Franken hält, Börsen im Plus, Basel im Legionellen-Alarm
Morgen-Briefing: SNB mit 25 Milliarden Gewinn, Japan und USA stützen den Yen, UBS zahlt 125 Millionen Dollar Busse in den USA.
Franken hält, Börsen im Plus, Basel im Legionellen-Alarm
Das Morgen-Briefing: Was die Nacht brachte und was der Tag bringt.
SNB mit 25 Milliarden Franken Halbjahresgewinn
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in der ersten Jahreshälfte 2026 einen Gewinn von 25 Milliarden Franken ausgewiesen. Das Resultat fällt damit nochmals höher aus als im Vorjahreszeitraum, getragen vor allem von den Gold- und Devisenpositionen. Der Wert des Goldbestands der SNB stieg im ersten Semester markant, gleichzeitig profitierte die Notenbank von positiven Aktienbeiträgen im Devisenportfolio. Der Gewinn fliesst wie üblich in die Ausschüttungsreserve. Eine direkten Auszahlungen an den Bund sieht das SNB-Gesetz nicht vor. Was die hohe Goldkomponente betrifft, so hat die Notenbank in den vergangenen Quartalen den Goldanteil am Gesamtportfolio weiter ausgebaut. Die nächste geldpolitische Lagebeurteilung der SNB steht am 18. September an.
Japan und USA stützen den Yen, Folgen für den Franken
US-Finanzminister Scott Bessent und sein japanischer Amtskollege haben sich auf eine gemeinsame Linie zur Stützung des Yen geeinigt. Tokio hatte zuvor Rekordtiefstände gegenüber dem Dollar erreicht, der Yen fiel zeitweise auf 162 je Dollar. Mit der gemeinsamen Erklärung stieg die japanische Währung innert Stunden um mehrere Yen. Für die Schweiz ist die Entwicklung doppelt relevant: japanische Touristen, die hierzulande Ferien machen, finden mit dem schwachen Yen seit Monaten kaum noch preiswerte Angebote. Schweizer Uhrenexporte und Detailhandel spüren die wegbrechende asiatische Nachfrage direkt. Parallel bleibt der Franken für japanische Anlegerinnen und Anleger, die in Schweizer Immobilien oder Obligationen investieren wollen, hochattraktiv.
Geldwäscherei: UBS zahlt 125 Millionen Dollar in den USA
Die UBS muss in den USA 125 Millionen Dollar Bussgeld zahlen, weil sie gegen Pflichten zur Bekämpfung von Geldwäscherei verstossen hat. Die US-Behörden bezeichneten die Grossbank dabei explizit als Wiederholungstäterin. Es ist bereits die zweite Sanktion in dieser Sache innert weniger Jahre. Die Strafe fällt in eine Phase, in der die UBS in den USA gezielt um Superreiche wirbt, um das Wealth Management in der Region auszubauen. Die Grossbank hatte im zweiten Quartal 2026 einen Milliardengewinn ausgewiesen und die Markterwartungen übertroffen. Der Vergleich ist Teil einer breiten Untersuchung gegen mehrere Schweizer Banken, die Geschäftsbeziehungen zu sanktionierten Personen unterhalten haben sollen.
Legionellen-Ausbruch in Basel fordert ein Todesopfer
In Basel ist ein Mann an einer Legionellen-Infektion gestorben, 25 weitere Personen werden im Spital behandelt. Die zuständigen Behörden haben die Infektionsquelle noch nicht abschliessend identifiziert, im Verdacht stehen ältere Dusch- und Wasserleitungssysteme. Das baselstädtische Gesundheitsdepartement rief ältere und immungeschwachte Personen dazu auf, sich bei Fieber und Atemwegsbeschwerden umgehend in ärztliche Behandlung zu begeben. Eine zweimal landesweite Häufung von Legionellen-Erkrankungen in der Schweiz hat es zuletzt vor über zehn Jahren gegeben. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beobachtet den Fall und steht mit den kantonalen Stellen in Kontakt.
Traumstart für Heimberg an der Schwimm-EM
An den Wasserspring-Europameisterschaften in Paris hat die Schweizerin Jana Heimberg die Silbermedaille vom 3-Meter-Brett gewonnen. Die Zürcherin zeigte im Finaldurchgang konstant starke Sprünge und verpasste Gold nur knapp. Am Tag nach dem Coup offenbarte Heimberg, dass sie vor der Abreise nach Frankreich eine Fehlgeburt erlitten hatte. Die Leistung unter diesen Umständen würdigte der Schweizer Schwimmverband in einer ersten Reaktion als aussergewöhnlich. Die Schwimm-EM in Paris dauert noch bis Mitte Woche, mit weiteren Schweizer Medaillenchancen vom 10-Meter-Turm.
CXMT legt spektakuläres Börsendebüt hin
Der chinesische Chiphersteller CXMT ist an der Börse in Shanghai mit einem fulminanten Debüt gestartet. Der Ausgabepreis lag bei 38 Yuan, am ersten Handelstag schoss der Kurs zeitweise auf über 95 Yuan. Das Unternehmen gilt als einer der wichtigsten heimischen Hersteller von DRAM-Speicherchips und damit als direkter Konkurrent zu Samsung und SK Hynix. CXMT profitiert davon, dass China seine Halbleiterindustrie mit Subventionen und politischer Rückendeckung gegen die US-Exportkontrollen aufbaut. Für Schweizer Investoreninnen und Investoren, die in asiatische Tech-Werte investieren wollen, ist das Debüt ein weiterer Hinweis auf die Verschiebung der Lieferketten.
Neue Gordie-Howe-Brücke zwischen Kanada und USA eröffnet
Mitten im nordamerikanischen Handelskrieg haben Kanada und die USA die neue Gordie-Howe-Brücke über den Detroit River eröffnet. Die rund 2,5 Kilometer lange Schrägseilbrücke ist nach dem kanadischen Eishockey-Legenden benannt und verbindet Windsor in Ontario mit Detroit in Michigan. Sie ist nach der Ambassador Bridge der zweite grosse Grenzübergang für den Strassenverkehr zwischen den beiden Ländern und entlastet den chronisch verstopften Handelskorridor. Die Bauarbeiten hatten sieben Jahre gedauert und rund 5,7 Milliarden kanadische Dollar gekostet. Die Eröffnung erfolgte wenige Wochen nach Verschärfung der US-Zölle auf Stahl und Aluminium aus Kanada.
Sandoz zahlt 450 Millionen Dollar Vergleich
Der Basler Generikahersteller Sandoz hat sich mit 43 US-Bundesstaaten auf einen Vergleich von 450 Millionen Dollar geeinigt. Hintergrund sind Vorwürfe, das Unternehmen habe bei der Preisgestaltung bestimmter Medikamente wettbewerbswidrige Absprachen getroffen. Sandoz bestreitet die Vorwürfe, entschied sich aber für den Vergleich, um eine jahrelange Prozessserie in den USA zu beenden. Der Konzern gehört seit 2023 wieder als eigenständiges Unternehmen zur Sandoz International AG mit Sitz in Basel. Die Bussgeldzahlung ist Teil einer breiteren Welle kartellrechtlicher Klagen gegen Generikahersteller in den USA, die ihre Preise offenbar koordiniert haben sollen.
Kuba erneut im landesweiten Stromausfall
Kuba ist zum wiederholten Mal in einen landesweiten Stromausfall gefallen. Betroffen waren rund zehn Millionen Menschen auf der Karibikinsel. Als Hauptursache nennt die kubanische Regierung Engpässe bei der Treibstoffversorgung, die direkt mit dem US-Ölembargo zusammenhängen. Die Kraftwerke können ihre Generatoren nicht mehr im nötigen Umfang betreiben, zudem fehlt es an Devisen für dringend benötigte Ersatzteile. Die kubanische Wirtschaft befindet sich in einer der schwersten Krisen seit Jahrzehnten, die Inflation hat sich binnen Jahresfrist vervielfacht. Eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht, da die US-Sanktionen unter der aktuellen Regierung in Washington unverändert gelten.
Ahmed al-Scharaa auf diplomatischen Drahtseilakt
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa strebt ein Sicherheitsabkommen mit Israel an, wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet. Scharaa war im vergangenen Jahr nach dem Sturz von Baschar al-Assad an die Macht gekommen und führt seither eine Übergangsregierung mit islamistischen Wurzeln. Ein Abkommen mit Israel wäre ein deutlicher Bruch mit der bisherigen syrischen Position, gleichzeitig sucht Damaskus die wirtschaftliche und diplomatische Rehabilitation im Westen. Israel verlangt im Gegenzug vor allem die Entmilitarisierung des Golan und den Abzug iranisch unterstützter Milizen. Eine Einigung gilt als schwierig, aber nicht ausgeschlossen.
Liechtenstein: Cyberangriff auf Wirtschaftsdaten
Im Fürstentum Liechtenstein haben Unbekannte rund 31'000 Datensätze von Gesellschaften und Stiftungen gestohlen. Die Behörden haben weitere Systeme vom Netz genommen, um den Schaden einzugrenzen. Die Täterschaft ist weiterhin unklar, im Verdacht stehen ausländische Geheimdienste und professionelle Erpresserbanden. Eine Anwältin aus Vaduz sprach von einem «erschütterten Vertrauen» in den Finanzplatz. Liechtenstein verwaltet nach eigenen Angaben ein Vermögen von rund 300 Milliarden Franken aus Stiftungen und Trusts. Der Fall ist der grösste bekannte Datenabfluss aus dem Fürstentum und wirft Fragen zur IT-Sicherheit der zentralen Register auf.
FIFA: Üfa droht Infantino mit rechtlichen Schritten
Im Streit um die Privatisierung der Fussball-Weltmeisterschaften droht die Üfa mit rechtlichen Schritten gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino. Die Pläne des Weltverbands, private Investoren am Turniergeschäft zu beteiligen, stossen in Europa auf scharfen Widerstand. Die europäischen Verbände befürchten, dass Investoren künftig Mitsprache bei der Vergabe von WM-Spielen und der TV-Vermarktung erhalten. Die Üfa hatte bereits angekündigt, einen Boykott der nächsten WM zu prüfen. Infantino sieht in der Finanzierung über Privatinvestoren die einzige Möglichkeit, die steigenden WM-Kosten langfristig zu stemmen.
Trockenheit: Feuerverbote fast schweizweit
Wegen anhaltender Trockenheit und hoher Waldbrandgefahr gelten in praktisch allen Kantonen der Schweiz Feuerverbote im Freien. Die zuständigen Stellen warnen vor offenen Flammen, weggeworfenen Zigarettenstummeln und Grillfeuer in Wäldern und an Waldrändern. In mehreren Kantonen wurden einzelne Brände registriert, die rasch gelöscht werden konnten. Die Lage erinnert an den Sommer 2023, als bei Bitsch im Wallis drei Wochen lang der Riederwald brannte. Schneekanonen, die derzeit für den Winterbetrieb gewartet werden, könnten in besonders gefährdeten Alpenregionen kurzfristig zur Waldbrandbekämpfung eingesetzt werden.
BMW, Wolfswelpen, Veloverkauf: Weitere Signale
Der deutsche Autohersteller BMW hat angekündigt, in den kommenden Jahren mehrere tausend Stellen abzubauen. Damit gerät ein weiterer grosser Industriekonzern unter Druck, nach Volkswagen und Porsche. In der Schweiz wurde das Velounternehmen Publibike, das ursprünglich der Post gehörte, an einen britischen Investor verkauft. Der Halterwechsel ändert für die Kundinnen und Kunden vorerst nichts, das Netz bleibt bestehen. Im Kanton Schwyz haben Fachleute fünf Wolfswelpen in einer Fotofalle nachgewiesen. Es ist der erste bestätigte Wurf im Kanton seit drei Jahren.
Ausblick auf den Tag
Die Schweizer Börse (SIX) eröffnet am Dienstag, dem 4. August, planmässig um 09:00 Uhr. Im Fokus stehen die Quartalszahlen mehrerer SMI-Schwergewichte, darunter Nestlé und Roche. Am Nachmittag veröffentlicht das Bundesamt für Statistik die Detailhandelsumsätze des zweiten Quartals. In Washington läuft die Anhörung des Supreme Court zu den US-Notenbank-Zinsen weiter, der Entscheid wird für die Schweizer Geldpolitik mit Spannung erwartet. Am Abend beginnt in Paris das Halbfinal-Rückspiel der Champions League.
Die Märkte heute
Das Gold steht aktuell bei 3'327 Franken pro Unze. Das ist ein Plus von 2,05 Prozent seit dem letzten Handelstag, getrieben von der Yen-Stützung und der anhaltenden Dollarschwäche. Der MSCI World notiert bei 3'961 Franken. Das entspricht einem Gewinn von 3,32 Prozent seit Wochenbeginn. Die breite Erholung an den US-Börsen, vor allem bei den grossen Tech-Werten, stützt das globale Aktienbarometer. Der Bitcoin wechselt bei 51'515 Franken den Besitzer, ein Plus von 1,08 Prozent innert 24 Stunden. Der Franken zeigt sich stabil: der Euro steht bei 0,932 Franken, der US-Dollar bei 0,808 Franken. Die Volatilität an den Devisenmärkten bleibt erhöht, weil die EZB-Sitzung in der kommenden Woche ansteht.
Zum Wetter heute Nachmittag und morgen Mittwoch: in Zürich aktuell 24 Grad und wechselhaft, Höchstwert 35 Grad, in der Nacht Gewitter möglich, morgen 31 Grad mit Schauern. In Bern 19 Grad, trocken, Höchstwert 32 Grad, morgen 30 Grad und sonnig. In Basel 22 Grad und leicht bewölkt, Höchstwert 33 Grad, morgen 31 Grad mit Niederschlag. In Genf 22 Grad, trocken, Höchstwert 33 Grad, morgen 32 Grad und leicht bewölkt. In Lugano 25 Grad und sonnig, Höchstwert 34 Grad, morgen 33 Grad und trocken. In den Alpen oberhalb von 2'000 Metern bleibt es winterlich kalt, die Schneegrenze sinkt in der Nacht auf 2'400 Meter.