Der Sonntag zeigt die Welt an drei Brennpunkten gleichzeitig. Im Iran erreicht die Trauer um Ayatollah Ali Khamenei ihren Höhepunkt, in Ankara beginnt der NATO-Gipfel, und in Barcelona rollt die Tour de France. Dazu erreichen aus den USA Nachrichten über einen schweren Wettereinbruch bei der 250-Jahr-Feier der Unabhängigkeit, aus Frankreich steht ein politisches Urteil über Marine Le Pen bevor, und an den europäischen Energiemärkten verschiebt die OPEC+ die Förderung. Die Schweiz ist mittelbar betroffen: über Energiepreise, Lieferketten und die Frage, was eine eigenständige KI-Strategie angesichts internationaler Spannungen noch wert ist.
In Teheran haben am Sonntag nach Schätzungen von Augenzeugen mehrere Millionen Menschen an der zentralen Trauerzeremonie für Ayatollah Ali Khamenei teilgenommen. Der 86-Jährige war Ende Februar bei einem koordinierten US-israelischen Angriff getötet worden. Auf der Kundgebung skandierten Regimeanhänger Vergeltung gegen die USA, mehrere Redner forderten offen die Ermordung von US-Präsident Donald Trump. Beobachter werten die Bilder als Inszenierung der Revolutionsführung, die damit ihre Handlungsfähigkeit nach dem Verlust des obersten Führers demonstrieren will. Die Machtfrage im Iran ist offen: als designierter Nachfolger gilt Mojtaba Khamenei, der Sohn des Verstorbenen, der aber aus Sicherheitsgründen nicht an der Trauerfeier teilnahm. Wirtschaftlich steht das Land unter Druck; die Inflation ist nach internationalen Schätzungen sehr hoch, die Währung Rial hat seit Kriegsbeginn drastisch an Wert verloren. Für die Schweiz bedeutet das vor allem höhere Energiepreise und unsichere Lieferketten bei Pharmavorprodukten, die zu einem nennenswerten Teil aus iranischer Produktion stammen (FAZ, Zeit).