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Mittagsausgabe vom 30. Juli 2026: Fed bleibt hart, Zürich ordert Yutong

Fed lässt Leitzins unverändert, US-Vergeltung nach Iran-Angriff auf Jordanien, Zürcher Verkehrsbetriebe bestellen bis zu 80 E-Busse in China, Tessiner Regierungsrat Zali tritt zurück.

Von der MacherPost-Redaktion 30.07.2026, 10:00 ♪ 15 Min Audio · 1'891 Wörter
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Mittagsausgabe vom 30. Juli 2026: Fed bleibt hart, Zürich ordert Yutong

Stand 12:00 Uhr. Die wichtigsten Entwicklungen des Vormittags im Überblick.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins am Mittwochabend (Schweizer Zeit) unverändert gelassen. Fed-Chef Jerome Powell sprach anschliessend von einer abwartenden Haltung. Eine erste Senkung wird nun frühestens für September erwartet. Präsident Donald Trump hatte im Vorfeld einen Zinsschritt gefordert. Die Märkte reagierten mit Verkäufen. Die «kleine Sensation» an der Pressekonferenz war, dass Powell eine erste Zinssenkung nicht kategorisch ausschloss, sie aber an klare Inflationsdaten knüpfte. Damit bleibt der Pfad offen, aber zeitlich gestreckt. Volkswirt Joachim Fels von der Grossbank Janus Henderson sprach von einer «vorsichtigen Fed», die der Konjunktur keinen Druck machen wolle. An den Terminmärkten preist die Mehrheit der Händler nun eine Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent für eine Senkung um 25 Basispunkte im September ein (n-tv.de, Reuters, XTB).

Im Nahen Osten eskaliert die Lage am Donnerstagmorgen. Nach einem iranischen Raketenangriff auf US-Stellungen in Jordanien flog die US-Armee schwere Vergeltungsschläge gegen Ziele im Iran. Jordanien sprach nach eigenen Angaben von einem vereitelten Angriff, bestätigte aber Opfer unter Soldaten. Der Ölpreis stieg deutlich, ein Tanker im Mittelmeer geriet in Brand. Trump kündigte öffentlich weitere harte Schläge gegen den Iran an und warnte die Führung in Teheran vor den Folgen. Die Nato-Partner in Europa wurden über den Angriff informiert, eine formelle Bündniskonsultation fand am Donnerstagvormittag nicht statt. Diplomatische Kanäle nach Teheran blieben über die Schweizer Schutzmachtvertretung in Teheran offen, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten bestätigte (Euronews, ZEIT, Kurier, WiWo).

Der Börsentag in Europa und den USA steht im Zeichen dieser beiden Strömungen: geopolitische Risikoaversion und eine Fed, die den Pfad der Zinssenkungen vorerst blockiert. Der MSCI World notiert am Morgen klar im Minus, Gold markiert ein neues Rekordhoch. Am Schweizer Markt wird der SMI mit einem deutlich tieferen Eröffnungskurs erwartet, die schwergewichtigen Pharmawerte Roche und Novartis könnten mit ihren Halbjahreszahlen am 30. Juli für eine Gegenbewegung sorgen.

In der Schweiz beschäftigt eine Beschaffungsentscheidung der Stadt Zürich. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) bestellen erstmals Elektrobusse beim chinesischen Hersteller Yutong, bis zu 80 Fahrzeuge sind im Gespräch. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 40 Millionen Franken über die nächsten vier Jahre. Der einheimische Hersteller Hess wird in der Begründung explizit kritisiert, insbesondere wegen Lieferproblemen und Preissteigerungen in den letzten Jahren. Nationalrätinnen und Nationalräte aus dem Industriekanton Thurgau hatten den Schritt zuvor als riskant bezeichnet und auf den Verlust von Schweizer Industriearbeitsplätzen hingewiesen. Die NZZ sieht darin eine «Zäsur in der Schweizer Beschaffungspolitik», weil erstmals eine kommunale Behörde offen einen chinesischen Anbieter bevorzugt (NZZ, Tages-Anzeiger, Thurgauer Zeitung).

Aus dem Tessin kommt ein politischer Paukenschlag. Regierungsrat Christian Zali (Lega) kündigt seinen Rückzug an. Über die Gründe wurde zunächst nichts Konkretes bekannt. Zali sass seit 2019 in der Kantonsregierung und war unter anderem für Finanzen und Gesundheit zuständig. Parteiinterne Kreise sprechen von Unstimmigkeiten über den Sparkurs des Kantons und über den geplanten Ausbau des Kantonsspitals. Der Rückzug kommt mitten in der Vorbereitung auf die Kantonsratswahlen 2027. Der Tessiner Staatsrat muss nun in den nächsten Wochen eine Nachfolge bestimmen (Blick).

Die MeteoSchweiz warnt vor einer der stärksten Hitzewellen des Sommers. Am Donnerstag werden in mehreren Regionen der Schweiz Höchstwerte von 36 bis 37 Grad erwartet, in den inneren Alpentälern lokal noch höher. Genf und das Rhonetal rechnen mit Werten um 38 Grad. Die Trockenheit der letzten Wochen verschärft die Waldbrandgefahr markant, in Graubünden und im Wallis gilt die zweithöchste Warnstufe. Auf den Strassen ist mit Ferienrückreiseverkehr zu rechnen, die Polizei ruft zu reduziertem Tempo auf (MeteoSchweiz, 20 Minuten).

Bei den Big-Tech-Zahlen schlug am Vorabend Meta die Anleger in die Flucht. Der Konzern verfehlte die Gewinnerwartungen für Q2 2026, die Aktie brach nachbörslich um über 7 Prozent ein. Hauptgrund sind die massiven Investitionen in KI-Rechenzentren, die den Free Cashflow belasten. CEO Mark Zuckerberg bekräftigte die Strategie und kündigte für das Gesamtjahr 2026 Capex von rund 145 Milliarden Dollar an. Das liegt deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Mittel von etwa 110 Milliarden ausgingen. Die Börse straft den Plan ab, weil die Rendite dieser Investitionen erst in Jahren sichtbar werden dürfte. Die «Börse zweifelt an Zuckerbergs KI-Euphorie», kommentiert die ZEIT. Im Sog der Meta-Zahlen verloren auch Alphabet und Microsoft vorbörslich zwischen 1 und 2 Prozent (Handelsblatt, Investing.com, ZEIT, WiWo).

Microsoft will mit einer neuen Copilot-Super-App für Chat, Code und autonome KI-Agenten noch im Jahr 2026 gegen OpenAI und Anthropic antreten. Das kündigte Konzernchef Satya Nadella in dieser Woche an. Branchenbeobachter werten den Schritt als Eingeständnis, dass der bisherige Copilot-Assistent Marktanteile verloren hat. Die neue App soll auf einem einheitlichen KI-Modell basieren und erstmals tiefe Integration in Windows 12 bieten. Microsoft steht mit dem Schritt unter Druck, weil die eigenen KI-Sparten bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind und der Konzern stark auf Partnerschaften mit OpenAI und Anthropic angewiesen ist (t3n, itmagazine.ch, WinFuture).

In der Schweizer Armee läuft ein ungewöhnlicher Hilfseinsatz. Helikopter der Luftwaffe sind auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika im Einsatz, um Busch- und Waldbrände zu bekämpfen. Über die genaue Zahl der beteiligten Maschinen und die Dauer schweigt das Departement für Verteidigung. Mehrere Dörfer auf Korsika wurden evakuiert, die französische Regierung hat den Katastrophenfall ausgerufen. Die Schweiz hat in den letzten Jahren wiederholt bei internationalen Brand- und Katastropheneinsätzen mitgewirkt, etwa 2023 in Griechenland und 2022 in Slowenien (SWI swissinfo.ch).

Im Sport zieht der FC Lugano souverän in die dritte Runde der Conference-League-Qualifikation ein. Im Kosovo setzte sich das Team von Trainer Mattia Steffen mit 3:0 gegen Dukagjini Klina durch. Das Hinspiel hatte Lugano noch unentschieden 1:1 gestaltet, am Mittwochabend erledigte es die Aufgabe deutlich. Matchwinner war Stürmer Ignacio Aliseda mit zwei Toren. In der nächsten Runde wartet voraussichtlich der Sieger der Partie zwischen Universitatea Craiova und Spartak Trnava (SRF, Tages-Anzeiger, Watson).

Beim FC St. Gallen wird die Reise zur ersten Partie in der Europa-League-Qualifikation in Lissabon wegen der Waldbrände in Portugal zur logistischen Herausforderung. Die Mannschaft versucht am Donnerstagabend zu starten, mehrere Routen wurden umgeplant. Ersatzweise wäre ein Charterflug im Gespräch, sollte sich die Luftraumsituation weiter verschlechtern. Der portugiesische Erstligist Benfica empfängt St. Gallen am Donnerstagabend im Estádio da Luz (20 Minuten).

YB feiert am Mittwochabend das Comeback von Captain Stephan Bachmann nach 13 Monaten Verletzungspause. Beim 2:0-Heimsieg in der Super League gegen Servette sass Bachmann noch auf der Bank, Trainer Joël Magnin plant einen behutsamen Aufbau. Bachmann hatte sich im Mai 2025 einen Kreuzbandriss zugezogen und war seitdem ausgefallen. Der Verein rechnet damit, dass Bachmann Anfang September wieder in den Spielbetrieb eingreifen kann (Blick).

Bei SAP startet eine strategische Partnerschaft mit dem Versicherer SIGNAL IDUNA im Bereich Künstliche Intelligenz. Konkret geht es um die Integration von SAPs Joule-KI in Versicherungsprozesse, vom Schadenmanagement bis zur Kundenkommunikation. SIGNAL IDUNA erwartet, dass dadurch bis 2028 rund 30 Prozent der Standardprozesse automatisiert werden können. Für SAP ist die Partnerschaft ein wichtiger Referenzauftrag im deutschsprachigen Versicherungsmarkt (SAP News).

Aus den USA kommt ein Hackerangriff auf OpenAI, der nach neuen Erkenntnissen grösser war als bislang bekannt. Unbekannte erlangten offenbar auch interne Konfigurationsdaten von API-Kunden. OpenAI bestätigte den Vorfall und schrieb betroffene Accounts neu. Das US-CERT wurde eingebunden, die Federal Trade Commission prüft den Fall. Der Vorfall ereignete sich bereits im Mai 2026, wurde aber erst jetzt in vollem Umfang öffentlich. Branchenexperten sprechen von einem der grössten bekannten Angriffe auf ein KI-Unternehmen (ChannelPartner).

In der US-Politik verschiebt das Senat die Abstimmung über die Nominierung von Paul Blanche zum Generalstaatsanwalt. Mehrere republikanische Senatoren blockieren die Personalie. Blanche gilt als treuer Verbündeter von Trump, stösst aber bei mehreren gemässigten Senatoren wegen seiner Haltung in Kartellrechtsfragen auf Widerstand. Ohne diese Stimmen fehlt Blanche die nötige Mehrheit. Die Verschiebung ist ein weiteres Zeichen für die Spannungen innerhalb der Republikanischen Partei auch bei Justizthemen (Washington Post).

Die deutsche Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal entgegen ersten Befürchtungen leicht, gestützt vor allem von steigenden Verteidigungsausgaben. Das Bremer Wirtschaftsforschungsinstitut spricht von hoffnungsvollen Signalen aus der Rüstungsindustrie. Die genaue BIP-Zahl veröffentlicht Destatis am Donnerstagvormittag, sie wird mit 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwartet. Eine Goldman-Sachs-Analyse sieht in der Rüstungs- und IT-Industrie zwei Sektoren, die in den nächsten zwei Jahren mehr als 80 Prozent des deutschen Wachstumsbeitrags liefern könnten (buten un binnen, WiWo, Wallstreet Online).

In Wien stagnierte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2026 laut einer Schnellschätzung des Wifo (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung). Damit bestätigt sich der seit Jahresbeginn beobachtete Trend einer Schwächephase. Das Wifo spricht von einer Stagnation mit Risiken, insbesondere für die exportorientierte Sachgüterindustrie. Die Industrieproduktion sank im Halbjahresvergleich um 1,4 Prozent (derStandard).

Bei Amgen gibt es einen Zulassungsfortschritt in Europa. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA empfiehlt eine erweiterte Anwendung des Cholesterinsenkers Repatha zur Senkung des kardiovaskulären Risikos bei Hochrisiko-Erwachsenen. Eine formelle Zulassung durch die EU-Kommission gilt als wahrscheinlich. Repatha ist bereits zur Behandlung von Hypercholesterinämie zugelassen, die Erweiterung würde das Anwendungsgebiet auf breitere Risikopopulationen ausdehnen (Amgen).

Aus Wien kommt eine UNO-HIV-Warnung. UNAIDS sieht nach Jahren des Rückgangs wieder steigende Neuinfektionsraten, vor allem in Subsahara-Afrika und Osteuropa. UNAIDS-Chefin Winnie Byanyima fordert eine Wiederauffüllung des globalen Fonds und warnt vor einem Rückschritt um zehn Jahre. 2025 wurden weltweit 1,3 Millionen Neuinfektionen registriert, 200'000 mehr als im Vorjahr (ORF).

In der Schweiz sorgt die Feuerwerksregelung an Bundesfeiern für politische Verstimmung. 20 Minuten berichtet über Ausnahmen bei Feuerwerksverboten in mehreren Gemeinden, die je nach Kanton unterschiedlich gehandhabt werden. Der Bundesrat will am Donnerstag über eine landeseinheitliche Lösung beraten. Im Zentrum steht die Frage, ob die Kantone weiterhin Ausnahmen für besondere Anlässe erteilen dürfen. Befürworter einer strengeren Regelung verweisen auf die Waldbrandgefahr in der aktuellen Trockenheit, Gegner auf die Tradition und die wirtschaftliche Bedeutung der Feuerwerksbranche (20 Minuten).

Aus dem Bildungsbereich kommt eine bemerkenswerte Statistik des Bundesamtes für Statistik (BFS). Junge Schweizer Paare sagen heute deutlich seltener «Ja» als noch vor zehn Jahren. Die Zahl der Eheschliessungen pro 1000 Einwohner ist seit 2016 von 5,0 auf 3,7 gesunken. Gleichzeitig steigt die Zahl der eingetragenen Partnerschaften, die im Jahr 2026 erstmals die Marke von 1000 pro Jahr überschreiten dürften. Auffällig ist auch der hohe Anteil von Ferntrauungen: Rund ein Viertel der Paare im Jahr 2025 liess sich im Ausland trauen, vor allem in Dänemark und auf Zypern (20 Minuten).

Aus dem Sicherheitsbereich meldet die Kantonspolizei Aargau neue Erkenntnisse zum Sexualverbrechen von Untersiggenthal vom Juli 2025. Die beiden Opfer erhalten demnach Sozialhilfe, weil sie durch die Tat ihre Erwerbsfähigkeit verloren haben. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen einen 38-jährigen Schweizer erweitert, ein zweiter Beschuldigter ist flüchtig (Blick).

Der Ausblick auf den Nachmittag: Im Mittelpunkt steht die Bilanzsaison der US-Tech-Konzerne nach dem Meta-Schock. Am Abend (MESZ) erscheint zudem der Konjunkturausblick der Fed, und der Iran-Konflikt dürfte die Märkte weiter bewegen. In der Schweiz entscheidet der Bundesrat über das weitere Vorgehen beim Feuerwerksverbot an Bundesfeiern. In Lugano trifft sich am Nachmittag die Tessiner Kantonsregierung zu einer Sondersitzung zur Nachfolge von Christian Zali.

Die Märkte heute

Der Goldpreis steht aktuell bei 4121 US-Dollar pro Unze. Das ist ein Gewinn von 1,15 Prozent seit heute Morgen. Haupttreiber sind die geopolitischen Spannungen nach dem iranischen Raketenangriff auf US-Stellungen in Jordanien und die Aussicht auf eine längere Phase hoher US-Zinsen.

Der MSCI World notiert bei 4750,8 Punkten. Das ist ein Verlust von 0,94 Prozent seit heute Morgen. Auslöser sind die Fed-Entscheidung vom Vorabend und die Iran-Eskalation am Donnerstagmorgen.

Der Bitcoin-Kurs liegt bei 64'230 US-Dollar. Das ist ein Verlust von 0,2 Prozent in den letzten 24 Stunden.

Der Euro steht zum Franken bei 0,9332. Der US-Dollar liegt gegenüber dem Franken bei 0,82. Beide Referenzwerte stammen vom Mittwoch (EZB-Referenz).

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