Hitze, Hitziges, ein historischer Erfolg und ein gescheiterter Deal
Schweizer Nationalfeiertag mit Tessiner Rekordtemperaturen, ein 6:0 in Thun, ein 25-Milliarden-Franken-Halbjahresgewinn der Nationalbank, der gescheiterte Investoren-Deal des Fifa-Präsidenten und ein versöhnliches Signal aus dem Nahen Osten.
Hitze, Hitziges, ein historischer Erfolg und ein gescheiterter Deal
Schweizer Nationalfeiertag mit Tessiner Rekordtemperaturen, ein 6:0 in Thun, ein 25-Milliarden-Franken-Halbjahresgewinn der Nationalbank, der gescheiterte Investoren-Deal des Fifa-Präsidenten und ein versöhnliches Signal aus dem Nahen Osten.
Die Schweiz hat am 1. August ihren Nationalfeiertag gefeiert, und das Wetter hat die Feiern in den Südkantonen auf eine Probe gestellt, wie sie die MeteoSchweiz in dieser Form noch nie registriert hat. In Lugano, Bellinzona und Locarno kletterten die Temperaturen am Samstag auf über 36 Grad, vereinzelt mit Gewitter. Bundespräsident Guy Parmelin hielt in Brunnen die offizielle Ansprache und rief zur Beständigkeit auf. Sechs Bundesrätinnen und Bundesräte beschworen den Zusammenhalt. Eine Rede sorgte für Diskussionen: Aussenpolitiker Ignazio Cassis soll die Neutralität weiter gefasst haben als bisher. Das Sicherheitsdepartement sprach danach von einem Missverständnis. Die Armee feierte mit 1'200 Soldatinnen und Soldaten auf dem Bundesplatz. Für die Südschweiz war es einer der heissesten August-Tage seit Messbeginn.
Am Wirtschaftsstandort fällt die Zwischenbilanz der Schweizerischen Nationalbank entsprechend ungewöhnlich aus. Die SNB weist für das erste Halbjahr 2026 einen Buchgewinn von 25,2 Milliarden Franken aus. Der Gewinn stammt zu grossen Teilen aus den Goldreserven, deren Wert im ersten Halbjahr weiter gestiegen ist, sowie aus Aktien- und Devisenanlagen. SNB-Direktoriumspräsident Martin Schlegel warnte bei der Präsentation in Zürich zugleich, ein grosser Teil dieser Gewinne sei buchmässig und nicht realisiert. Die SNB verteilt ihren Gewinn zu zwei Dritteln an den Bund und die Kantone. Bei einer Ausschüttung würde der Bund rund 7 Milliarden Franken erhalten. Das ist mehr als die SNB noch im Vorjahr ausgeschüttet hatte, als die Reserven einen Verlust auswiesen. Die SNB-Verlautbarung wurde am Freitag in Zürich veröffentlicht.
Der Fussballverband Fifa kommt derweil nicht zur Ruhe. Gianni Infantino hat am späten Freitagabend seine Pläne für eine Investorenliga mit einem prestigeträchtigen Investorenvertrag über 1 Milliarde US-Dollar gestoppt. Die Üfa hatte angekündigt, sie werde die Zusammenarbeit mit dem Weltverband auf den Prüfstand stellen. Am Wochenende verschärfte die Üfa den Ton. Präsident Aleksander Ceferin sprach in einem Interview von einem Vertrauensverlust. Der Kontinentalverband Concacaf bezeichnete das Vorgehen Infantinos als ungeheuerlich und forderte Konsequenzen. Der Schweizerische Fussballverband begrüsste die Rückkehr zur bisherigen Struktur. Infantino steht seit dem Vorwurf der Vetternwirtschaft zusätzlich unter Druck.
In der spanischen Exklave Ceuta hat sich die Lage an der marokkanischen Grenze weiter zugespitzt. Die Zahl der Toten ist nach Behördenangaben auf 67 gestiegen. Etwa 60'000 Migranten haben am Donnerstag und Freitag versucht, den Grenzzaun zu überwinden. Die spanische Regierung steht unter Druck, weil Hinweise auf eine Beteiligung marokkanischer Sicherheitskräfte zunehmen. Das spanisch-marokkanische Verhältnis gilt als belastet, seit Madrid im März einen Waffenstillstandsplan für die Westsahara unterstützt hatte. Die EU-Innenminister treffen sich am Dienstag zu einer Sondersitzung in Brüssel. Die spanische Regierung hat unterdessen die vorübergehende Aussetzung des Asylrechts an der Grenze verfügt.
Der Nahe Osten sendet ein versöhnliches Signal, das noch vor wenigen Tagen überraschend gekommen wäre. US-Präsident Donald Trump teilte am späten Freitag mit, er habe Angriffe auf den Iran gestoppt, nachdem Verbündete im Nahen Osten Grundzüge eines Abkommens vorgelegt hätten. Die Vereinbarung soll den amerikanischen und iranischen Streitkräften einen Weg aus der seit Wochen andauernden Eskalation in der Strasse von Hormuz ebnen. Der Iran hat zugleich angekündigt, auf weitere US-Angriffe entschlossen zu reagieren. Beobachter werten die Trump-Erklärung als Versuch, die Eskalation vor den US-Kongresswahlen im November zu deeskalieren. Die iranische Führung hat sich bisher öffentlich nicht geäussert. Die Börsen in Asien reagierten am Morgen mit steigenden Notierungen, der Goldpreis gab leicht nach.
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew war die Nacht zum Samstag eine der schwersten seit Wochen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Raketen und Drohnen, die auf Wohngebiete in mehreren Stadtteilen zielten. Die ukrainische Luftwaffe konnte nach eigenen Angaben 32 der 44 Drohnen und vier Marschflugkörper abschiessen. Selenskyj forderte bei einer Videokonferenz mit europäischen Partnern erneut die Lieferung zusätzlicher Patriot-Flugabwehrsysteme. Die Bundesregierung hat in der vergangenen Woche eine Tranche von 1,4 Milliarden Euro für ukrainische Beschaffungen freigegeben. In Berlin liefen am Samstag rund 300'000 Menschen beim Christopher Street Day unter dem Motto «Für eine Zukunft ohne Angst» durch Hamburg.
In Moskau detonierte am Freitagabend ein Sprengsatz in einem Restaurant im Stadtzentrum. Drei Menschen kamen ums Leben, mehrere wurden verletzt. Nach Angaben russischer Ermittler könnte ein General der Streitkräfte das Ziel des Anschlags gewesen sein. Eine politische Zuordnung gibt es bisher nicht. Die Behörden ermitteln in alle Richtungen.
Der Schweizer Sport hat am Wochenende einen historischen Erfolg gefeiert. Der Doppelvierer der Frauen gewann an den Ruder-Europameisterschaften in Luzern die Goldmedaille. Es ist der erste EM-Titel einer Schweizer Ruder-Crew in dieser Bootsklasse. Die Crew um Lisa Lötscher, Célia Dupré, Salma Zouggari und Annina Sciboz setzte sich im Finale gegen Grossbritannien und die Niederlande durch. Das Rennen wurde am Sonntagmorgen auf dem Rotsee ausgetragen.
In der Super League geht die zweite Runde mit klaren Resultaten zu Ende. Die Young Boys schlugen den FC Thun auswärts mit 6:0, das höchste Resultat der noch jungen Saison. Toptorschütze war Cedric Itten mit drei Treffern. Der FC Basel verlor zu Hause gegen Lausanne-Sport mit 0:1 nach einem Konter in der Nachspielzeit. Der FC Zürich feierte am 130. Geburtstag des Vereins einen 2:1-Heimsieg gegen Servette. In der Challenge League führt Aufsteiger Étoile Carouge die Tabelle nach zwei Spieltagen an.
An der Tour de France Femmes, die am Samstag in der Romandie gestartet ist, liegen zwei Schweizerinnen in den Top 10. Nömi Rüegg wurde Vierte im Prolog in Lausanne, Elise Reusser Sechste. Beide Fahrerinnen gehören zum erweiterten Kreis der Favoritinnen auf das Gelbe Trikot. Die achte Austragung des Rennens endet am nächsten Sonntag in Alpe d'Hüz.
Der US-Sport steht am Wochenende im Zeichen zweier Grossereignisse. An der Baseball-Trade-Deadline bahnen sich mehrere Top-Deals an, darunter ein möglicher Wechsel des Star-Shortstops der Detroit Tigers. In der WWE SummerSlam verteidigte CM Punk den Titel, Oba Femi besiegte Brock Lesnar. Am 4. Juli 2026 hatten die USA ihr 250-jähriges Bestehen gefeiert. Eine Titelgeschichte der Wochenzeitung wirft die Frage auf, ob die amerikanische Demokratie diese Zeitspanne unter dem aktuellen Präsidenten überstehen wird.
In der Schweizer Wirtschaft sorgt ein Vorgang bei der Zurich Insurance für Aufsehen. Die Finanzmarktaufsicht Finma hat öffentlich gemacht, dass der Versicherer in seinem Heimmarkt Auflagen ignoriert und die Muttergesellschaft getäuscht haben soll. Es geht um Geschäfte im grenznahen Deutschland, die nicht den aufsichtsrechtlichen Standards entsprochen haben sollen. Die Zurich bestätigt den Vorgang und hat eine Sonderprüfung eingeleitet. Der Aktienkurs fiel am Freitag um 2,3 Prozent.
Die Berner Outdoor-Marke Mammut wird chinesisch. Der Eigentümer Telemos Capital verkauft die Mehrheit an den chinesischen Sportartikelhersteller Anta Sports. Mammut-Chef Heiko Schall bestätigte den Wechsel und sagte, die Berge endeten nicht an der Schweizer Landesgrenze. Mit dem Verkauf geht die traditionsreiche Seil- und Kletterseilproduktion im Wallis vorerst an einen neuen Eigentümer. Anta Sports ist bereits Mehrheitseigner von Salomon und Arc'teryx. Die Belegschaft in der Schweiz bleibt nach Angaben des Unternehmens unverändert.
Im Schweizer Detailhandel sorgt ein Verhalten der Migros-Tochter Micasa für Diskussionen. Mitarbeitende mussten am 1. August freinehmen und die Stunden an einem anderen Tag nachholen. Die Migros verweist auf die betriebliche Notwendigkeit. Die Gewerkschaft Unia spricht von einem Verstoss gegen den Landesmantelvertrag. Der Vorfall fällt in eine Phase, in der die grossen Detailhändler den Personalbestand weiter reduzieren.
In der Schweizer KI-Branche hat das deutsche Wunderkind Leopold Aschenbrenner einen schweren Stand. Seine Firma Situational Awareness hat nach eigenen Angaben 1,2 Milliarden Dollar Risikokapital aufgenommen und verbrannt. In einem Podcast nannte er drei zentrale Fehler: zu schnelles Personalwachstum, fehlende Rechenkapazität und eine Modellarchitektur, die nicht skalierte. Der Fall zeigt, wie schnell ein KI-Startup unter Druck geraten kann, wenn die nächste Modellgeneration verfehlt wird. Die Schweiz verliert derweil bei digitalen Assets an Boden, wie eine Analyse aus der Schweizer Finanzbranche zeigt. Der Vorsprung gegenüber Singapur und den Emiraten schmilzt.
Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin kommt eine Warnung an deutsche Unternehmen. Der Geheimdienstliche Lagebericht 2026 weist darauf hin, dass nordkoreanische IT-Fachkräfte in Europa verstärkt Aufträge annehmen. Die Mitarbeiter sollen in legitimierten Auftragsverhältnissen sensible Daten abschöpfen. Die deutschen Sicherheitsbehörden raten zu verstärkter Sorgfalt bei der Personalauswahl. In München hat ein Hitzerekord für überfüllte Notaufnahmen gesorgt. Das Klinikum rechts der Isar behandelte am Wochenende 240 Hitzepatienten, doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.
Im Sport treibt die Wechselperiode die Vereine um. Real Madrid und Vinícius Júnior haben sich bisher nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen können. Der Brasilianer soll laut übereinstimmenden Medienberichten einen Wechsel zum FC Arsenal erwägen. Der FC Chelsea bestätigte unterdessen den Transfer von Danny Welbeck von Brighton. Manchester United setzte im Testspiel gegen Atlético Madrid einen 15-Jährigen ein, der aus der eigenen Akademie stammt.
Ausblick
In der Schweiz beginnt die politische Sommerpause erst nach dem Nationalfeiertag. In der kommenden Woche treffen sich die Eidgenössischen Räte zu einer ausserordentlichen Session. Auf der Traktandenliste steht die Beratung der Botschaft zur Armee-Beschaffung. Im Ausland richtet sich der Blick auf Washington, wo am Dienstag ein neues Hilfspaket für die Ukraine zur Abstimmung steht. Die EU-Aussenminister beraten am Montag in Brüssel über das weitere Vorgehen an der spanisch-marokkanischen Grenze. In der Super League steht am Wochenende die dritte Runde an.
Die Märkte heute
Der Goldpreis steht aktuell bei 3'327 Franken die Unze. Das ist ein Plus von 0,8 Prozent seit dieser Woche, getrieben von der anhaltenden Nachfrage aus Zentralbanken.
Der MSCI World notiert bei 4'848 Punkten. Das ist ein Gewinn von 1,09 Prozent seit dieser Woche. Grund ist die überraschende Entspannung im Nahen Osten und die Hoffnung auf ein Ende der Iran-Eskalation.
Der Bitcoin-Kurs liegt bei 51'341 Franken. Das ist ein Plus von 0,6 Prozent seit gestern, gestützt von Mittelzuflüssen in den grossen US-Spotfonds.
Der Euro steht bei 0,9304 Franken, der US-Dollar bei 0,8101 Franken. Die EZB-Referenzkurse zeigen den Franken damit leicht fester als zuletzt.