Ein Vierteljahrhundert nach Ioannidis' Grundsatzpaper hat sich die Diagnose verschärft. Die Reformen laufen, das Belohnungssystem hinkt hinterher.
Im Sommer 2025 hat das Stanford Center for Open Science die bislang umfangreichste Auswertung vorgelegt: Von 74 zufällig ausgewählten klinischen Studien, die zwischen 2020 und 2024 in grossen Fachjournalen erschienen sind, liessen sich nur 43 Prozent mit vertretbarem Aufwand replizieren. Die Zahl ist keine Überraschung. Sie steht am Ende einer Entwicklung, die vor zwanzig Jahren mit einem Aufsatz begann und inzwischen das gesamte wissenschaftliche Publikationswesen erfasst hat. Wer versteht, warum ein Befund aus den Schlagzeilen so oft morgen schon zerbröselt, muss verstehen, was im Inneren der Disziplinen schiefläuft.