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Zölle, Krisen und neue Risiken am Mittag

Washington und Teheran widersprechen sich, 25 US-Bundesstaaten klagen gegen neue Zölle, und Schweizer Behörden reagieren auf Hitze und Legionellen.

Von der MacherPost-Redaktion 04.08.2026, 10:00 ♪ 12 Min Audio · 1'535 Wörter
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Zölle, Krisen und neue Risiken am Mittag

Der Vormittag bringt widersprüchliche Signale aus Washington und Teheran, neue juristische Risiken für den Welthandel und konkrete Warnungen für Unternehmen. In der Schweiz stehen ein Legionellen-Ausbruch, die Hitze und ein Führungswechsel beim Meisterklub FC Thun im Fokus.

USA und Iran sprechen aneinander vorbei

US-Präsident Donald Trump sagt, Washington und Teheran hätten Gespräche über ein Ende des monatelangen Konflikts wieder aufgenommen. Irans Aussenministerium widerspricht: Sprecher Esmail Baghäi erklärte, sein Land verhandle derzeit mit Oman über eine vorübergehende Route für die sichere Schifffahrt. Am Sonntag passierten nach Daten von Kpler 9 Schiffe die Strasse von Hormus, durch die vor dem Krieg rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls und Erdgases liefen. Die Differenz zwischen den öffentlichen Aussagen zeigt, wie fragil die diplomatische Pause bleibt. Für Europa und die Schweiz zählt jeder Fortschritt, weil die Route Energiepreise, Transporte und Versicherungsprämien direkt beeinflusst. Quelle: AP.

25 US-Bundesstaaten klagen gegen Trumps Zölle

25 US-Bundesstaaten ziehen gegen die jüngsten Zölle der Regierung Trump vor Gericht. Die Abgaben von 10 bis 12,5 Prozent treffen 59 Länder und die Europäische Union, die zusammen 99 Prozent der US-Importe liefern. New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James hält die Begründung über Zwangsarbeit für einen Vorwand, das Weisse Haus verweist über Sprecher Kush Desai auf Section 301 des Trade Act von 1974. Der Rechtsstreit betrifft auch Schweizer Exporteure, für die SRF zuletzt einen Satz von 12,5 Prozent auswies. Die Klage verlängert die Unsicherheit über Preise und Lieferverträge. Die Regierung hatte nach einer Niederlage vor dem Supreme Court zuerst einen weltweiten Übergangszoll von 10 Prozent eingesetzt. Dieser lief am 24. Juli aus. Section 301 gilt juristisch als dauerhafteres Instrument, verlangt aber eine Begründung über unfaire Handelspraktiken. Für Firmen entsteht damit ein zweites Risiko neben dem Zollsatz: Verträge können während eines jahrelangen Verfahrens neu kalkuliert werden müssen. Quelle: AP.

Waldbrände bei Spokane zerstören Hunderte Gebäude

Im US-Bundesstaat Washington haben Brände rund um Spokane mindestens 700 Gebäude zerstört und etwa 67'000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die Behörden nahmen den 37-jährigen Aaron F. Farinacci wegen des Verdachts auf Brandstiftung fest, die Kaution wurde auf USD 1 Mio. festgesetzt. Bis Montag waren rund 32 Quadratkilometer verbrannt. Ruhigerer Wind unterstützt die Einsatzkräfte, doch zur Wochenmitte werden erneut Hitze und Trockenheit erwartet. Die Schäden zeigen die wachsende Belastung für Gemeinden, Stromnetze und Versicherer in brandgefährdeten Regionen. Der Old Trails Fire brach am Samstag aus und gehört zu mehreren Feuern rund um die zweitgrösste Stadt des Bundesstaats. Anwohner fanden bei der Rückkehr teils nur Kamine ihrer Häuser vor. Einsatzkräfte profitierten am Montag von tieferen Temperaturen, während der trockene Boden das Risiko einer erneuten Ausbreitung erhöht. Quelle: AP.

Europa kämpft weiter mit Feuer und Trockenheit

Westlich von Athen brachten Hunderte Feuerwehrleute die Brandherde nach 4 Nächten weitgehend unter Kontrolle. In Spanien waren am Montagabend noch 47 Wald- und Vegetationsbrände aktiv, während im französischen Département Var 1'500 Feuerwehrleute einen erneut aufgeflammten Brand bekämpfen. Die Gefahr bleibt wegen ausgetrockneter Vegetation hoch. Auch die Schweiz ist angespannt: Der Bund warnt im Grossteil des Landes auf Stufe 3, in Teilen der Nordwestschweiz auf der höchsten Stufe 4. In den meisten Kantonen gelten absolute Feuerverbote, vielerorts einschliesslich Holzkohlegrills. In der Schweiz fielen Grundwasserspiegel und lokale Quellerträge, laut Rolf Kipfer vom Wasserforschungsinstitut Eawag besteht derzeit jedoch kein akuter Trinkwassermangel. In Frankreich bleibt die Lage im Département Var besonders angespannt. Spanien meldet nach seiner 4. Hitzewelle eine sinkende Gefahr, die Vegetation bleibt vielerorts ausgetrocknet. Quelle: SRF.

Basel untersucht den Legionellen-Ausbruch

In Basel erkrankten innerhalb von 2 Wochen 26 Menschen an Legionellose. 25 Personen kamen ins Spital, 7 auf die Intensivstation, ein 69-jähriger Mann mit Vorerkrankungen starb. Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger teilte mit, dass eine Kühlanlage an der Rebgasse stillgelegt wurde; Kantonschemiker Yves Parrat liess 10 Anlagen mit Nasskühltürmen prüfen. In 2 Anlagen fand das Labor Legionella pneumophila, der genetische Vergleich mit Proben von Patienten läuft. Die Behörden schliessen wegen einer Inkubationszeit von etwa 10 Tagen weitere Fälle noch nicht aus. Bei 3 der 26 Erkrankten konnte der Erreger bisher direkt identifiziert werden. In Basel-Stadt traten in den vergangenen 5 Jahren jährlich zwischen 7 und 20 Fälle auf. Nasskühltürme sind im Kanton derzeit nicht meldepflichtig, weshalb Parrat die Betreiber zur freiwilligen Meldung aufrief. Quelle: SRF.

Nordkoreanische IT-Kräfte unter falscher Identität

11 Länder, darunter Deutschland, Frankreich und die USA, warnen vor nordkoreanischen IT-Fachkräften in Remote-Jobs. Nach Angaben der beteiligten Staaten nutzen die Bewerber gestohlene Ausweise, VPN-Dienste und KI-gestützte Manipulationen, um Identität und Standort zu verbergen. Die Löhne fliessen demnach an das Regime von Kim Jong-un und können dessen Raketen- und Atomprogramm finanzieren. SRF-Digitalredaktorin Tanja Eder sieht auch für Schweizer Firmen ein Risiko, obwohl die Schweiz die Warnung nicht unterzeichnet hat. Unternehmen sollten Ausweise, Videogespräche und ungewöhnliche Krypto-Lohnforderungen genauer kontrollieren. Die Spezialisten arbeiten laut der Warnung häufig aus China, Russland oder afrikanischen Staaten. Das senkt die Aussagekraft einer blossen IP-Prüfung. Personalabteilungen brauchen deshalb einen Abgleich von Dokumenten, Person und tatsächlichem Arbeitsgerät. Bei einem Treffer drohen neben Datenabfluss auch Verstösse gegen internationale Sanktionen. Quelle: SRF.

Argentiniens Wachstum schafft kaum Stellen

Argentiniens Wirtschaft wuchs 2025 um 4,4 Prozent, in den ersten 5 Monaten des Jahres 2026 stieg die Aktivität um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Seit November 2023 gingen im registrierten Privatsektor dennoch mehr als 200'000 Stellen und rund 28'000 Arbeitgeber verloren. Präsident Javier Mileis Reformkurs stärkt kapitalintensive Bereiche wie Landwirtschaft, Bergbau und Finanzwesen, während Industrie und Handel schrumpfen. Bei Cabify nahm die Zahl der Fahrer 2025 um 30 Prozent zu, bei Rappi jene der Kuriere um 38 Prozent. Das Beispiel zeigt, dass ein besseres Bruttoinlandprodukt den Arbeitsmarkt erst mit Verzögerung erreicht. Rappis Kurierzahl wuchs mit 38 Prozent stärker als die Bestellungen mit 30 Prozent. Mehr Anbieter konkurrieren damit um jede einzelne Lieferung. Nach der Statistik gilt bereits als beschäftigt, wer mindestens 1 Stunde pro Woche bezahlt arbeitet. Die offizielle Beschäftigungszahl kann deshalb eine schwache Einkommenslage verdecken. Quelle: SRF.

FIFA und ÜFA geraten offen aneinander

Die ÜFA prüft rechtliche Schritte gegen die FIFA wegen Gianni Infantinos gescheitertem Plan, künftige WM-Erträge für USD 4,2 Mrd. teilweise an private Investoren zu verkaufen. Die europäischen Juristen forderten 18 FIFA-Führungskräfte auf, Unterlagen und elektronische Nachrichten zu sichern. Das Vorhaben hätte die kommerziellen Aktivitäten bis mindestens 2038 in eine Gesellschaft mit einer Bewertung von USD 20 Mrd. verlagert. Jeder der 211 Mitgliedsverbände sollte bei Zustimmung einmalig USD 20 Mio. erhalten. Die Auseinandersetzung trifft zwei Verbände mit Sitz in der Schweiz und wird zur grundlegenden Frage über Kontrolle und Eigentum im Weltfussball. Die ÜFA forderte ausdrücklich, mögliche Beweismittel nicht zu löschen oder zu verändern. Unter den 18 genannten Führungskräften sind Infantino, Finanzchef Thomas Peyer und Entwicklungsdirektor Arsène Wenger. Der schwedische Verband bestätigte zugleich, dass Europa für die Wahl im März einen Gegenkandidaten sucht. Quelle: AP.

KI-Regulierung landet erneut vor Gericht

Elon Musks Firma xAI klagt gegen Minnesotas Gesetz zum Verbot sogenannter Nudification-Technologie. Der 38-seitige Antrag wendet sich gegen Regeln, die Plattformanbieter mit bis zu USD 500'000 pro Verstoss belegen können. Minnesotas Generalstaatsanwalt Keith Ellison verteidigt das Ziel, unfreiwillig erzeugte intime Bilder zu verhindern; xAI akzeptiert dieses Schutzinteresse, hält die Definitionen aber für zu weit. Das Verfahren prüft, wie weit Bundesstaaten Anbieter von KI-Werkzeugen für mögliche Nutzereingaben haftbar machen dürfen. Für europäische Anbieter ist der Fall relevant, weil auch der EU AI Act Pflichten entlang der Modell- und Plattformkette verteilt. Das Gesetz in Minnesota sollte am Samstag in Kraft treten und wäre die erste Regel dieser Art in einem US-Bundesstaat. xAI bestreitet das Schutzbedürfnis der Betroffenen nicht. Der Konzern verlangt einen engeren Tatbestand und einen Schutz für Anbieter, die Missbrauch nachweislich bekämpfen. Das Gericht muss damit zwischen Opferschutz, Meinungsfreiheit und technischer Verantwortlichkeit abwägen. Quelle: AP.

FC Thun ordnet die sportliche Führung neu

Beim Schweizer Meister FC Thun übernimmt Simone Rapp per sofort die Funktion des Sportchefs von Dominik Albrecht. Der 33-jährige Rapp spielte 16 Jahre in den beiden höchsten Schweizer Ligen und beendete seine Profikarriere im Frühling 2026 beim FC Wil. Albrecht führte den sportlichen Bereich 5,5 Jahre und war am Meistertitel vor 3 Monaten beteiligt. Nach einer Familienauszeit soll der 40-Jährige im Herbst in die Geschäftsleitung wechseln und strategische Aufgaben übernehmen. Klubpräsident Andres Gerber setzt damit auf einen vorbereiteten internen Übergang. Rapp war bereits im Frühjahr verpflichtet und während mehrerer Monate auf die Aufgabe vorbereitet worden. Seine Laufbahn führte ihn auch zum Karlsruher SC, ehe er beim FC Wil aufhörte. Der Wechsel trennt künftig operative Kaderarbeit und langfristige Sportstrategie klarer. Quelle: SRF.

Ein Ausblick auf den Nachmittag

Im Nahen Osten entscheidet sich, ob Oman eine belastbare Passage für Handelsschiffe vermitteln kann. In den USA folgen erste Reaktionen auf die Zollklage der 25 Bundesstaaten. In der Schweiz beobachten Gesundheitsbehörden mögliche weitere Legionellenfälle und die Entwicklung der Waldbrandgefahr.

Die Märkte heute

Der Goldpreis steht aktuell bei USD 4'112,10 je Unze. Das ist ein Gewinn von 0,29 Prozent seit heute Morgen.

Der MSCI World steht aktuell bei 4'907,52 Punkten. Das ist ein Gewinn von 1,78 Prozent seit heute Morgen.

Bitcoin steht aktuell bei USD 63'529. Das ist ein Gewinn von 1,7 Prozent seit heute Morgen.

Der EUR/CHF-Kurs steht aktuell bei CHF 0,932 je Euro. Die Datei weist für den Vergleich seit heute Morgen keine belegte Veränderung aus.

Der USD/CHF-Kurs steht aktuell bei CHF 0,808 je US-Dollar. Die Datei weist für den Vergleich seit heute Morgen keine belegte Veränderung aus.

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