Als arabische Staaten das Öl zum politischen Instrument machten, verloren die Industrieländer kurz die Kontrolle über ihre eigene Wirtschaft. Die Mechanismen dahinter wirken bis heute nach.
Am 17. Oktober 1973 beschloss die Organisation der arabischen Erdölexportländer in Kuwait, die Förderung monatlich um fünf Prozent zu kürzen. Die Bedingung war politisch: vollständiger Rückzug Israels aus den 1967 besetzten Gebieten. Beteiligt waren Algerien, der Irak, Katar, Kuwait, Libyen, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Elf Tage später hob die OPEC den Listenpreis für arabisches Leichtöl von 3,01 auf 5,12 Dollar je Barrel; bis Dezember stand er bei 11,65 Dollar. Das war eine Vervierfachung in drei Monaten. Der Rohstoff, von dem die moderne Industrie lebte, war zur Waffe geworden.