Eine Fabrik bestückt sich heute selbst. Eine Werkhalle in Shenzhen fertigt mehr Automobile als einst das ganze Detroit. Und in einem japanischen Pflegeheim hebt ein Roboter eine 80-jährige Frau aus dem Bett, sodass die Pflegerin am Morgen ihren Rücken nicht mehr opfert. Drei Bilder aus einem Bericht, der eine Frage beantwortet, die seit Jahren jeder beantwortet haben will und die trotzdem kaum jemand sauber stellt: Wo ersetzt Robotik heute tatsächlich Arbeit, und wo nicht?
Im Juli 2026 haben sich in Barcelona vier internationale Robotikverbände an einen Tisch gesetzt und eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Die ÄR Automation, die amerikanische Association for Advancing Automation (A3), die International Federation of Robotics (IFR) und der deutsche Fachverband VDMA Robotics + Automation verabschiedeten zehn politische Prioritäten, von nationalen Robotikstrategien über Robotikunterricht bis zu Pflegerobotik. Nach eigenen Angaben vertreten die Unterzeichner mehr als 3.000 Unternehmen und Organisationen. Die Erklärung ist eine Brancheninitiative und keine neutrale wissenschaftliche Quelle. Aber sie zeigt, in welcher Verfassung die Industrie ist: Sie fühlt sich stark genug, um kollektiv Politik zu formulieren, statt nur Anlagen zu verkaufen.