Der Nahe Osten steht am Dienstagmorgen am Rand einer offenen Konfrontation. Die USA setzen ihre Seeblockade gegen Iran durch und kassieren neu eine Gebühr von 20 Prozent auf Frachten durch die Strasse von Hormus. Iran reagierte mit Raketen auf Tanker der Vereinigten Arabischen Emirate, ein indischer Seemann starb. Gleichzeitig griffen die Huthis im Jemen Ziele in Saudi-Arabien an. Die Wall Street schloss am Montag im Minus, der Chipsektor geriet unter Druck, und Chinas Aussenhandelsdaten übertrafen alle Erwartungen. In dieser Gemengelage blicken die Anleger auf einen Dienstag mit viel Bewegung.
US-Präsident Donald Trump hat am Montag eine maritime Blockade des Iran wieder in Kraft gesetzt und angekündigt, künftig 20 Prozent auf jede Fracht zu erheben, die die Strasse von Hormus passiert (Reuters, Bloomberg). Das Weisse Haus begründet den Schritt mit der «Eskalation iranischer Provokationen». Am späten Montagabend schlugen iranische Raketen in der Meerenge zwei Öltanker der Vereinigten Arabischen Emirate, ein indischer Seemann kam ums Leben, sechs weitere Besatzungsmitglieder wurden verletzt (Reuters, Indian Express). Die internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO protestierte gegen die Gebühr und erklärte, eine solche Maut dürfe für keine Meerenge erhoben werden. Trump hatte zuvor angekündigt, iranische Fähigkeiten im Zusammenhang mit der Strasse von Hormus direkt anzugreifen. Parallel flog das US-Militär eine neue Runde von Luftschlägen gegen iranische Stellungen (CBS News). Eine Reuters-Ipsos-Umfrage vom Montag zeigt, dass 64 Prozent der US-Amerikaner inzwischen einen langwierigen Krieg gegen Iran erwarten. Für die Schweiz ist die Meerenge wichtig: ein grosser Teil der Ölimporte läuft über die Route, und Rückversicherer wie die Swiss Re beobachten die Entwicklung genau. Die Tanker-Angriffe verteuern die Seekriegsversicherung global. Sollte der Ölpreis über die Marke von 100 Dollar pro Barrel steigen, wäre die Schweizer Inflation direkt betroffen.