Der Bundesrat kommt mit sieben Sitzen aus, obwohl die stärkste Partei im Nationalrat fast ein Drittel der Mandate hält. Eine Architektur, die Verzerrung nicht verhindert, sondern bewusst verteilt.
Bei den eidgenössischen Wahlen vom 22. Oktober 2023 holte die SVP 27,93 Prozent der Stimmen und 62 von 200 Sitzen im Nationalrat. Drei Monate später, am 12. März 2024, kam die gleiche Partei im Ständerat auf 6 von 46 Sitzen, gerade einmal 13 Prozent. Die Mitte, die im Nationalrat mit 14,06 Prozent und 29 Sitzen hinter der SVP lag, wurde im Ständerat mit 15 Sitzen stärkste Kraft. Kein Wähler hat dazwischen seine Meinung geändert. Das Wahlsystem hat entschieden, wer in der kleinen Kammer das Sagen hat.