Der Kontinent hat heute 1,5 Milliarden Einwohner, eine wachsende Erwerbsbevölkerung und die kritischen Rohstoffe, die die Energiewende braucht. Drei externe Architekturen buhlen um denselben Markt. Was sie unterscheidet, ist nicht das Geld, sondern die politische Logik dahinter.
Am 4. September 2024 trafen sich Staatschefs aus mehr als 50 afrikanischen Ländern in Peking. Xi Jinping kündigte für die folgenden drei Jahre 51 Milliarden US-Dollar an. Brüssel hatte bereits 2021 seine Investitionsstrategie Global Gateway aufgelegt und bis 2027 weltweit 300 Milliarden Euro an Investitionen angekündigt, mit Afrika als einem der Schwerpunkte. In Washington trieb die Development Finance Corporation parallel den Lobito-Korridor voran, eine Eisenbahnlinie, die Kupfer und Kobalt aus dem Inneren des Kontinents an den Atlantik transportieren soll. Drei Programme, drei Modelle, ein Ziel: Einfluss in Afrika. Dieser Bericht fragt, was hinter dieser Konvergenz steckt, wie sich die drei Angebote unterscheiden und warum die afrikanische Seite dabei längst nicht mehr Zaungast ist.