Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Armeechef Oleksandr Syrskyj abgesetzt. Auf ihn folgt General Andrij Hnatow, der bereits als stellvertretender Chef des Generalstabs amtiert. Der Wechsel erfolgt nach Protesten von Angehörigen und westlichen Partnern gegen die hohen Verlustzahlen. Syrskyj war intern als «der Fleischer» bekannt. Er hatte das Amt im Februar 2024 nach dem gescheiterten Gegenangriff in der Region Charkiw übernommen. Selenskyj sprach am Mittwochmorgen in Kiew von einer notwendigen «Erneuerung der Führung», um das Tempo an der Front den neuen Realitäten anzupassen. Der Wechsel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die russischen Streitkräfte in der Region Donezk zuletzt durchschnittlich 8 Quadratkilometer pro Tag gewonnen haben. Beobachter in Kiew werten den Schritt als Eingeständnis, dass die aktuelle Militärdoktrin mit massiven Verlusten in den Stellungsgräben an der Donbass-Front nicht mehr aufgeht. Syrskyj wird nach offiziellen Angaben in den Reservestab versetzt (Tages-Anzeiger, NZZ, tagesschau.de).
In der Schweiz hat der Kanton Aargau ein Sexualverbrechen in Untersiggenthal zum Politikum gemacht. Die Staatsanwaltschaft fordert gegen einen ehemaligen Aargauer Grossrat (SVP) eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen sexueller Nötigung und Mordversuchs. Die Staatsanwaltschaft erliess zudem einen Ausschaffungsentscheid gegen die erwachsene, psychisch beeinträchtigte Geschädigte, was im Bundeshaus scharfe Kritik auslöste. Die Aargauer Regierung wies die Vorwürfe einer institutionellen Mitschuld zurück und kündigte eine unabhängige Untersuchung an. Der Fall berührt zwei grundlegende Fragen: den Schutz vulnerabler Erwachsener und das Verhältnis von Strafverfolgung zu Migrationsrecht. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) forderte eine Klärung der Zuständigkeiten (Tages-Anzeiger, NZZ, SRF).