Die Volksrepublik wuchs vier Jahrzehnte mit Investitionen, Exporten und Immobilien. Heute stehen alle drei zugleich unter Druck. Eine Volkswirtschaft von 1,4 Milliarden Menschen sucht nach einem neuen Motor und findet ihn nur halbherzig, zwischen Handelskrieg, Demografie und einer Führung, die das Reformtempo aus politischen Gründen drosselt.
Das reale Wachstum in China fiel von 5,3 Prozent im Jahr 2023 auf 4,8 Prozent im Jahr 2024 und 5,0 Prozent im Jahr 2025. Für 2026 prognostiziert der Internationale Währungsfonds im April noch 4,5 Prozent. Das klingt nach europäischen Massstäben solide. Für ein Land, das zwischen 1980 und 2024 im Schnitt um rund 9 Prozent pro Jahr wuchs und dabei fast eine Milliarde Menschen aus der Armut holte, ist 4,5 Prozent eine Trendwende. Die Wahrscheinlichkeit, dass China 2026 unter vier Prozent wächst, ist nach den Daten der ersten Jahreshälfte 2026 nicht mehr gering. Das wäre das schwächste Wachstum seit 1990, von den Krisenjahren 2020 und 2022 abgesehen.