Fed vor Zinsentscheid, Iran bricht die Waffenruhe
BMW streicht 8000 Stellen, UBS mit 2,8 Mrd. Dollar Quartalsgewinn, Fussball-WM vor Umbruch
Fed vor Zinsentscheid, Iran bricht die Waffenruhe
Die wichtigsten Signale des Tages: Die US-Notenbank Fed gibt am Abend ihren Zinsentscheid bekannt, die Börsen notieren vorab deutlich im Minus. Iran hat mit einem Raketenangriff auf eine US-Basis in Jordanien die jüngste Waffenruhe beendet, Trump kündigt Vergeltung an. BMW streicht weltweit 8000 Stellen, UBS steigert den Quartalsgewinn auf 2,8 Milliarden Dollar. Und die Schweiz erlebt am Mittwoch Temperaturen bis 40 Grad.
Fed vor Zinsentscheid: Wall Street unter Druck
An der Wall Street ging es am Mittwoch vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed deutlich bergab. Der Dow-Jones-Index verlor zeitweise über 800 Punkte, wie der Finanzsender CNBC am Nachmittag berichtete. Anleger fürchten, dass Fed-Präsident Jerome Powell einen weiteren geldpolitischen Schwenk signalisiert. Der designierte Nachfolger von Fed-Gouverneur Christopher Waller, Kevin Warsh, hatte zuvor einen stärker intransparenten geldpolitischen Kurs angekündigt; sein Plan für eine weniger transparente Fed werde «von den Märkten auf die Probe gestellt», wie CNBC formulierte. Der Entscheid wird um 20 Uhr Schweizer Zeit erwartet. Schon am Morgen hatte Trump mit scharfen Worten an die Fed für Unsicherheit gesorgt. Sollte Powell an seiner Linie festhalten, dürften die Märkte in Asien mit Verspätung weiter reagieren.
Iran bricht Waffenruhe mit Raketenangriff auf US-Basis
In der Nacht auf Mittwoch hat die iranische Armee eine amerikanische Militärbasis in Jordanien mit Raketen angegriffen. Damit ist die erst kürzlich vereinbarte Waffenpause nach den direkten Konfrontationen zwischen Washington und Teheran faktisch beendet, wie die NZZ unter Berufung auf eigene Korrespondenten aus der Region berichtet. US-Präsident Donald Trump kündigte umgehend Vergeltung an. Die irakische Regierung verurteilte die Angriffe auf das eigene Territorium. Die Lage am Golf bleibt damit hochexplosiv; die Ölpreise reagierten mit einem Sprung von über 5 Prozent.
Trump und Saudi-Arabien fliegen Angriffe im Irak
Die USA und Saudi-Arabien haben nach Angaben des US Central Command gemeinsam Stellungen Iran-naher Milizen im Irak angegriffen. Auslöser waren vorherige Angriffe pro-iranischer Gruppen auf US-Stützpunkte und saudische Energieinfrastruktur, wie die BBC unter Berufung auf das Pentagon berichtete. Die Lage in der Region eskaliert damit auf mehreren Schauplätzen gleichzeitig. Am Rande der Trauerfeier für den verstorbenen Senator Lindsey Graham traf der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski am Dienstag in Washington Trump, wie SRF aus dem Weissen Haus meldete.
BMW streicht 8000 Stellen
Die deutsche Autokrise verschärft sich. BMW kündigte am Mittwoch den Abbau von rund 8000 Stellen weltweit an, die meisten davon in Deutschland, wie der «Handelsblatt» berichtet. Das Sparprogramm soll jährlich rund eine Milliarde Euro einsparen. Konzernchef Milan Nedeljkovic steht damit vor seiner ersten grossen Bewährungsprobe. Auch der Sportwagenbauer Porsche stabilisiert seinen Gewinn nur knapp. Für die deutsche Schlüsselindustrie ist das ein weiterer Warnschuss: Nach Volkswagen, Continental und ZF gerät nun der letzte grosse Premiumhersteller unter Druck.
UBS mit Milliardengewinn und neuem Aktienrückkauf
Die UBS hat im zweiten Quartal 2026 einen Konzerngewinn von 2,8 Milliarden Dollar erzielt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Grossbank kündigte zudem ein neues Programm für Aktienrückkäufe an, wie die NZZ aus Zürich berichtete. Der Kurs legte an der Schweizer Börse zu. Die Kapitaldebatte um die Eigenmittelausstattung der UBS dürfte damit politisch wieder Fahrt aufnehmen. Gleichzeitig brummt das Geschäft der Vermögensverwaltung, während der Investmentbanking-Bereich verhalten bleibt.
Fifa will WM-Anteile verkaufen: Kritik aus Europa
Die Pläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino, künftig private Investoren an der Vermarktung der Fussball-Weltmeisterschaft zu beteiligen, stossen auf scharfen Widerstand. Die Üfa berief für diesen Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung ein, wie BBC und AP übereinstimmend berichten. Die Fifa setzt den nationalen Verbänden eine Frist bis zum 19. September und bietet 40 Millionen Dollar, sollten sie dem Plan zustimmen. Hintergrund ist ein angebliches Investitionsinteresse von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Trump. Der Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses prüft bereits mögliche Interessenkonflikte.
Japan: Schweres Erdbeben fordert 13 Tote
Im Süden Japans hat am Mittwoch ein Erdbeben der Stärke 7,1 schwere Schäden angerichtet. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 13 Menschen ums Leben, mehr als 100 Nachbeben erschütterten die Region, wie die BBC unter Berufung auf die japanische Wetterbehörde meldete. Die Behörden warnten vor möglichen weiteren Beben bis zur Stärke 7. Erinnerungen an das verheerende Erdbeben vom 1. Januar 2024 werden wach. Der Flugverkehr in der Region ist teilweise eingeschränkt.
Hitzewelle und Waldbrände in Südeuropa
Spanien und Frankreich rüsten sich für die vierte Hitzewelle dieses Sommers. In der Region um Valencia und Castellón kämpfen Einsatzkräfte gegen einen der grössten Waldbrände seit Jahrzehnten, wie die NZZ aus Nules berichtet. Zehntausende Menschen mussten evakuiert werden. Schweizer Feuerwehrleute sind weiterhin in der Gironde im Einsatz, wie 20 Minuten aus Frankreich meldete. In der Schweiz klettern die Temperaturen laut MeteoSchweiz auf bis zu 40 Grad, der Vierwaldstättersee sinkt wegen der anhaltenden Trockenheit auf einen historischen Tiefststand.
Tessiner Regierungspräsident Zali tritt zurück
Im Tessin kommt es zum politischen Beben: Regierungspräsident Claudio Zali (Lega) wird seinen Posten per Ende September abgeben, wie die NZZ aus Bellinzona berichtet. Zali steht seit Tagen wegen mehrerer Skandale unter Druck. Das Präsidium verliert er sofort. Es ist der erste Rücktritt eines amtierenden Tessiner Regierungsmitglieds seit Jahren. Der Kanton steht damit vor einer Doppelbelastung: Die Nachfolge muss innert weniger Wochen geregelt werden, gleichzeitig läuft die Vorbereitung der nächsten kantonalen Wahlen.
Schweizer Asylgesuche sinken unter 10'000
Erstmals seit 2022 sinken die Asylgesuche in der Schweiz im ersten Halbjahr unter die Marke von 10'000. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) registrierte einen deutlich stärkeren Rückgang als ursprünglich prognostiziert, wie die NZZ aus Bern meldete. In den Kantonen macht sich der Rückgang allerdings erst langsam bemerkbar, da viele Verfahren aus den Vorjahren noch offen sind. Die wirtschaftliche Lage in den Herkunftsländern und verschärfte Kontrollen an den europäischen Aussengrenzen gelten als Hauptgründe. Politisch ist die Entwicklung Wasser auf die Mühlen derjenigen, die seit Jahren eine konsequentere Rückführungspolitik fordern; auf der anderen Seite warnen Hilfswerke vor verfrühter Euphorie und verweisen auf die anhaltende Belastung in den Herkunftsländern.
Knutwiler Mineralwasser profitiert vom Sommerdurst
Die anhaltende Hitzewelle in der Schweiz beschert dem Mineralwasserhersteller Knutwiler einen aussergewöhnlichen Absatz. Im Juni lag die Nachfrage 30 Prozent über dem Vorjahreswert, wie SRF aus dem zentralschweizerischen Werk berichtete. In praktisch allen Landesteilen greifen Konsumenten derzeit zu Mineralwasser statt zu Leitungswasser. Die Branche rechnet damit, dass der Trend nach dem heissen Sommer in den Köpfen der Konsumenten verankert bleibt. Auf mittlere Sicht ist das auch eine Chance für die Schweizer Quellwässer im Export.
Sika fällt, Holcim steigt: Der Schweizer Baumarkt driftet auseinander
Innerhalb der Schweizer Bauwirtschaft öffnet sich die Schere zwischen den beiden grössten Konzernen. Sika, der Spezialist für Kleb- und Dichtstoffe, hat am Aktienmarkt deutlich an Wert verloren und kämpft mit einer schwachen Baukonjunktur in Europa und Nordamerika. Holcim, der Zementkonzern, profitiert derweil von Infrastrukturprogrammen in den USA und von seinem Engagement in Afrika, wie die NZZ aus Zürich meldete. Beide Titel sind im Swiss Market Index (SMI) gewichtet; ihre gegenläufige Entwicklung ist ein Gradmesser für die Frage, welche Geschäftsmodelle im aktuellen Bauzyklus noch tragen. Für die Schweizer Industriekultur ist das ein nüchterner Befund: Selbst in der boomenden KI-Ära zählt, ob ein Geschäftsmodell zur Konjunktur passt.
Merz findet neuen Fraktionschef und beendet Personaldebatte
Nach dem politischen Beben um die Leihmutteraffäre von CDU-Präsident Jens Spahn hat die Bundestagsfraktion von CDU/CSU einen neuen Vorsitzenden gewählt. Thorsten Frei, bislang Vize-Fraktionschef und einer der engsten Vertrauten von Bundeskanzler Friedrich Merz, setzte sich mit 91,9 Prozent der Stimmen durch, wie das «Handelsblatt» aus Berlin berichtete. Merz sieht damit seine eigene Personaldebatte beendet und kann sich auf die laufenden Gesetzgebungsverfahren konzentrieren. Die deutsche Innenpolitik kommt damit kurz vor der Sommerpause zur Ruhe.
Berlusconi-Nachfolge: Zidane für Frankreich, Mancini für Italien
Im europäischen Fussball kommt Bewegung in zwei Trainerämter. Zinedine Zidane übernimmt die französische Nationalmannschaft als Nachfolger von Didier Deschamps, Roberto Mancini kehrt nach Italien zurück und übernimmt die Squadra Azzurra. Die Trainersuche in Italien war zuvor von Absagen und Zusagen geprägt, wie die NZZ aus Neapel berichtet. Zidane war schon länger als Wunschlösung der Fussball-Föderation gehandelt worden. Mit Mancini kommt ein alter Bekannter, der den italienischen Verband bereits zwischen 2018 und 2023 betreute.
Tour de France: Nächtliche Doping-Kontrollen nach Rekordjagd
An der Tour de France sorgen die Rekordzeiten der vergangenen Etappen für Diskussionen. Die Organisatoren ziehen die Konsequenzen und führen verstärkt nächtliche Doping-Kontrollen durch, wie SRF mit Verweis auf Anti-Doping-Experten berichtet. Alle bisherigen Tests sind zwar negativ, doch das ungute Gefühl in der Radsport-Welt bleibt. Der Schweizer Ernst König, einer der erfahrensten Funktionäre im Peloton, verteidigt die Massnahme als sinnvoll für den fairen Wettbewerb. Die Fahrer akzeptieren die Kontrollen, sprechen aber von zunehmendem psychischem Druck. Die kommenden Alpenetappen rund um L'Alpe d'Hüz werden zeigen, ob die Zeiten ohne Hilfsmittel möglich sind.
Schweizer Sport: Thun scheitert, Lugano weiter, Mountainbike-EM im Tessin
Der FC Thun hat den Einzug in die dritte Qualifikationsrunde der Champions League verpasst. Nach einer 2:0-Führung im Rückspiel verlor das Berner Oberländer Team bei Dinamo Zagreb noch mit 2:3 nach Verlängerung, wie die NZZ aus Zagreb meldete. Lugano steht unterdessen in der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League; das Rückspiel gegen Dukagjini steht am Mittwochabend an. Im Tessin beginnt am Donnerstag die Mountainbike-EM in Monteceneri, wie SRF aus dem Tessin berichtet. Die Titelkämpfe dauern bis Sonntag. Die Schweiz tritt mit mehreren Medaillenhoffnungen an, darunter die letztjährige Cross-Country-Weltcup-Gesamtzweite.
Chiphersteller CXMT aus China mischt Chip-Börse auf
Der chinesische Chiphersteller CXMT hat beim Börsendebüt an der Shanghai Stock Exchange zeitweise einen höheren Marktwert erreicht als der US-Rivale Intel. Das sorgt an den internationalen Börsen für Aufsehen, wie SRF aus den Handelsräumen berichtet. Die Rallye der chinesischen Halbleiterwerte hält damit an. Der südkoreanische Marktführer für KI-Speicherchips SK Hynix verzeichnete unterdessen im zweiten Quartal einen Rekordgewinn, verlor an der Börse aber gleichzeitig deutlich an Wert, wie die NZZ aus Tokio meldete. Die Skepsis der Anleger gegenüber der Nachhaltigkeit des KI-Booms wächst. Der schnelle Börsenaufstieg von CXMT ist gleichzeitig ein politisches Signal: Peking gelingt es, mit hohen Börsenbewertungen Kapital an sich zu binden, ohne direkt auf westliche Zulieferer angewiesen zu sein.
Putin und Kim giessen Partnerschaft in Beton
Russland und Nordkorea haben am Mittwoch eine neue Strassenbrücke über den Grenzfluss Tumen eingeweiht. Das Bauwerk gilt als Symbol der militärischen und wirtschaftlichen Annäherung der beiden Staaten, wie SRF mit Verweis auf russische Staatsmedien berichtete. Nach westlichen Geheimdiensten dient die Brücke zwei Zwecken: dem Personenverkehr und vor allem dem ungehinderten Transfer von Rüstungsgütern und Munition. Die Ukraine hatte wiederholt auf den Einsatz nordkoreanischer Artilleriegeschosse durch die russische Armee hingewiesen. Die Brücke ist ein konkretes Stück Infrastruktur in einem Bündnis, das bisher vor allem auf dem Papier bestand.
Ausblick auf morgen
Morgen Donnerstag stehen zwei Termine im Zentrum: Die Fifa-Notfallsitzung der Üfa in Nyon und die Bekanntgabe der Quartalszahlen weiterer Tech-Giganten. In Spanien und Frankreich dürfte die Hitzewelle neue Temperaturrekorde bringen. An den Schweizer Börsen wird nach dem UBS-Aufschwinger die Berichtssaison der weiteren Grossbanken und Industriekonzerne fortgesetzt.
Die Märkte heute
Der Goldpreis steht aktuell bei 4059,6 Dollar pro Unze. Das ist ein Verlust von 0,2 Prozent seit heute Morgen.
Der MSCI World steht aktuell bei 4769,1 Punkten. Das ist ein Verlust von 0,55 Prozent seit heute Morgen.
Der Bitcoin steht aktuell bei 64'105 Dollar. Das ist ein Gewinn von 1,16 Prozent in den letzten 24 Stunden.
Der Euro steht aktuell bei 0,9332 Franken. Im Wochenvergleich zeigt sich der Franken damit robust.
Der US-Dollar steht aktuell bei 0,82 Franken. Der Franken bleibt auch gegenüber dem Dollar fest.