Die Nacht brachte eine Verdichtung an geopolitischen Signalen, einen Sturz in Kiew, einen Schwenk in Washington und einen überraschenden Regierungswechsel in London. Gleichzeitig beschäftigen eine Rekorddividende einer Schweizer Privatbank, die zweite Zollrunde Washingtons und die Folgen des heissen Sommers die Beschäftigten hierzulande. Der Überblick.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagiert auf den Druck der Strasse und tauscht seine militärische Führung aus. Verteidigungsminister Fedir Fedorow und Generalstabschef Andrij Hnatow müssen gehen; gleichzeitig erhält Fedorow nach Darstellung Kiews einen neuen Posten. Auslöser waren Massenproteste gegen die Korruptionsaffären bei der Militärbeschaffung, die das Vertrauen in die Regierung weiter beschädigt haben. Mit dem Doppelwechsel will Selenskyj die Handlungsfähigkeit der Ukraine gegenüber Russland und den westlichen Geldgebern sichern. Wichtige Rüstungskonzerne in Deutschland, von Rheinmetall bis Thyssenkrupp, haben parallel Investitionen von insgesamt 800 Milliarden Euro in den kommenden Jahren angekündigt. Das Sondervermögen der Bundesregierung bleibt politisch umstritten, der Grünen-Fraktionschef sprach von einem falschen Signal zur falschen Zeit.