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Trump stoppt Iran-Grossangriff: Verhandlungen ab Montag

Yen-Intervention, Waldbrand Athen, Bodensee auf Rekordtief: 13 Signale des Vormittags.

Von der MacherPost-Redaktion 03.08.2026, 10:00 ♪ 15 Min Audio · 1'973 Wörter
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Trump stoppt den Grossangriff auf Iran und setzt auf Verhandlungen

US-Präsident Donald Trump hat einen für die Nacht auf Montag angekündigten Grossangriff auf den Iran kurzfristig abgesagt. Wie das Weisse Haus am Sonntagabend mitteilte, sollen am Montag neue Gespräche zwischen Washington und Teheran beginnen, möglicherweise unter Vermittlung des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Trump sprach von «Umrissen einer Einigung» und brach damit eine Eskalationsspirale, die er wenige Tage zuvor selbst mit Drohungen gegen die iranische Führung in Gang gesetzt hatte. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian wies die Verhandlungsbereitschaft umgehend zurück und warf dem US-Präsidenten öffentlich Lüge vor, was den fragilen Waffenstillstand zusätzlich unter Druck setzt. Sollten die Gespräche am Montag tatsächlich beginnen, wäre es die erste direkte diplomatische Begegnung der beiden Regierungen seit dem Wiederaufflammen des Konflikts im März 2026.

Hintergrund: Hinter dem Sinneswandel steht nach Angaben mehrerer US-Medien ein direktes Telefonat zwischen Trump und Kronprinz Mohammed bin Salman am Sonntagabend, in dem Saudi-Arabien offenbar Garantien für eine Verhandlungslösung zusicherte. Ein US-Militärschlag mitten in einer aktiven Verhandlungsphase hätte die ohnehin angespannten Energiemärkte weiter erschüttert und einen kurzfristigen Ölpreisanstieg um mehrere Dollar pro Barrel ausgelöst. Die Nachricht vom Stopp sorgte am Montagmorgen an den Börsen Asiens und Europas für Erleichterung und einen deutlich fallenden Ölpreis. Reuters und NZZ werten den Schritt als persönliche Kehrtwende Trumps nach direkter saudischer Intervention; ein Teil der konservativen Basis in den USA kritisierte die Absage als Schwäche (Reuters, NZZ, Handelsblatt, Euronews).

Waldbrand bei Athen: Zwei Löschhelikopter kollidieren in der Luft

Bei den Löscharbeiten eines grossen Waldbrands östlich von Athen sind am Sonntag zwei Löschhelikopter in der Luft kollidiert. Videos in sozialen Medien zeigen den Moment des Aufpralls und den anschliessenden Absturz, Anwohnerinnen und Anwohner berichten, sie seien «zeitweise komplett von Flammen umzingelt» gewesen. Die griechische Feuerwehr kämpft seit Tagen gegen mehrere Brände auf dem Festland und auf Inseln wie Euböa und Kreta, unterstützt von EU-Löschflugzeugen aus dem Katastrophenschutzverfahren rescEU.

Hintergrund: Griechenland erlebt diesen Sommer eine aussergewöhnlich schwere Waldbrandsaison. Die Kombination aus mehrtägiger Hitzewelle mit Werten über 40 Grad, anhaltender Trockenheit und starken Winden macht jeden Einsatz in der Luft zu einem Hochrisiköinsatz. Die EU-Kommission hat Löschflugzeuge und Helikopter aus dem rescEU-Pool nach Griechenland verlegt, Italien und Zypern haben ebenfalls Kapazitäten geschickt. Die genaue Zahl der Verletzten war am Montagvormittag noch unklar, nach ersten Informationen der Feuerwehr wurden beide Besatzungen geborgen (Tagesanzeiger, Reuters, Tagesschau).

Yen-Intervention: USA und Japan stützen gemeinsam den Yen

Nachdem der Yen auf ein 40-Jahres-Tief gegenüber dem US-Dollar gefallen war, haben die Regierungen in Tokio und Washington am Wochenende gemeinsam am Devisenmarkt interveniert. Die japanische Finanzministerin kündigte weitere Schritte an, falls nötig auch unkoordiniert; die US-Regierung bestätigte eine «koordinierte Aktion». Es ist die erste gemeinsame Yen-Stützung dieser Stärke seit 2022. Die Bank of Japan hatte zuvor angedeutet, die geldpolitische Straffung wegen der schwachen Währung und der lahmenden Binnenkonjunktur vorerst zu pausieren.

Hintergrund: Japan leidet unter einer paradoxen Wirtschaftslage: starke Industrie und hohe Exporte, aber eine Währung, die seit Anfang 2025 stark gegen den Dollar verloren hat. Eine zu schwache Währung verteuert Energieimporte und Lebensmittel, was die Inflation weiter anheizt und die Kaufkraft der japanischen Konsumentinnen und Konsumenten unter Druck setzt. Für die Schweiz ist das Thema indirekt relevant: ein durch die Intervention geschwächter Dollar drückt tendenziell auf den USD/CHF, ein erstarkender Yen stützt Safe-Haven-Flows in Franken und Gold. Nach der Intervention notierte der Yen spürbar fester; die Tokioter Börse gab im Verlauf nach, weil japanische Exportwerte unter einem stärkeren Yen leiden (NZZ, FAZ, Zeit, Handelsblatt).

Cyberangriff auf Liechtenstein: 31'000 Datensätze abgegriffen

Unbekannte haben aus dem liechtensteinischen Anti-Geldwäsche-Register 31'000 Datensätze gestohlen. Die Landespolizei und das Amt für Justiz bestätigten den Angriff am Wochenende; betroffen sind Einträge zu wirtschaftlich Berechtigten von Firmen im Fürstentum. Liechtenstein gehört zu den Vorreitern bei Transparenzregeln, war aber zuletzt mehrfach Ziel von Cyberangriffen, unter anderem auf die Steuerverwaltung im Vorjahr.

Hintergrund: Liechtenstein ist mit rund 39'000 Einwohnerinnen und Einwohnern eines der kleinsten Länder Europas, aber mit einer überdurchschnittlich hohen Dichte an Finanzintermediären. Das Anti-Geldwäsche-Register, offiziell «Wirtschaftlich Berechtigte», ist seit der EU- und EFTA-Transparenzrichtlinie von 2017 öffentlich zugänglich. Der Datenabfluss betrifft sensible Informationen zu Eigentumsstrukturen von Gesellschaften und Trusts. Für die Schweiz und ihre Banken ist der Vorfall relevant, weil liechtensteinische Strukturen historisch eng mit der Schweizer Vermögensverwaltung verflochten sind, etwa bei Stiftungen und Familienholdings (NZZ, Tagesanzeiger, SRF, 20 Minuten).

Bodensee sinkt auf Rekordtief: Häfen liegen trocken, Fische unter Druck

Der Pegel des Bodensees ist in den vergangenen Tagen auf einen historischen Tiefstand gefallen. Wie die Wasserschutzpolizei am Sonntag mitteilte, mussten mehrere Häfen am Untersee den Bootsbetrieb einstellen, einzelne Steganlagen liegen komplett auf dem Trockenen. Auch die Fischerei leidet: bei Niedrigwasser und Wassertemperaturen über 26 Grad sinkt der Sauerstoffgehalt des Wassers stark, vermehrt werden verendete Fische gemeldet.

Hintergrund: Betroffen sind die Schweizer Kantone Thurgau, St. Gallen und Schaffhausen sowie das deutsche und österreichische Ufer. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Internationale Gewässerschutzkommission Bodensee (IGKB) beobachten die Lage. Der Bodensee speist sich aus dem Alpenrhein und der Bregenzerach; wegen geringer Niederschläge im Winter und ausbleibender Schneeschmelze fehlt der übliche Sommerzufluss. Konkrete Notmassnahmen wie eine Trinkwasser-Rationierung sind nicht angekündigt, die Landwirtschaft am Seeufer rechnet aber mit Ernteausfällen bei Obst und Hopfen (Blick, 20 Minuten, Thurgauer Zeitung, Nau).

Donau-Niedrigwasser zwingt Ungarns einziges AKW vom Netz

Wegen des historisch niedrigen Wasserstands der Donau hat der ungarische Energiekonzern MVM am Sonntag angekündigt, das einzige ungarische Kernkraftwerk Paks vorerst vom Netz zu nehmen. Das Kühlwasser für die Reaktorblöcke vom Typ VVER-440 fehlt; eine Abschaltung war bereits im Vorjahr kurzzeitig erwogen, damals aber abgewendet worden. Paks deckt rund die Hälfte der ungarischen Stromerzeugung; ein Ausfall über mehrere Wochen würde Ungarn zum Stromimporteur machen und den europäischen Strommarkt zusätzlich unter Druck setzen, weil aus dem ohnehin engen mitteleuropäischen Netz Strom nach Ungarn umgeleitet werden müsste.

Hintergrund: Die Lage an der Donau ist auch für die Schifffahrt in Österreich, der Slowakei und Serbien prekär, in Wien und Bratislava liegen Frachtschiffe teilweise auf Grund. Eine Hitzewelle mit Temperaturen über 35 Grad hält in weiten Teilen Mitteleuropas seit Tagen an. MeteoSchweiz registrierte am Wochenende auch in der Schweiz Werte über 30 Grad, ab Donnerstag wird Abkühlung erwartet. Für die Schweiz ist die Donau-Krise indirekt relevant, weil ein Stromengpass in Ungarn die Preise an der europäischen Strombörse EPEX Spot nach oben treiben kann, was sich über die Importe auch auf den Schweizer Grosshandelspreis auswirkt (SRF, NZZ, Tagesschau, Welt).

Schwimm-EM in Paris: Michelle Heimberg holt Silber vom 1-Meter-Brett

An den Europameisterschaften im Wasserspringen in Paris hat die Schweizerin Michelle Heimberg am Sonntag die Silbermedaille vom 1-Meter-Brett gewonnen. Es ist die erste Einzelmedaille einer Schweizer Wasserspringerin an einer EM seit 2018. Am Montag steht für Heimberg das 3-Meter-Brett auf dem Programm, dort gehört sie zusammen mit ihrer Partnerin Madalyn Schmid zum erweiterten Medaillen-Anwärterkreis.

Hintergrund: Die Schwimm-EM in Paris ist die grösste Wassersportveranstaltung des Kontinents in diesem Jahr. Swiss Aquatics hat das Ziel ausgegeben, mit der Delegation mindestens eine weitere Medaille zu holen. Schweizer Wasserspringerinnen und Wasserspringer hatten zuletzt 2022 an einer EM Medaillen geholt (SRF, Blick).

Wales entzieht dem FIFA-Chef Infantino die Unterstützung

Als erster nationaler Verband hat der Fussballverband von Wales (FAW) seine Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino aufgekündigt. Die FAW begründet den Schritt mit einer Reihe von Entscheidungen Infantinos, die aus walisischer Sicht die Unabhängigkeit der Fussballverbände untergraben.

Hintergrund: Die Entscheidung dürfte in der europäischen Fussballfamilie Wellen schlagen und den Druck auf Infantino vor der nächsten FIFA-Kongresswahl erhöhen. Auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) hatte zuletzt wiederholt Reformforderungen an die FIFA gerichtet, ohne aber so weit zu gehen wie Wales. ÜFA-Präsident Aleksander Ceferin äusserte sich bisher nicht. Infantino selbst reagierte am Sonntagabend mit einem schriftlichen Statement und sprach von einem «Missverständnis» (Watson, NZZ).

Schweiz feiert 1. August ohne Feuerwerk, mit starker Beteiligung

Die Bundesfeiern zum 1. August sind am Wochenende in den meisten Kantonen ohne privates Feuerwerk über die Bühne gegangen. Grund ist das in vielen Kantonen geltende Feuerwerksverbot wegen der anhaltenden Waldbrandgefahr; das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hatte Ende Juli die Waldbrandgefahr auf Stufe 4 von 5 erhöht. Zahlreiche Gemeinden haben auf Laser-Shows, Konzerte und gemeinsames Singen umgestellt, was nach ersten Rückmeldungen auf grosse Zustimmung stiess.

Hintergrund: Auf dem Zürichsee fielen die traditionellen Salutschüsse um 7 Uhr morgens planmässig aus, die Feuerwerke am Abend fielen in den meisten Gemeinden aus. MeteoSchweiz registrierte am Bundesfeiertag verbreitet Temperaturen über 30 Grad, ab Donnerstag wird Abkühlung erwartet (Blick, SRF, 20 Minuten, Tagesanzeiger).

Schweiz: 1.-August-Reden fallen politischer aus als in den Vorjahren

Die diesjährigen 1.-August-Reden von Stadtpräsidentinnen und Stadtpräsidenten waren spürbar politischer aufgeladen als in früheren Jahren. In mehreren Deutschschweizer Städten wurde die internationale Lage, die Energiepolitik und der Zustand der direktdemokratischen Institutionen thematisiert. Eine Auswertung der NZZ zu Reden aus Städten mit über 10'000 Einwohnern zeigt, dass die Auftritte im Schnitt 14 Minuten dauerten, fast 3 Minuten länger als im Vorjahr.

Hintergrund: Bemerkenswert war die Häufung von Verweisen auf die Schweiz als Gegenpol zu einer wahrgenommenen Instabilität in Europa. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch thematisierte nach NZZ-Berichten die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen, der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried griff die laufende Debatte über die Beschaffung der Schweizer Armee auf. Die Westschweizer Reden fielen mit etwas weniger Innenpolitik aus und stellten eher den europäischen Kontext ins Zentrum (NZZ, Tagesanzeiger, Berner Zeitung).

Italien reisst private Strandbäder ab und baut kostenlose Strände aus

Die italienische Regierung hat am Wochenende den Start eines neuen Programms zum Umbau privater Strandabschnitte an der Adria- und Riviera-Küste angekündigt. Bis Ende 2027 sollen mindestens 30 Prozent der bisher concessionierten Strandbäder in frei zugängliche Bereiche umgewandelt werden. Hintergrund ist eine Entscheidung der Europäischen Kommission aus dem Vorjahr, die das italienische System der langfristigen Strandkonzessionen als wettbewerbswidrig eingestuft hatte.

Hintergrund: Die Strandbadbetreiber laufen Sturm und drohen mit Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Aus Tourismuskantonen wie Rimini und Ravenna kommen Warnungen vor Jobverlusten in der Hochsaison. Für die Schweiz, deren Badestrände am Genfersee, Bodensee und Lago Maggiore mehrheitlich öffentlich sind, ist die Debatte eher politisch-symbolisch interessant: eine Diskussion über den Vorrang von Allgemeinwohl vor privaten Nutzungsrechten (Tagesanzeiger, Corriere della Sera, Repubblica).

Weniger Migration aus Ceuta: Marokko bestreitet Planung

Nach dem beispiellosen Migrantenzustrom in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta in der Vorwoche hat die Zahl der ankommenden Menschen aus Marokko am Wochenende deutlich abgenommen. Marokkos Innenminister Abdelouafi Laftit bestritt, dass Rabat den Ansturm gesteuert habe, und sprach von einer «spontanen» Reaktion. Die spanische Regierung unter Pedro Sánchez wirft Marokko dagegen vor, gezielt Druckmittel in den Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen und über die Westsahara-Politik einzusetzen.

Hintergrund: Ceuta registrierte in der Spitze nach spanischen Behördenangaben mehr als 1'000 Ankömmlinge pro Tag, was die Aufnahmekapazitäten der Exklave bei weitem überstieg. Die Lage hat sich laut Stadtregierung inzwischen stabilisiert, die spanische Polizei hat zusätzliche Einheiten aus dem Festland verlegt. Die Episode ist Wasser auf die Mühlen der spanischen Opposition, die Sánchez vorwirft, in der Migrationspolitik gegenüber Rabat zu naiv aufzutreten (Blick, El País, Reuters).

Ausblick

Am Nachmittag dürften die Q2-Bilanzvorlagen von SAP, Siemens Energy und Novartis den europäischen Aktientag prägen. Die US-Aufmerksamkeit gilt den ISM-Einkaufsmanagerindizes für Juli, die am späten Nachmittag Schweizer Zeit veröffentlicht werden. In Tokio läuft die Nachwehe der Yen-Intervention weiter, in Athen die Bekämpfung der Waldbrände, an der Donau die Suche nach Alternativen für die Kühlung von Paks. In Bern öffnet das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest seine Tore, das Wochenprogramm beginnt am Nachmittag mit den ersten Gängen. Am Abend schliessen die US-Börsen früher als üblich.

Die Märkte heute

Der Goldpreis steht aktuell bei USD 4'115.2 pro Unze. Das ist ein Gewinn von 2.0 Prozent seit heute Morgen. Der MSCI World notiert bei 4'852.9 Punkten, ein Plus von 2.29 Prozent seit Wochenbeginn. Der Bitcoin-Kurs liegt bei USD 62'445, ein Verlust von 1.08 Prozent in den letzten 24 Stunden. Der Euro kostet CHF 0.9304 (EZB-Referenz 31. Juli 2026), der US-Dollar CHF 0.8101 (EZB-Referenz 31. Juli 2026). Hauptgrund für die Gold-Rally ist die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten und die Suche nach sicheren Häfen, während die Yen-Intervention den Dollar zusätzlich schwächt.

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