Der Donnerstag brachte einen bunten Strauss an Signalen: ein NATO-Gipfel, der mit warmen Worten endet und kaltem Misstrauen beginnt, neue US-Angriffe auf iranische Ziele, einen historischen Schweizer Fussball-Abend, einen KI-Durchmarsch bei einem Programmierwettbewerb, und einen Hitzesommer, der in Deutschland bereits 5'100 Todesopfer gefordert hat.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den am Mittwoch zu Ende gegangenen NATO-Gipfel in Ankara als überragend bezeichnet. Im Bundestag sprach er am Donnerstag von einem Treffen, das alle Erwartungen übertroffen habe. Präsident Donald Trump hatte zum Abschluss betont, im Raum sei «Liebe» gewesen, und Nato-Generalsekretär Mark Rutte habe den US-Präsidenten mit sanftem Auftreten eingefangen. Dennoch blieb der Grönland-Konflikt laut Frankfurter Rundschau unausgeräumt, und Russland nannte die Ukraine-Zusagen «unverantwortlich». Merz kündigte in der Sondersitzung zudem den Kauf von US-Tomahawk-Marschflugkörpern an, ohne Stückzahl oder Kosten zu nennen. Türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan schenkte Merz einen scharfen Revolver samt Munition, was in Berlin für Stirnrunzeln sorgte (SZ, FAZ, Euronews). Der Gipfel markiert den Beginn einer spürbaren Europäisierung des Bündnisses, wie die Sicherheitsexpertin Stefanie Babst im Tagesschau-Interview sagte. Für Europa zählt jetzt, wer die Lasten tatsächlich trägt, und ob die in Ankara versprochenen Verteidigungsausgaben in den nationalen Haushalten 2027 auch wirklich abgebildet werden.