Am Abend bestimmen 3 grosse geopolitische Linien das Bild: der Nato-Gipfel in der Türkei, eine neue Eskalation in der Strasse von Hormus und das gemilderte Urteil gegen Marine Le Pen in Frankreich. Dazu kommen konjunkturelle Signale aus Deutschland, ein Rekordgewinn bei Samsung, der die Börse nicht überzeugt, und die Sorgen vor dem WM-Achtelfinal der Schweizer Nati gegen Kolumbien. Die Hitze kehrt in die Schweiz zurück, die F-35-Beschaffung nimmt Konturen an, und in Zürich fällt ein Urteil nach einem antisemitischen Messerangriff.
Zum Auftakt des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt hat Generalsekretär Mark Rutte die westliche Verteidigungsindustrie zu deutlich mehr Tempo gemahnt. Mit Blick auf Russland sprach er von einer «Revolution», die nötig sei, um Produktionskapazitäten hochzufahren (Tagesschau). Bundeskanzler Friedrich Merz sagte vorab, der Gipfel könne einen Einschnitt im Ukraine-Krieg markieren. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenski nutzte die Bühne, um erneut westliche Luftabwehrsysteme einzufordern, nachdem russische Angriffe in der Nacht zuvor mehrere Wohnblocks in Kiew getroffen hatten (BBC). Parallel dazu soll US-Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft in Ankara erneut eine Übernahme Grönlands durch die USA ins Spiel gebracht haben (FAZ). Damit steht der Gipfel unter doppelter Spannung: zwischen europäischen Aufrüstungswünschen und amerikanischem Expansionston.