Zwei Medikamente, die Hoffnung trugen, liefern klinisch fast nichts. Was Patienten, Ärzte und die Schweiz daraus lernen.
In den frühen 2020er-Jahren schien die Alzheimer-Forschung am Durchbruch. Lecanemab und Donanemab, zwei monoklonale Antikörper gegen das Protein Beta-Amyloid, zeigten in grossen Studien erstmals eine statistisch signifikante Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. Sechs Jahre später attestieren eine Meta-Analyse und ein Cochrane-Review aus 2026 beiden Mitteln «keine oder bestenfalls kleine klinische Wirkung». Die Ernüchterung ist die grösste Neurologie-Nachricht des Jahrzehnts. Dieser Bericht erklärt, warum der Boom platzte, was er für Patientinnen und Patienten konkret bedeutet, und warum die Schweiz mit ihrer vorsichtigen Zulassungspraxis unfreiwillig zum Gegenmodell wird. Er beginnt dort, wo die Krankheit selbst beginnt: im menschlichen Gehirn, dem Organ, das der eigenen Erforschung am hartnäckigsten widersteht.