Der US-Iran-Konflikt hat am Mittwoch eine neue Stufe erreicht. Nach einer dritten amerikanischen Angriffswelle auf iranische Stellungen feuerte Teheran Raketen auf US-Militärbasen in Kuwait, Bahrain, Katar und Jordan. Das Regionalkommando Centcom beziffert die US-Operation auf 140 militärische Ziele innerhalb von 90 Minuten, wie die Frankfurter Rundschau und der Deutschlandfunk unter Berufung auf Pentagon-Quellen berichten. Die BBC spricht von Warn-Sirenen in Bahrain und Kuwait. US-Präsident Donald Trump drohte offen mit Angriffen auf zivile Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken («bis ich sage, dass es genug ist», FAZ). Gleichzeitig vollzog er eine Kehrtwende: Von der ursprünglich angekündigten Durchfahrtsgebühr für die Strasse von Hormuz rückte er ab. Das deutet darauf hin, dass der Druck auf die amerikanische Seite wächst. Der Ölpreis notiert bei 84 Dollar, den dritten Tag in Folge im Plus. Der Schweizer Pensionskassen-Verband ASIP beobachtet die Lage mit Sorge: Ein anhaltender Anstieg des Ölpreises würde die ohnehin unter Druck stehende Teuerung in der Schweiz weiter anheizen. Die UNO-Sicherheitsrat hat eine Dringlichkeitssitzung zu den iranischen Angriffen auf Bahrain einberufen (UN News).
Chinas Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 nur um 4,3 Prozent gewachsen und hat damit das offizielle Jahresziel von rund 5 Prozent klar verfehlt. Es ist das schwächste Quartal seit Ende 2022, wie das Pekinger Statistikamt am Mittwoch mitteilte (Reuters, NPR, CNN). Die schwache Binnennachfrage und ein Einbruch bei den Investitionen drückten das Ergebnis; einzig die Exporte hielten sich dank KI-Chips auf Rekordniveau. Für Peking bedeutet das: Die ohnehin angekündigten Stimulus-Massnahmen reichen nicht aus. Die kommende Sitzung des Politbüros im Juli dürfte nun zusätzliche Konjunkturprogramme beschliessen. Für die Schweiz hat die Entwicklung direkte Folgen. Nachfrage aus Asien für Uhren, Pharmawirkstoffe und Spezialmaschinen bleibt anfällig; Richemont profitierte im jüngsten Quartal davon, dass die Mittelschicht in China weiterhin konsumiert. Wenn der Befund kippt, gerät auch Cartier unter Druck.