US-Präsident Donald Trump hat einen für die Nacht auf Montag angekündigten Grossangriff auf den Iran kurzfristig abgesagt. Wie das Weisse Haus am Sonntagabend mitteilte, sollen am Montag neue Gespräche zwischen Washington und Teheran beginnen, möglicherweise unter Vermittlung des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Trump sprach von «Umrissen einer Einigung» und brach damit eine Eskalationsspirale, die er wenige Tage zuvor selbst mit Drohungen gegen die iranische Führung in Gang gesetzt hatte. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian wies die Verhandlungsbereitschaft umgehend zurück und warf dem US-Präsidenten öffentlich Lüge vor, was den fragilen Waffenstillstand zusätzlich unter Druck setzt. Sollten die Gespräche am Montag tatsächlich beginnen, wäre es die erste direkte diplomatische Begegnung der beiden Regierungen seit dem Wiederaufflammen des Konflikts im März 2026.
Hintergrund: Hinter dem Sinneswandel steht nach Angaben mehrerer US-Medien ein direktes Telefonat zwischen Trump und Kronprinz Mohammed bin Salman am Sonntagabend, in dem Saudi-Arabien offenbar Garantien für eine Verhandlungslösung zusicherte. Ein US-Militärschlag mitten in einer aktiven Verhandlungsphase hätte die ohnehin angespannten Energiemärkte weiter erschüttert und einen kurzfristigen Ölpreisanstieg um mehrere Dollar pro Barrel ausgelöst. Die Nachricht vom Stopp sorgte am Montagmorgen an den Börsen Asiens und Europas für Erleichterung und einen deutlich fallenden Ölpreis. Reuters und NZZ werten den Schritt als persönliche Kehrtwende Trumps nach direkter saudischer Intervention; ein Teil der konservativen Basis in den USA kritisierte die Absage als Schwäche (Reuters, NZZ, Handelsblatt, Euronews).