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Geist

Was ist ein gutes Leben? Von Aristoteles bis zum World Happiness Report 2026

Zweieinhalbtausend Jahre Philosophie, vierzig Jahre empirische Glücksforschung, und ein empirischer Befund, der im März 2026 die Gemüter bewegt hat: das Glück der jungen Generation in Westeuropa und Nordamerika sinkt, während es in Lateinamerika, Afrika und weiten Teilen Asiens steigt. Was die alten Griechen darüber wussten, was die moderne Forschung misst, und warum ausgerechnet die Jugend in den reichsten Gesellschaften am unglücklichsten wird.

Von der MacherPost-Redaktion 09.07.2026, 11:00 ♪ 42 Min Audio · 5'418 Wörter

Im März 2026 hat der World Happiness Report die schärfste Diagnose seit zehn Jahren vorgelegt. Sie passt auf den ersten Blick nicht ins Weltbild: ausgerechnet dort, wo junge Menschen die meisten Optionen und den grössten Wohlstand haben, sinkt ihr Wohlbefinden. Die alten Griechen, ein Wiener Neurologe aus den vierziger Jahren und die empirische Glücksforschung der letzten vierzig Jahre antworten darauf erstaunlich konkordant. Was sie sagen, ist unbequem, weil es niemanden entschuldigt.

Der am 19. März 2026 veröffentlichte World Happiness Report trägt den Schwerpunkt "Happiness and Social Media". Sein Befund, in einem Satz: In Nordamerika und Westeuropa sind junge Menschen heute deutlich unglücklicher als vor fünfzehn Jahren. In acht von zehn Weltregionen ist das Wohlbefinden der Unter-25-Jährigen im selben Zeitraum gestiegen, absolut oder relativ zur älteren Generation. Nur in den NANZ-Staaten USA, Kanada, Australien und Neuseeland sowie in Westeuropa ist es gesunken. Die Frage, was ein gutes Leben ausmacht, ist damit nicht mehr eine philosophische Randfrage. Sie ist eine empirische Diagnose über die Gegenwart.

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