Am Donnerstagabend spitzt sich der Konflikt zwischen Washington und Kiew weiter zu. US-Präsident Donald Trump hat entschieden, der Ukraine vorerst keine weiteren Patriot-Luftabwehrraketen mehr zu liefern. Das berichtet die Weltwoche unter Berufung auf US-Regierungskreise. Grund sei der hohe Verbrauch der eigenen Bestände im laufenden Konflikt mit dem Iran (Weltwoche, 6.8.2026, 14:09). Die Ukraine braucht die Systeme dringend: In der Nacht auf Donnerstag hat Russland Kiew und andere Städte mit einer grösseren Raketen- und Drohnensalve angegriffen. Nach Angaben des Kiewer Militärs konnte die Flugabwehr keine der ankommenden Raketen abfangen, meldet die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf ukrainische Stellen (Frankfurter Rundschau, 6.8.2026, 14:43). Selenskyj hatte bereits am Mittwochabend bei NATO-Generalsekretär Mark Rutte persönlich um zusätzliche Patriot-Lieferungen gebeten (Deutschlandfunk, 5.8.2026, 21:05).
Die Entscheidung aus Washington markiert eine weitere Eskalationsstufe im Umgang mit Kiew. Trump hatte der Ukraine im Wahlkampf wiederholt schnelle Friedensverhandlungen versprochen und die Lieferung von Patriot-Systemen als Hebel gegen Russland eingesetzt. Mit dem Stopp verliert die Ukraine eines der wenigen westlichen Systeme, die überhaupt in der Lage sind, ballistische Raketen abzufangen. Die ukrainische Regierung reagierte zurückhaltend. Aussenminister Andrij Sybiha sprach am Donnerstag von einem "schmerzhaften, aber respektierten" Veto. Kiew hofft nun auf Ersatz aus europäischen Beständen. Polen und Deutschland haben in den vergangenen Wochen eigene Patriots an die Ukraine abgegeben, eigene Lücken werden seither mit Zusatzsystemen aus den USA gefüllt.