Die Nacht brachte Russlands grössten Raketenhagel seit Wochen auf die ukrainische Hauptstadt. Am Mittwochabend stehen gleichzeitig der Nahe Osten, die Schweizer Aussenpolitik und die grossen Märkte unter Spannung. 14 Signale aus Weltpolitik, Wirtschaft, Schweiz und Sport, was den Tag geprägt hat, was morgen zählt.
Russland hat Kiew und mehrere Regionen in der Nacht zum Mittwoch mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Nach ukrainischen Angaben starben 21 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem «gezielten Schlag gegen Logistik und Versorgung» und forderte zusätzliche Abwehrraketen aus westlichen Lieferungen. Die ukrainische Luftwaffe registrierte nach eigener Darstellung 28 Raketen, die ohne nennenswerte Abwehr einschlugen. In Leipzig/Halle musste in derselben Nacht der Flugbetrieb eingestellt werden, nachdem an Frachtmaschinen aus der Ukraine Sprengstoff (PETN und Semtex) entdeckt worden war; ein zweites Frachtflugzeug kollidierte in der Luft mit einem unbekannten Objekt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) reiste zur Lagebesprechung nach Sachsen, Sachsens Innenminister sprach von einem «sehr ernsten Sicherheitsvorfall». Die Zünder wurden noch in der Nacht entschärft. Für die Schweiz ist der Vorfall relevant, weil auf den Routen zwischen Leipzig und Zürich regelmässig Fracht für die Pharmaindustrie läuft. Hintergrund: Die deutschen Sicherheitsbehörden beobachten seit Monaten eine Zunahme von Sabotageakten auf Logistikanlagen, die in Verbindung mit dem Ukraine-Krieg gebracht werden. Der Generalbundesanwalt ermittelt inzwischen in 17 Fällen. (BBC News, FAZ, Tagesschau)