Im November 2025 hat China mit Simandou den grössten Eisenerz-Bergbau der Welt in Guinea in Betrieb genommen. Wenig später lief im Kongo die erste Kupferlieferung über den von den USA gestützten Lobito-Korridor in westliche Häfen. Zwei Schienen, zwei Weltmächte, ein Kontinent.
Am 11. November 2025 wurde im Hochland von Guinea die Simandou-Mine offiziell eröffnet, das grösste Eisenerz-Projekt, das Afrika je gesehen hat. Gut drei Monate zuvor, im August 2024, hatte im weiter südlich gelegenen Angola die erste Kupferlieferung aus der Demokratischen Republik Kongo den Atlantikhafen von Lobito erreicht und war von dort in die Vereinigten Staaten verschifft worden. Auf den ersten Blick sind das zwei separate Nachrichten aus dem Bergbau. In Wahrheit zeigen sie, wie die globale Industriepolitik der nächsten zwanzig Jahre aussehen wird: Afrika liefert, wer die Schiene und den Hafen baut, bestimmt den Preis.