ironie für Zali: Im Parlament hatte er die SVP-Fraktion einst als «Nullen» bezeichnet (Echo der Zeit). Der Wechsel verändert die Kräfteverhältnisse im rechten Lager des Tessins nachhaltig. Die SVP kann sich nun als stabile bürgerliche Alternative präsentieren, die Lega verliert einen ihrer bekanntesten Regierungsvertreter.

Kleinmeldungen aus der Schweiz

Im Aargauer Boowald wehren sich drei Gemeinden gegen eine illegale Rennstrecke für Töfffahrer. Die Kantonspolizei spricht von einer «Art Mekka» für Motorradfahrer aus der ganzen Schweiz. Diskutiert werden tiefere Tempolimits und mehr Kontrollen. Der Kanton Neuenburg fördert seit März mit bis zu 15 Prozent den Kauf von Heimbatterien für Solaranlagen, rund 140 Anfragen sind eingegangen. Das Basler Strafgericht hat elf Männer wegen Gewalt am türkischen Kinderfest 2024 verurteilt. Die Angreifer mit kurdischem Hintergrund hatten mit Knirpsschirmen zugeschlagen und einen Mann «wie einen Fussball» gegen den Hinterkopf getreten. Ein Basler Strafverfahren gegen den früheren Zahnarzt wegen sexueller Übergriffe an betäubten Opfern wurde wegen weiterer Tatvorwürfe um Untersuchungshaft verlängert (Spiegel).

Sport: Start der 2. Bundesliga, Salah in Trabzon empfangen

Die 2. Bundesliga startet am Wochenende in die neue Saison. Als Geheimfavorit gilt Aufsteiger Dynamo Dresden, der frühere Schalker Reese ist nach seinem Wechsel zu Hertha BSC der neue Hoffnungsträger der Berliner (Spiegel). Jürgen Klopp, inzwischen Investor beim Karlsruher SC, kündigte an, mehr KSC-Spiele schauen zu wollen. In der Süper Lig feierte Mohamed Salah bei seiner Vorstellung als Neuzugang von Trabzonspor einen Empfang, den der Stürmer selbst nicht erwartet hatte: Tausende Fans im Stadion skandierten seinen Namen. Am Rande der Sportmeldungen: Norwegens Fussballverband fordert Fifa-Präsident Gianni Infantino nach den gescheiterten Investorenplänen zum Rücktritt auf. Die Üfa hält unterdessen an ihrem WM-Boykott fest.

Ausblick

Am Freitag veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Detail-Zahlen zum Stellenabbau, parallel dazu warten Märkte auf den Inflationsbericht des Bureau of Labor Statistics. In Europa bleibt die Hitzewelle das dominierende Thema: Der Deutsche Bauernverband fordert von Agrarminister Alois Rainer (CSU) konkrete Unterstützung, dieser «beobachtet» die Lage bisher nur. In der Schweiz beginnt die Berufslehre für mehrere Zehntausend Jugendliche, und der 1. August nähert sich, diesmal mit Feuer- und Feuerwerksverbot in mehreren Kantonen.

Die Märkte heute

Der MSCI World steht aktuell bei 5'005.55 Punkten. Das ist ein Gewinn von 2.05 Prozent seit heute Morgen. Hauptgrund ist die Erholung der US-Aktienmärkte nach den überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten, die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank nährt.

Das Gold wird pro Unze aktuell zu 4'402 US-Dollar gehandelt. Das ist ein Gewinn von 9.13 Prozent seit dieser Woche. Hauptgrund ist die Flucht in sichere Häfen wegen der Iran-Spannungen und der Unsicherheit über den Ausgang der Hormuz-Verhandlungen.

Der Bitcoin steht aktuell bei 64'947 US-Dollar. Das ist ein Gewinn von 0.35 Prozent in den letzten 24 Stunden.

Der Euro kostet aktuell 0.9347 Schweizer Franken. Der US-Dollar kostet aktuell 0.8103 Schweizer Franken.

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