Das Berufungsurteil gegen Marine Le Pen, der NATO-Gipfel in der türkischen Hauptstadt und der Auftritt der Schweizer Nati im WM-Achtelfinal prägen den Dienstag. In China sterben bei einer Wetterserie erneut Menschen, in Karlsruhe beginnt eine Grundsatzverhandlung über das bayerische Polizeirecht, die EU debattiert über den Umgang mit einer rechtspopulistischen Fraktion, und die Börse zeigt sich nach den jüngsten Rekorden erst einmal zurückhaltend.
In Paris entscheidet am Dienstag ein Berufungsgericht, ob Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl 2027 antreten darf. Hintergrund: Ein Gericht hatte die Chefin des Rassemblement National in erster Instanz wegen Veruntreuung von EU-Geldern schuldig gesprochen und einen fünfjährigen Ausschluss von Wahlen verhängt, sofort wirksam. Das Urteil fiel am 31. März 2025, es betraf neben Le Pen 24 weitere Angeklagte aus dem Umfeld der RN-Parteizentrale. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass über Jahre systematisch EU-Mittel für Parlamentsassistenten abgerechnet wurden, die tatsächlich nicht oder nur teilweise für das EU-Parlament arbeiteten. Le Pen legte Berufung ein. Bestätigt das Gericht heute die Strafe, würde Parteichef Jordan Bardella als logischer RN-Kandidat in den Wahlkampf ziehen. Le Pen selbst hatte sich am Wochenende bei einem Sommerfest des RN in Liévin demonstrativ gelassen gegeben, ihrer Basis aber zugleich angekündigt, notfalls Bardella «mit aller Energie und bis zum Wahlsieg» zu unterstützen. Die Entscheidung wird für den späten Vormittag oder Mittag erwartet (tagesschau.de).