Nach dem Iran-Krieg und einem brüchigen Waffenstillstand an der Strasse von Hormuz zeigen sich die strukturellen Abhängigkeiten der Schweizer Gasversorgung.
Der 28. Februar 2026 markiert eine Zäsur für die globalen Energiemärkte: Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs schloss die iranische Seite die Strasse von Hormuz, durch die zuvor rund ein Fünftel des globalen LNG-Handels floss. Während eines mehrtägigen Vormarsches gingen Teile der regionalen Öl- und Gasinfrastruktur verloren, die LNG-Produktion Katars und der Vereinigten Arabischen Emirate sank laut IEA von März bis Juni 2026 fast 80 Prozent unter das Vorjahresniveau, Katars Ras-Laffan-Anlage wurde beschädigt. Vor dem Konflikt passierten rund 20 Millionen Barrel Öl pro Tag die Meerenge; von März bis Mai 2026 waren es durchschnittlich 2,7 Millionen Barrel pro Tag. Die Spotpreise schnellten kurzzeitig auf fast 150 US-Dollar je Barrel Rohöl. Der Druck auf die Schweiz entstand indirekt über den europäischen Markt, da die Schweiz kein direkter Energiebezugspunkt für LNG aus Katar oder den Emiraten ist. Dieser Bericht zeigt, wie sich die Schweizer Gasversorgung seit dem Krieg verändert hat und welcher Spielraum am 25. Juli 2026 bleibt.