Der NDB spricht von sehr hoher Bedrohung. Hauptakteure sind Russland und China. Die offene Frage aber ist eine andere: Was passiert, wenn die Spionageabwehr selbst ins Visier gerät?
Am 25. Juni 2026 hat der Nachrichtendienst des Bundes den Lagebericht «Sicherheit Schweiz 2026» vorgelegt. Die Diagnose ist eindeutig: Die Schweiz ist «nach wie vor einer sehr hohen Spionagebedrohung ausgesetzt». Was den Bericht 2026 von früheren unterscheidet, ist die wachsende Verwundbarkeit der eigenen Aufklärungsarchitektur. Die NDB Publikation erscheint exakt ein Jahr, nachdem die Aufsichtsbehörde AB ND Strafanzeige gegen den NDB selbst erstattet hat. Die Frage dieses Berichts: Wie konnte es so weit kommen? Und was heisst das für eine Volkswirtschaft, die mit ihrer Offenheit, ihrer Forschungsdichte und dem Schengenraum ein bevorzugtes Aufklärungsgebiet ist?