Dienstag, 14. Juli 2026. Ein Sommertag mit geopolitischer Schärfe: in Washington eskaliert die Tonlage an der Strasse von Hormuz, in Bern eröffnet die WeKo ein Verfahren gegen Google, in London wird ein Freihandelsabkommen mit der Schweiz besiegelt, und am späten Abend trifft im ersten Halbfinale der FIFA-WM Frankreich auf Spanien. Wer den Tag in einem Bild zusammenfassen will: Ölpreis oben, Zinserwartung unten, Bühne heiss. Hier ist der Überblick.
Trump will eine Maut für die Strasse von Hormuz. US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag angekündigt, die Meerenge zwischen Iran und Oman künftig unter amerikanische Hoheit stellen und von durchfahrenden Tankern eine Gebühr verlangen zu wollen (Tagesspiegel). Zugleich haben die US-Streitkräfte die iranische Seeblockade gegen Öltanker wieder verschärft, zwei iranische Schnellboote sollen nach Angaben des Pentagon ein unter britischer Flagge fahrendes Handelsschiff in der Meerenge gestoppt haben. Am Markt zog der Ölpreis daraufhin auf den höchsten Stand seit rund vier Wochen an, ein Fass Brent verteuerte sich zwischenzeitlich um 2,4 Prozent auf 88,20 US-Dollar. Die Strasse von Hormuz ist eine der meistbefahrenen Wasserstrassen der Welt: etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels passiert hier täglich, den Löwenanteil davon nach Asien und damit auch in die Schweiz, die selbst kein Rohöl fördert. Eine US-Maut oder eine erneute militärische Eskalation würde Logistikketten und Spritpreise in Europa und am Genfersee direkt treffen, zumal der Euro-Franken-Kurs nahe der Parität notiert und Importenergie in Franken gerechnet ohnehin teuer bleibt.