Warum die Spiele ihre Gastgeber systematisch teurer kommen als versprochen, was Mailand-Cortina 2026 damit zu tun hat, und weshalb die Reform unter IOC-Präsidentin Kirsty Coventry das eigentliche Problem noch nicht berührt.
Es ist Donnerstag, der 9. Juli 2026. Fünf Monate nach der Schlussfeier in der Arena von Verona wird das nächste Winterspiel vorbereitet. Niemand redet mehr über Eröffnungsbilder und norwegische Eisschnelllauf Dominanz. Geredet wird über Rechnungen. Mailand-Cortina 2026 wird im Frühjahr 2027 die Endabrechnung vorlegen, und nach allem, was bisher durchgesickert ist, wird sie ein Defizit zwischen 130 und 300 Millionen Euro ausweisen. Es ist das erste Winterspiel mit Verlust seit Turin 2006. Diese Zahl ist der Aufhänger dieses Berichts, nicht weil sie spektakulär wäre, sondern weil sie ein Muster bestätigt, das empirisch seit sechzig Jahren dokumentiert ist und das die olympische Bewegung bislang nicht in den Griff bekommen hat.