Die Nacht zum Samstag brachte drei grosse aussenpolitische Stränge zugleich: Die USA fliegen weiter Angriffe auf den Iran, der ukrainische Präsident fürchtet eine russische Zwangsmobilmachung, und die USA setzen ihre Blockade der Strasse von Hormus fort. Gleichzeitig hat China mit dem Modell Kimi K3 den globalen KI-Markt aufgeschreckt. Die Schweiz taucht im Bild vor allem als indirekt Betroffene auf, etwa über den EU-Zolldeal mit Washington und über einen starken Halbleiterzyklus. Ein Überblick über zwölf Signale des Morgens.
Die US-Luftwaffe hat in der Nacht auf Samstag zum siebenten Mal in Folge Ziele im Iran angegriffen, diesmal auch Brücken und Energie-Infrastruktur. Die iranische Führung kündigte an, die Angriffe auf eigene Küstenziele fortzusetzen, bis «Ruhe an der Küste» herrsche (ZDFheute, 17.07.; Kurier, 18.07.01:41). Die Eskalation folgt auf die Tötung mehrerer iranischer Offiziere am Wochenende zuvor und hebt die Lage auf eine neue Stufe: Bisher galten vor allem Militäranlagen und Raketenfabriken als Ziele, nun rücken Stromnetze und Verkehrswege in den Fokus (RND, 17.07.). Die Schweizer Armee hat ihre Reisehinweise für die Golfregion nicht verschärft, das EDA rät aber seit Tagen von nicht zwingenden Reisen in weite Teile Irans ab (eda.admin.ch, 13.07.). Ein Ende der Angriffe ist derzeit nicht absehbar, der Konflikt wirkt zunehmend offen.