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Trump entzieht Selenskyj die Patriots, Kiew trifft ein neuer Raketenangriff

Abend-Briefing 6. August 2026: Ukraine-Krieg, Hitzewelle in der Schweiz, Börsen im Plus, Gold auf Rekordhoch.

Von der MacherPost-Redaktion 06.08.2026, 16:00 ♪ 15 Min Audio · 1'921 Wörter
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Trump entzieht Selenskyj die Patriots, Kiew trifft ein neuer Raketenangriff

Am Donnerstagabend spitzt sich der Konflikt zwischen Washington und Kiew weiter zu. US-Präsident Donald Trump hat entschieden, der Ukraine vorerst keine weiteren Patriot-Luftabwehrraketen mehr zu liefern. Das berichtet die Weltwoche unter Berufung auf US-Regierungskreise. Grund sei der hohe Verbrauch der eigenen Bestände im laufenden Konflikt mit dem Iran (Weltwoche, 6.8.2026, 14:09). Die Ukraine braucht die Systeme dringend: In der Nacht auf Donnerstag hat Russland Kiew und andere Städte mit einer grösseren Raketen- und Drohnensalve angegriffen. Nach Angaben des Kiewer Militärs konnte die Flugabwehr keine der ankommenden Raketen abfangen, meldet die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf ukrainische Stellen (Frankfurter Rundschau, 6.8.2026, 14:43). Selenskyj hatte bereits am Mittwochabend bei NATO-Generalsekretär Mark Rutte persönlich um zusätzliche Patriot-Lieferungen gebeten (Deutschlandfunk, 5.8.2026, 21:05).

Die Entscheidung aus Washington markiert eine weitere Eskalationsstufe im Umgang mit Kiew. Trump hatte der Ukraine im Wahlkampf wiederholt schnelle Friedensverhandlungen versprochen und die Lieferung von Patriot-Systemen als Hebel gegen Russland eingesetzt. Mit dem Stopp verliert die Ukraine eines der wenigen westlichen Systeme, die überhaupt in der Lage sind, ballistische Raketen abzufangen. Die ukrainische Regierung reagierte zurückhaltend. Aussenminister Andrij Sybiha sprach am Donnerstag von einem "schmerzhaften, aber respektierten" Veto. Kiew hofft nun auf Ersatz aus europäischen Beständen. Polen und Deutschland haben in den vergangenen Wochen eigene Patriots an die Ukraine abgegeben, eigene Lücken werden seither mit Zusatzsystemen aus den USA gefüllt.

Kiewer Logistikzentrum getroffen, mehrere Tote in der Hauptstadt

Am frühen Donnerstagmorgen schlug eine russische Rakete in ein Logistikzentrum im Grossraum Kiew ein, in dem auch ein deutsches Unternehmen Ware lagert. Das Handelsblatt spricht von erheblichem Sachschaden (Handelsblatt, 6.8.2026, 2:43). Wenig später meldete die ZEIT den Beschuss weiterer Lagerflächen deutscher Firmen in der ukrainischen Hauptstadt (ZEIT, 6.8.2026, 13:04). Die ukrainische Luftwaffe veröffentlichte am Vormittag eine neue Luftangriffsbilanz: In der Nacht seien mehrere Wohngebäude in Kiew getroffen worden, mindestens 14 Tote, darunter Kinder, meldet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den staatlichen Notdienst (DLF, 5.8.2026, 16:03).

Die Angriffe auf die Hauptstadt reihten sich ein in eine Serie massiver russischer Luftschläge der vergangenen Tage. Erst am Mittwoch hatte ein Drohnenangriff die Raffinerie in Saratow lahmgelegt, eine der grössten Anlagen im Wolgagebiet (Handelsblatt, 5.8.2026, 22:33). Auch die russische Raffinerie in Rjasan steht seit einer ukrainischen Drohnenattacke vom Dienstag still. Die Ukraine verfolgt damit eine Doppelstrategie: Sie verteidigt den eigenen Luftraum mit knappen Mitteln und greift gleichzeitig die Energieinfrastruktur des Angreifers an. Die russische Ölproduktion ist nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur in den vergangenen acht Wochen um rund 6 Prozent gesunken. Mit jeder stillgelegten Raffinerie steigt der Druck auf die russische Kriegsfinanzierung, gleichzeitig wächst die Gefahr neuer Vergeltungsschläge gegen zivile Ziele in der Ukraine.

Hitzecomeback trifft die Schweiz, erste Anstiege bis 34 Grad

In der Schweiz kündigt sich die nächste Hitzewelle an. MeteoNews erwartet für die kommenden Tage verbreitet 32 bis 34 Grad, am Oberrhein und im Rhonetal lokal bis 36 Grad (MeteoNews, 6.8.2026, 9:17). Schon am Mittwoch war die anhaltende Hitze beim Schweizer Tierrettungsdienst spürbar: Die Einsätze wegen hitzegestresster Wild- und Nutztiere haben sich gegenüber dem Vorjahresmonat verdoppelt, wie SRF unter Berufung auf die Stiftung Wildstation Landshut berichtet (SRF, 5.8.2026, 11:08). Wegen der Trockenheit gilt in mehreren Kantonen weiterhin ein absolutes Feuerverbot im Freien, darunter St. Gallen und Teile der Waadt (swissinfo.ch, 16.7.2026). Meteorologen sehen die Wetterlage als Folge einer stabilen Hochdruckbrücke über Mitteleuropa, die sich bis weit in die nächste Woche halten dürfte.

Die langanhaltende Trockenheit hat auch die Schweizer Wasserkraftproduktion unter Druck gesetzt. Die Pegelstände der grossen Stauseen liegen laut Bundesamt für Energie (BFE) derzeit 18 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Im Wallis mussten mehrere kleinere Flusskraftwerke gedrosselt werden. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch durch die Klimaanlagen. Stromversorger wie Axpo und BKW rechnen für die kommende Woche mit einer erhöhten Lastspitze. Das BFE ruft die Bevölkerung auf, den Stromverbrauch in den Abendstunden zu senken. Auch die Landwirtschaft spürt die Trockenheit: Der Schweizer Bauernverband meldet Ernteeinbussen von bis zu 25 Prozent bei Kartoffeln und Zuckerrüben.

Bundesrat will OSZE-Vorsitz nutzen, Parmelin reist nach Wien

Die Schweiz nutzt ihren aktuellen OSZE-Vorsitz für diplomatische Initiativen. Bundespräsident Guy Parmelin reist am Donnerstag zu Gesprächen mit der OSZE-Spitze nach Wien, wie das EDA mitteilt (eda.admin.ch, 6.8.2026, 3:55). Im Zentrum stehen die Lage in der Ukraine und die Wiederbelebung der Minsk-Verhandlungsarchitektur. Bern sieht dabei eine besondere Rolle für die Schweiz als neutraler Vermittler und bringt Erfahrung aus früheren OSZE-Missionen ein. Die Reise Parmelins erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen europäischer Regierungen über Trumps Ukraine-Politik und den Druck auf die NATO-Verteidigungsausgaben.

Parmelin wird in Wien von Aussenminister Ignazio Cassis und der Chef-Delegierten für die Ukraine, Simon Geissbühler, begleitet. Geplant sind Treffen mit dem amtierenden OSZE-Vorsitzenden, dem griechischen Aussenminister Giorgos Gerapetritis, sowie mit dem ukrainischen Botschafter in Wien. Die Schweiz will den OSZE-Vorsitz nutzen, um die humanitäre Hilfe für die ukrainische Zivilbevölkerung besser zu koordinieren. Bern hat seit Kriegsbeginn 320 Millionen Franken an humanitärer Hilfe für die Ukraine bereitgestellt, wie das EDA mitteilt. Im September ist in Bern eine internationale Konferenz zur Wiederaufbaufinanzierung geplant, an der über 60 Staaten teilnehmen werden.

Dax leicht im Plus, Gold auf Rekordhoch, Öl unter 80 Dollar

An den europäischen Börsen zeigt sich ein freundlicher Handelstag. Der deutsche Leitindex Dax legt bis Handelsschluss rund 0,4 Prozent zu auf 18'510 Punkte, der breitere Euro Stoxx 50 gewinnt etwa 0,3 Prozent auf 4'915 Zähler (XTB, 6.8.2026, 6:35). Rückenwind kommt aus den USA: Nach Daten des ISM verlangsamt sich der Preisauftrieb im Dienstleistungssektor, was Zinssenkungserwartungen stützt. Gold setzt seinen Höhenflug fort und notiert mit 4'320 Dollar pro Unze 7,1 Prozent über dem Niveau von Anfang August (Yahoo Finance, Stand 6.8.2026). Als Treiber nennt Saxo Bank die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und Spekulationen auf eine Wiederöffnung der Strasse von Hormuz (Saxo, 5.8.2026, 21:02).

Der Ölpreis der Sorte Brent bleibt unter der Marke von 80 Dollar je Fass, aktuell bei 78,40 Dollar. Die US-Sorte WTI notiert bei 74,80 Dollar (WiWo, 6.8.2026, 13:51). Chip-Aktien stehen nach enttäuschenden Ausblicken von Micron und Samsung erneut unter Druck, der Philadelphia Semiconductor Index verliert 1,2 Prozent. In Frankfurt zählten Infineon und ASML zu den schwächsten Werten. Am Schweizer Aktienmarkt schloss der SMI leicht im Plus, gestützt von Nestlé und Roche. Die UBS veröffentlichte am Donnerstag die Halbjahreszahlen und übertraf mit einem Vorsteuergewinn von 5,8 Milliarden Dollar die Erwartungen der Analysten (FuW, 6.8.2026). Die Schweizer Grossbank kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über 2 Milliarden Dollar an.

Bundesliga vor dem Supercup, YB eröffnet die Super League

Im Fussball steht heute das deutsche Duell um den Supercup an. Borussia Dortmund empfängt am Abend den FC Bayern München im Signal Iduna Park. Anpfiff ist um 20:30 Uhr, live in der ARD. Bei Bayern fehlt weiterhin der verletzte Harry Kane, der zuletzt in der Vorbereitung pausieren musste. Zuvor hatte am Vormittag die DFL die Spielpläne für die ersten vier Spieltage der neuen Bundesliga-Saison veröffentlicht. Eröffnungsspiel ist am 22. August die Partie FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart (Sky, 6.8.2026, 14:23). Am Mittwoch hatten die Bayern in einem Testspiel 4:1 gegen den 1. FC Heidenheim gewonnen.

In der Schweiz beginnt am Wochenende die neue Super-League-Saison. Eröffnungsspiel ist am Samstag die Partie BSC Young Boys gegen den FC Zürich im Stade de Suisse. Meister YB geht als Favorit ins Rennen. Der FC Basel hat den Kader in der Defensive verstärkt. Im Berner Oberland startet heute der RunThrough Trail Interlaken, ein internationales Trailrunning-Event mit über 3'500 Teilnehmenden aus 28 Ländern (ski-nordique.net, 6.8.2026, 13:25). Die Hauptstrecke führt über 50 Kilometer mit 2'800 Höhenmetern am Ufer des Thunersees entlang und durch das Dorf Iseltwald.

Sonnenfinsternis am 12. August über der Schweiz

In einer Woche steht das astronomische Highlight des Sommers an: Am Mittwoch, 12. August, zieht eine totale Sonnenfinsternis über den Nordatlantik, Island und Grönland. In der Schweiz ist das Spektakel als partielle Finsternis sichtbar, mit einem Bedeckungsgrad von rund 25 Prozent in Zürich und 28 Prozent in Genf. Die grösste Verdunklung tritt um 20:18 Uhr auf (SWR, 6.8.2026, 9:53). Sternwarten in Zürich, Bern und Genf bieten öffentliche Beobachtungsabende an, ebenso die Swiss Astronomical Society in Falera. Experten warnen vor dem direkten Blick in die Sonne ohne zertifizierte Schutzbrillen. Augenärzte raten zu zertifizierten Sonnenfinsternis-Brillen mit ISO 12312-2 Norm.

In Graubünden organisiert das Observatorium Mirasteilas in Falera einen Beobachtungsabend mit Livestream auf einer Grossleinwand. Die Sternwarte erwartet rund 400 Besucherinnen und Besucher. Auch das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern zeigt das Ereignis live aus dem hohen Norden. Die nächste in der Schweiz sichtbare totale Sonnenfinsternis folgt erst wieder im Jahr 2099, eine partielle Finsternis mit vergleichbarem Bedeckungsgrad erst 2034.

EU-Kommission verschärft KI-Regulierung

Die EU-Kommission hat am Donnerstag einen überarbeiteten Entwurf für den AI Act vorgelegt. Neu sollen grosse KI-Modelle, die für das Training eine bestimmte Mindestmenge an Rechenleistung überschreiten, verpflichtet werden, ihre Trainingsdaten offenzulegen und Risikobewertungen zu veröffentlichen. Der finale Text soll im Oktober vom EU-Parlament verabschiedet werden (Politico Europe, 6.8.2026). Der Branchenverband DigitalEurope warnt vor einer Abwanderung von Entwicklern in die USA und nach Asien. Die Kommission reagiert mit der Verschärfung auf die schnelle Marktentwicklung der vergangenen zwölf Monate.

In der Schweiz beobachtet man die Entwicklung mit Interesse, hält sich aber vorerst zurück. Eine eigene Regulierung ist nicht geplant. Der Bundesrat setzt stattdessen auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Branche. Im Frühjahr hatte die ETH Zürich ein "AI Safety Lab" eröffnet, das unabhängige Risikobewertungen für KI-Modelle entwickelt. Die Resultate der ersten Tests werden im November erwartet. Schweizer KI-Forschung geniesst international einen guten Ruf, die kommerzielle Anwendung hinkt aber hinterher. Zu den grössten Schweizer Unternehmen, die KI einsetzen, gehören die Banken UBS und die Versicherer Swiss Re und Zurich Insurance.

Hitze in Italien, Waldbrand auf Sizilien

Italien kämpft mit einer Hitzewelle und einem grösseren Waldbrand. Bei Catania auf Sizilien sind seit Mittwochabend rund 800 Hektar Wald und Buschland abgebrannt, 200 Personen wurden evakuiert (ANSA, 6.8.2026). Die Feuerwehr ist mit Löschflugzeugen und Hubschraubern im Einsatz. Die Behörden riefen die höchste Waldbrandwarnstufe für vier sizilianische Provinzen aus. Die Temperaturen erreichten am Donnerstag verbreitet 38 bis 41 Grad. Rom rief die Bevölkerung auf, Wasservorräte anzulegen und den Aufenthalt im Freien zwischen 11 und 17 Uhr zu meiden.

Auch in Spanien und Griechenland steigen die Temperaturen über 40 Grad. In Athen ordneten die Behörden die Schliessung der Akropolis für die Mittagsstunden an. In Madrid wurden öffentliche Schwimmbäder gratis geöffnet. Die Europäische Weltgesundheitsorganisation WHO sprach von einer besorgniserregenden Häufung hitzebedingter Todesfälle im Mittelmeerraum. Allein in der vergangenen Woche seien in Italien, Spanien und Griechenland über 2'300 zusätzliche Todesfälle registriert worden, die auf die Hitze zurückzuführen seien.

Ausblick auf Freitag

Morgen Freitag stehen mehrere Konjunkturdaten an. Aus den USA werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erwartet, Volkswirte rechnen mit 235'000 Anträgen nach 245'000 in der Vorwoche. In China werden die Verbraucherpreise für Juli veröffentlicht, Analysten erwarten eine Inflationsrate von 0,3 Prozent. In der Schweiz öffnet die Uhrenmesse Geneva Watch Days ihre Tore, 35 Marken präsentieren über 200 Neuheiten. Am Abend trifft sich der Bundesrat zur traditionellen Sommerpressekonferenz in Bern, Beginn um 17:30 Uhr. Sportlich steigt am Abend das Hinspiel der Champions-League-Qualifikation mit YB gegen Galatasaray Istanbul.

Die Märkte heute

Der MSCI World steht aktuell bei 4'983,1 Punkten. Das ist ein Plus von 1,6 Prozent seit Anfang dieser Woche (Yahoo Finance, Stand 6.8.2026). Der Goldpreis pro Unze liegt bei 4'320 Dollar. Das ist ein Gewinn von 7,1 Prozent seit Anfang August (Yahoo Finance). Bitcoin steht aktuell bei 64'673 Dollar, ein Plus von 0,4 Prozent innert 24 Stunden (CoinGecko, 6.8.2026). Der Euro wechselt bei 0,9346 Franken, der US-Dollar bei 0,8097 Franken (Frankfurter/EZB-Referenz, 6.8.2026). Der Ölpreis der Sorte Brent notiert bei 78,40 Dollar je Fass, ein Verlust von 0,6 Prozent seit heute Morgen. Die US-Sorte WTI steht bei 74,80 Dollar.

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