Im April 2025 hat Indien den ältesten Wasser-Vertrag der Welt ausgesetzt. Fünfzehn Monate später zeigt sich, was dieser Bruch verändert. Und warum die internationale Ordnung darauf keine Antwort hat.
Am 23. April 2025 hat Indien den Indus-Waters-Treaty ausgesetzt, einen Tag nach dem Anschlag von Pahalgam, mit 26 Toten, unter Berufung auf nationale Sicherheit. Der Vertrag von 1960 hatte drei Kriege zwischen Indien und Pakistan überstanden, war 65 Jahre in Kraft und galt als Modellfall für Wasserdiplomatie zwischen verfeindeten Staaten. Mit der Suspendierung brach nicht ein Vertrag. Es brach die Annahme, dass Wasser-Verträge sakrosankt sind. Dieser Bericht erklärt, warum das System so funktioniert hat, warum es 2025 scheiterte und warum die internationale Politik die nächsten zehn Jahre verschläft, wenn sie Wasser weiter als Entwicklungshilfe behandelt statt als Sicherheitsfrage.