Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) tauscht zur Halbzeit der Legislatur zwei Schlüsselpositionen aus: Gesundheitsministerin Nina Warken soll Kanzleramtschefin werden, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernimmt das Gesundheitsressort. Das bestätigte die Bundesregierung am Vormittag in Berlin. Mit Warken rückt eine enge Vertraute Merz' an die Schaltzentrale der Macht; Linnemann gilt als wirtschaftspolitischer Hardliner, der im Wahlkampf mit dem Slogan "einfach mal machen" auffiel. Der Wechsel ist Teil eines "final geschnürten Personalpakets", mit dem Merz vor der parlamentarischen Sommerpause noch Fakten schaffen will. Beobachter werten den Schritt als Signal an die eigene Fraktion: Mit Linnemann zieht ein Pragmatiker in ein Ressort ein, das zuletzt mit der Krankenhausreform und stockenden Digitalprojekten aufgefallen war (tagesschau.de, 24.07.).
Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland trübt sich derweil weiter ein. Volkswagen hat seinen Umsatzausblick für 2026 gesenkt, nachdem der Gewinn bereits im zweiten Quartal "erneut eingebrochen" ist. Die Krise beim Wolfsburger Konzern verschärft die Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts und stützt die Forderung der Koalition nach schnelleren Entlastungen bei den Energiekosten. Im Raum steht zudem die Sorge um Zehntausende Arbeitsplätze in den deutschen Werken, sollte der Sparkurs weiter verschärft werden. Wirtschaftsverbände pochen auf eine Stromsteuersenkung für die Industrie, die im aktuellen Haushaltsentwurf aber unter Finanzierungsvorbehalt steht (tagesschau.de; NZZ, 24.07.).