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Der Oberste Gerichtshof kippt Trumps Geburtsrecht, und die Schweiz sagt Ja zum Rennsport

Was am Mittwoch zählt: ein historisches Urteil aus Washington, ein neuer Frontabschnitt im Libanon, vier neue Bischöfe im Wallis, das Ende des Tankrabatts in Deutschland und Wawrinkas letzter Wimbledon-Abend.

Von der MacherPost-Redaktion 01.07.2026, 16:00 ♪ 12 Min Audio · 1'621 Wörter
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Der Oberste Gerichtshof kippt Trumps Geburtsrecht, und die Schweiz sagt Ja zum Rennsport

Was am Mittwoch zählt: eine historische Entscheidung aus Washington, ein neuer Frontabschnitt im Libanon, ein historischer Tag in Ecône VS, das Ende des Tankrabatts in Deutschland und ein Schweizer Mythos, der in Wimbledon leise Abschied nimmt.

Ein Urteil, das Republikaner spaltet

Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Dienstag mit 6 gegen 3 Stimmen entschieden, dass das im 14. Verfassungszusatz garantierte Geburtsrecht auch unter der Regierung von Präsident Donald Trump (Republikaner) gilt. Damit kippt das Gericht die im Februar erlassene Executive Order, mit der die Trump-Administration den automatischen Erwerb der US-Staatsbürgerschaft für Kinder von Eltern ohne legalen Aufenthaltsstatus einschränken wollte (Reuters, AP, BBC).

Justizministerin Pam Bondi sprach von einem «schweren Tag für die Rechtsstaatlichkeit». Konservative Richter kritisierten die Entscheidung als «Aktivismus». Das Urteil bindet die Bundesimmigrationsbehörden sofort und ist nicht appellabel. Trump kündigte auf Truth Social an, den Kongress in den nächsten Wochen mit einer «Birthright Restoration Act» zu befassen. Der Ausgang bleibt offen: Für eine Verfassungsänderung braucht es zwei Drittel beider Kammern und drei Viertel der Bundesstaaten; beides ist kurzfristig nicht in Reichweite. Die Menschenrechtsorganisation ACLU sprach von einem «historischen Sieg».

Israel weitet den Einsatz im Libanon aus

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat die Armee angewiesen, im Südlibanon alle noch bestehenden Tunnel-, Bunker- und Munitionsanlagen der Hisbollah zu zerstören (Jerusalem Post, Reuters). Die Anordnung folgt auf Hisbollah-Beschuss aus dem Libanon in den letzten Tagen. Im Hintergrund laufen in Doha indirekte Gespräche zwischen den USA und Iran; ein Waffenstillstand ist brüchig, aber bisher hält er (NPR, Axios).

Die Schweizer Diplomatie hat sich am Mittwoch zurückhaltend geäussert. Das EDA ruft zu «maximaler Zurückhaltung» und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Das Aussendepartement steht mit Schweizer Vertretungen in der Region in Kontakt.

Ukraine trifft Putins Hinterland, Russland reagiert mit Drohnen

Die ukrainische Luftwaffe hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj (Kyiv) zum zweiten Mal binnen einer Woche eine Ölraffinerie und eine Rüstungsfabrik im russischen Ufa weit im Hinterland getroffen (Al Jazeera, ISW-Campaign-Assessment 30.06.). Russland reagierte mit Drohnenangriffen auf ukrainische Eisenbahnknoten; nach Behördenangaben sind mehrere Strecken unterbrochen (Kyiv Independent).

In Russland selbst verschärft sich die Benzinkrise. Das russische Energieministerium bestätigte am Mittwoch Verknappungen in mehreren Regionen, unter anderem im Uralgebiet und in Baschkortostan; Tankstellenrationierungen werden gemeldet (Süddeutsche Zeitung, DW). Russland importiert inzwischen verstärkt Benzin aus Indien und Belarus. Auch wenn Präsident Wladimir Putin die Lage als «temporär» beschreibt, signalisieren die Zahlen eine strukturelle Schwäche der russischen Treibstoffversorgung.

Venezuela: Über 1'900 Tote nach dem Beben vom 25. Juni

Knapp eine Woche nach den schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 in der Region Caracas/Westvenezüla ist die Zahl der Toten nach Angaben der Regierung von Präsident Nicolás Maduro auf über 1'900 gestiegen (Newsweek, NYT, BBC, ReliefWeb). Mehr als 58'800 Gebäude sind beschädigt oder zerstört.

Am Mittwoch konnte ein dreijähriger Junge sechs Tage nach der Katastrophe lebend aus den Trümmern geborgen werden. Die Uno-Nothilfe OCHA hat 45 Millionen US-Dollar an internationaler Hilfe mobilisiert. Die Schweiz hat über das Schweizerische Katastrophenhilfekorps (SKH) ein 14-köpfiges Rettungsteam sowie 500'000 CHF Soforthilfe angekündigt (EDA 29.06.). Maduro steht international wegen des schleppenden Rettungseinsatzes in der Kritik; die Polizei nahm mehrere Beamte fest, die geplündert hatten (Spiegel).

Tankrabatt ist aus: Sprit in Deutschland wird spürbar teurer

Heute um Mitternacht ist der deutsche Tankrabatt ersatzlos ausgelaufen. Die befristete Senkung der Mineralölsteuer um 17 Cent pro Liter Benzin war mehrfach verlängert worden; eine weitere Verlängerung hatte der Bundeshaushalt nicht vorgesehen (WDR, SWR, Tagesschau).

Der ADAC meldet für Mittwoch Morgen einen Anstieg der Benzinpreise um 12 bis 15 Cent pro Liter, Diesel verteuert sich um 9 bis 11 Cent. An vielen Tankstellen kostet E5 erstmals seit Anfang 2025 wieder über 2,10 Euro pro Liter. Im Grenzraum zu Basel, Konstanz und Singen dürfte die Nachfrage nach Schweizer Tanks mittelfristig steigen.

Trump: 1,4 Milliarden Dollar aus Krypto-Geschäften

Die am Dienstag veröffentlichte Vermögensoffenlegung des US-Präsidenten für das Steuerjahr 2025 weist Einnahmen von rund 1,4 Milliarden US-Dollar aus Krypto-Geschäften aus (Reuters, Bloomberg, NBC News, Politico). Der Löwenanteil stammt aus dem von Trumps Söhnen mitgetragenen World Liberty Financial und aus den Meme-Coins $TRUMP beziehungsweise $MELANIA.

Das Gesamtvermögen Trumps wird in der Offenlegung nun mit mehreren Milliarden US-Dollar ausgewiesen, nach niedrigeren Werten in früheren Jahren. Demokraten im Kongress werfen ihm «ekelerregende Gier» vor. Im Markt für die Token von World Liberty stiegen die Kurse am Mittwoch um 4,2 Prozent.

Anthropic: USA heben Export-Sperre auf

Die US-Regierung hat die im Mai verhängte Export-Sperre für die KI-Modelle von Anthropic vollständig aufgehoben (CNN, Reuters, Bloomberg). Ab Mittwoch sind das neue Claude Sonnet 5 sowie die Frontier-Modelle Fable 5 und Mythos 5 wieder international verfügbar. Hintergrund war ein Cybersecurity-Alarm um ein neu entdecktes Jailbreak-Verfahren; Anthropic hat laut US-Handelsministerium die nötigen Sicherheits-Patches in weniger als sechs Wochen geliefert.

Für die Schweiz ist das relevant: UBS, Zurich Insurance und die Hypothekarbank Lenzburg gehören laut Branchenkreisen zu den ersten europäischen Pilotkunden für Mythos 5 in der Vermögensanalyse und Schadensfallbearbeitung.

Microsoft unterzeichnet Kaufvertrag für viertes NRW-Rechenzentrum

Microsoft hat am Mittwoch den Kaufvertrag für ein viertes KI-Rechenzentrum in Nordrhein-Westfalen unterzeichnet (heise online, Manager Magazin, WAZ). Das Investitionsvolumen beziffern Microsoft Deutschland und Branchenkenner auf rund 4 Milliarden Euro. Der Baustart ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen, 2'000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Microsoft baut zugleich das Cloud-Region-Cluster in der Schweiz aus. Im Kanton Waadt laufen nach übereinstimmenden Berichten Verhandlungen zwischen Microsoft und der Waadtländer Kantonsregierung über einen zusätzlichen Standort.

Piusbrüder weihen vier Bischöfe in Ecône

Die traditionalistische Priesterbruderschaft St. Pius X. hat am Mittwoch in ihrem Walliser Seminar in Ecône vier neue Bischöfe geweiht, gegen den ausdrücklichen Befehl von Papst Leo XIV. (SRF, kath.ch, Vatican News). Der Vatikan erklärte die Konsekratoren und die Geweihten mit sofortiger Wirkung exkommuniziert; ein endgültiger Bruch zwischen Rom und der Bruderschaft gilt nach dem Konflikt seit 1988 nun als wahrscheinlich.

Im Wallis gehört die Bruderschaft mit weltweit rund 600'000 Gläubigen zu den grössten katholischen Akteuren ausserhalb der Diözesanstruktur. Die Schweizer Bischofskonferenz und die Diözese Sitten haben sich von der Weihe distanziert. Im Wallis reagierten Politik und Behörden bisher zurückhaltend; die Frage eines allfälligen Notrechts zum Religionsverfassungsartikel steht im Raum.

Schweiz hebt das Rundstreckenverbot auf

Per 1. Juli ist das seit 1955 geltende Verbot von Rundstreckenrennen in der Schweiz ersatzlos aus dem Strassenverkehrsgesetz gestrichen worden (Blick, 20 Minuten, Auto Motor und Sport, SRF). Das UVEK begründet den Schritt mit veränderten Sicherheits- und Umweltstandards sowie mit der Modernisierung der Motorsportregeln weltweit.

Für einen Schweizer Grand Prix fehlt aber weiterhin eine FIA-zertifizierte Strecke. Die vom Berner Investor Marc Ollinger und dem früheren Formel-1-Piloten Alex Wurz geplante Variante «Circuit Engadin» ist frühestens 2030 realistisch. Eine SECO-Wirkungsstudie aus dem Jahr 2025 taxiert den Mehr-Bruttonationalwert im günstigsten Fall auf 0,08 Prozent pro Renn-Wochenende. TCS und ACS haben sich für die Aufhebung stark gemacht, der Hauseigentümerverband kritisiert die Lärmbelastung und die zusätzliche Bodenversiegelung im Mittelland.

WM 2026: Mbappé schickt Frankreich in das Achtelfinal

Im zweiten Spiel des neuen WM-Formats mit 48 Mannschaften hat Frankreich Schweden in East Rutherford (New Jersey) 3:0 (1:0) geschlagen. Kylian Mbappé (Real Madrid) traf in der 19. und 61. Minute und zog in der Turnier-Torschützenliste mit Lionel Messi gleich; Michael Olise (Bayern München) erhöhte in der 78. Minute zum Endstand (France 24, The Athletic, Kicker). Frankreich trifft im Achtelfinal am Samstag auf den Sieger der Partie Norwegen gegen Elfenbeinküste.

Im Parallelspiel schlug Norwegen die Elfenbeinküste 2:1 nach einem Last-Minute-Treffer von Erling Haaland (Manchester City). Die Schweizer Nati spielt am Donnerstag gegen den Sieger Polen gegen Kolumbien; SRF überträgt live aus dem BMO Stadium Toronto.

Stan Wawrinka nimmt in Wimbledon Abschied

Stan Wawrinka (Lausanne, ATP 137) hat am Dienstagabend sein letztes Match am All England Club verloren. Im Erstrunden-Thriller gegen den italienischen Aufschlag-Riesen Matteo Berrettini (ATP 41) musste sich der dreifache Grand-Slam-Champion nach 4 Stunden und 38 Minuten im Tiebreak des fünften Satzes mit 6:3, 3:6, 7:6, 5:7, 8:10 geschlagen geben (ATP Tour, Reuters, tennisnet.com). 15'000 Zuschauer auf dem Centre Court feierten den 41-jährigen Waadtländer mit minutenlangen Standing Ovations. Wawrinka sagte unter Tränen: «Es tut nicht weh, ich bin nur dankbar.»

Wawrinka, Wimbledon-Sieger von 2016, ist nach Roger Federer und Martina Hingis die grösste Tennis-Ikone der Schweiz. Er wird auf der Tour weiterhin in Doppelkonkurrenzen antreten, im Einzel ist das Ende der Profi-Karriere aber absehbar.

America at 250 beginnt

In den USA hat am Mittwoch die Festwoche zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 begonnen (CNN, The Guardian, AP). Präsident Trump eröffnete am Vormittag die neue Theodore Roosevelt Presidential Library in North Dakota und nutzte den Anlass, die «Wiederherstellung der Republik» als Programm der nächsten Monate zu skizzieren.

Der eigentliche Höhepunkt «America at 250» am Lincoln Memorial in Washington D.C. ist für den 4. Juli geplant. Zeitgleich demonstrierten am Mittwoch in mehreren Städten tausende Menschen gegen die Regierungspolitik; Sicherheitskräfte sprachen von 87 Festnahmen am Rande der Roosevelt-Bibliothek und in New York.

Ausblick auf den Donnerstag

Am Donnerstag stehen aus Schweizer Sicht das Spiel der Nati gegen den Sieger der Partie Polen gegen Kolumbien um 2 Uhr nachts sowie die ersten Reaktionen auf die Bischofsweihe in Ecône im Vordergrund. Im Ausland läuft das Achtelfinal-Tableau der WM 2026 an, in den USA entscheidet der Kongress in erster Lesung über Trumps «Birthright Restoration Act», und in Brüssel beginnt der zweite Tag des informellen EU-Gipfels zur Migrationspolitik.

Die Märkte heute

Der MSCI World steht aktuell bei 4'818,8 Punkten. Das ist ein Plus von 1,57 Prozent seit dem Vortag.

Gold notiert bei 4'103,5 US-Dollar pro Unze. Das ist ein Plus von 0,61 Prozent seit Wochenbeginn, getrieben von der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit im Nahen Osten.

Bitcoin wechselt bei 59'467 US-Dollar den Besitzer. Das ist ein Gewinn von 1,79 Prozent in den letzten 24 Stunden.

Der Euro steht zum Franken bei 0,9234. Der US-Dollar notiert bei 0,8112 Franken.

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