Die Kernfusion hat im letzten halben Jahr zwei handfeste Marken erreicht: Helion wies im Februar 2026 erstmals die technisch einfachste Fusionsreaktion in einem Privatunternehmen nach, und die kumulative Privatfinanzierung der Branche hat fast zehn Milliarden Dollar überschritten. Die Physik ist gelöst, heisst es. Die Frage ist, was noch fehlt.
Am 13. Februar 2026 meldete Helion Energy aus Everett im US-Bundesstaat Washington einen physikalischen Meilenstein, der bis vor kurzem nur staatlichen Grosslabors vorbehalten war: Im Reaktor Polaris hat das Unternehmen erstmals die Deuterium-Tritium-Reaktion gezündet und dabei eine Plasmatemperatur von 150 Millionen Grad Celsius gemessen, nach eigenen Angaben ein Rekord für ein privates Fusionsunternehmen. Wenige Monate zuvor hatte Google im Juli 2025 einen Stromabnahmevertrag über 200 Megawatt mit Commonwealth Fusion Systems unterzeichnet, dem ersten direkten Vertrag dieser Art zwischen einem Hyperscaler und einem Fusionsunternehmen. Und am 7. April 2025 hatte die National Ignition Facility in Livermore mit einem Laserbeschuss 8,6 Megajoule Fusionsenergie aus nur 2,08 Megajoule Laserinput erzeugt, ein Rekordwert, der in fast jeder Schlagzeile als Durchbruch gefeiert wurde.